Start day-news Wettrennen der Corona-Lockerungen: Nächstes Bundesland öffnet Tourismus

Wettrennen der Corona-Lockerungen: Nächstes Bundesland öffnet Tourismus



Erst Schleswig-Holstein, dann Niedersachsen und nun Mecklenburg-Vorpommern: Ferien wird an immer mehr Orten möglich. Der Sommerurlaub an der Ostsee scheint gerettet zu sein. Kurzfristig hat die Tourismusbranche ein Personalproblem.

Schwerin – Überfüllte Strände an Nord- und Ostsee – nach den ersten Lockerungen strömen die Menschen an die Strände. Die Tourismusverbände in Niederachsen und Schleswig-Holstein versuchen, den Andrang zu kanalisieren. Zum Einsatz kommen beispielsweise Lenkungssysteme und Web-Apps. Doch es könnte schon zum Wochenende eine andere Art der Entlastung geben: Weitere Strände werden geöffnet. Mecklenburg-Vorpommern will es den beiden anderen Bundesländern nachmachen und Tourismus schrittweise wieder erlauben.

Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landeshauptstadt: Schwerin
Einwohner: 1,6 Millionen
Regierungschefin: Manuela Schwesig (SPD)
Übernachtungen: Rund 34 Millionen (2019)

Insider rechnen damit, dass die Landesregierung am Mittwochnachmittag grünes Licht geben wird. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte in Aussicht gestellt, dass Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen noch in dieser Woche wieder öffnen dürfen. Demnach könnten vom 28. Mai Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern beherbergt werden. Niedersachsen, das bereits am 10. Mai die Regeln für Tourismus gelockert hat, ist mit einer ähnlichen „Landeskinderregelung“ vor Gericht gescheitert. Eine Woche später sollen dann auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern machen dürfen. Diese Pläne bekräftigte Regierungschefin Schwesig am Dienstagabend.

Corona-Lockerungen: Landesregierung entscheidet über Ostsee-Urlaub

Bereits vor zwei Wochen hatte die Landesregierung über zahlreiche Lockerungsschritte beraten und etwa ein Datum für den Neustart im Tourismus festgelegt. Nach diesen vorherigen Plänen sollte dieser am 7. Juni wieder hochgefahren werden, zunächst nur für Einheimische, eine Woche später dann für Menschen aus allen anderen Regionen Deutschlands.

Dass man nun den Zeitplan vorverlegt hat, auch mit der Inzidenz zu tun. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag nach Pfingsten bei 23,5 – vor einer Woche betrug dieser Wert noch 53.

Eine wichtige Säule für das Hochfahren des Tourismus wird das Testen sein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es derzeit 427 Teststellen im Bundesland. „Die Beherbergungsbetriebe haben sich auf die Saison vorbereitet und umfassende Konzepte für die Wiedereröffnung ausgearbeitet. Wichtig ist, dass wir den Tourismus sicher wieder hochfahren können. Dazu gehört auch, dass die Branche sich auf die entsprechenden Testerfordernisse einstellt“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU).

Urlaub an der Ostsee: Romantisch den Sonnenuntergang genießen soll ab dem Wochenende auch in Mecklenburg-Vorpommern möglich sein.

© Oliver Franke/dpa

Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern: Tourismusverband begrüßt Öffnungsschritte

Lars Schwarz, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), begrüßte die geplante vorgezogene Öffnung der Tourismusbranche und sprach gegenüber NDR 1 Radio MV von einem starken Signal. „Das ist das, was wir erwartet und gefordert haben – dass Inzidenz-angepasste Öffnungsschritte vorgezogen werden.“ 

Eine Belegungsquote wird es laut Lars Schwarz in Mecklenburg-Vorpommern nicht geben, aber ein Testregime. Bei der Anreise sei ein negativer Test notwendig, gefolgt von zwei Tests pro Woche. Abstands- und Hygieneregeln gelten natürlich weiterhin. Die Regeln ähneln denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Schwarz: „Die Teststrukturen, die aufgrund des Lockdowns teilweise zurückgeführt wurden, müssen jetzt schnellstmöglich wieder hochgefahren werden.“

Eine Strandampel, ein elektronisches Zählsystem, welches mit einer App die Belegung des Strandes errechnet. Mit digitalen Lenkungssystemen und Apps stellen sich viele Urlaubsorte an der deutschen Nord- und Ostseeküste auf einen erwarteten Andrang von Gästen in diesem Sommer ein.

© Axel Heimken / picture alliance / dpa

Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Corona-Lockerungen geplant

Auch wenn die Tourismusbranche sich auf die geplanten Lockerungen freut, so steht sie doch vor anderen Herausforderungen: „Das Hochfahren ist das eine, die Lieferketten und die Rückholung der Mitarbeiter aus der Kurzarbeit das andere. Außerdem bekommen wir von heute auf morgen ein Hotel nicht ausgebucht.“ Heißt konkret: Die Vorlaufzeit fehlt. Einfacher hätten es da zum Beispiel Vermieter von Ferienwohnungen, die sofort loslegen könnten.

Am Dienstag traten bereits weitere Lockerungsschritte in Kraft. So durften etwa Kosmetik- und Nagelstudios sowie Fahrschulen wieder öffnen. Die Landesregierung kündigte am Dienstagabend zudem Lockerungen für die Kultur an, so dürfen etwa Museen landesweit vom kommenden Dienstag an wieder öffnen, Kinos sind am 21. Juni an der Reihe. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Franke/dpa

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