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Welche Volksfeste finden 2021 statt?


Hannover. Überfüllte Bierzelte, dichtes Gedränge und ausufernd feiernde Menschenmengen: Solche Szenen wirken nach über einem Jahr Pandemie wie aus einer anderen Zeit. Bereits im vergangenen Jahr 2020 mussten die meisten Volksfeste in Deutschland abgesagt werden oder konnten nur in komprimierter Form stattfinden.

Auch ein Blick auf die diesjährige Saison ist ernüchternd: Einige Feste wurden bereits abgesagt – darunter das Frühlingsfest auf den Cannstatter Wasen in Stuttgart oder das Maschseefest in Hannover. Andere stehen noch auf wackeligen Beinen, wie das Münchner Oktoberfest. Ein Überblick:

Welche Feste bereits abgesagt sind – und welche noch bangen

Der Hamburger Frühlingsdom musste zum zweiten Jahr in Folge coronabedingt abgesagt werden. Das Fest hätte vom 26. März bis zum 25. April stattfinden sollen. Zu nicht Pandemiezeiten finden dreimal pro Jahr Feste auf dem Heiligengeistfeld statt – im Frühling, Sommer und Winter.

Ob die weiteren Veranstaltungen stattfinden können, ist derzeit unklar. Die Stadt Hamburg geht jedenfalls erst mal davon aus.

Der Sommerdom ist vom 30. Juli bis 29. August 2021 geplant.

Der Winterdom soll vom 5. November bis 5. Dezember stattfinden. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Stadt Hamburg nachzusehen.

Der Hamburger Frühjahrsdom wird wegen des sich ausbreitenden Coronavirus abgesagt – wie auch schon im Vorjahr. © Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Auch das Münchner Oktoberfest muss coronabedingt erneut ausfallen. „Wir als Kommunalpolitiker müssen die Gesundheit unserer Bevölkerung höher gewichten als das Interesse an Volksfesten. Das ist eine Entscheidung, die ich jetzt treffen will und muss“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Reiter hatten sich zuletzt bereits skeptisch gezeigt, ob die Wiesn stattfinden kann. Das Oktoberfest sei nicht nur ein bayerisches Fest, sondern ein globales Event, so Söder kürzlich.

Die Wiesn 2021 sollte vom 18. September bis zum 3. Oktober stattfinden. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kamen in früheren Jahren zum größten Volksfest der Welt. Auch wenn bis zum geplanten Start viele Menschen geimpft sein könnten: In Corona-Zeiten wäre die Ansteckungsgefahr auf dem Fest mit oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelten und dem Gedränge in den Gassen zu groß.

In München fiel 2020 wegen der Pandemie das Oktoberfest aus. Die Entscheidung über das Oktoberfest 2021 soll im Frühsommer fallen. © Quelle: picture alliance / dpa

Die Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG) hat – wie auch schon im Vorjahr – das Maschseefest in Hannover abgesagt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es unmöglich, eine Veranstaltung dieser Größe durchzuführen, sagte HVG-Chef Hans Nolte zur Hannoverschen Allgemeine Zeitung (HAZ). Die Mindestabstände zwischen Festbesuchern seien nicht einzuhalten, zudem gebe es keine Ein- und Ausgänge, über die Besucherströme reguliert werden könnten.

Das Maschseefest sollte ursprünglich am 28. Juli beginnen und bis zum 15. August dauern. Mit mehr als zwei Millionen Besuchern ist es das größte Volksfest in Niedersachsen.

Nach der coronabedingten Absage 2020 muss das Maschseefest in Hannover auch dieses Jahr ausfallen. © Quelle: Christophe Gateau/dpa

Ob das Schützenfest in Hannover stattfinden kann, ist nach derzeitigem Stand noch ungewiss. Der Schaustellerverband hofft, dass bei sinkender Inzidenz Karussells und Buden auf einzelnen Plätzen stehen dürfen. „Wir haben die Zusicherung der Landesregierung, dass wir einige Buden auf Stadtplätzen aufstellen dürfen, sobald auch Freizeitparks öffnen“, sagte Fred Hanstein, Präsident des Landesverbands der Schausteller der HAZ. Dazu müsse aber die Inzidenz unter die Marke von 100 sinken.

Die Absage der traditionellen Rheinkirmes im Sommer haben Veranstalter und die Stadt Düsseldorf bereits bestätigt. Grund dafür sei die weiterhin unklare pandemische Entwicklung und die daraus resultierende Planungsunsicherheit, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Das sei „schlicht nicht planbar“. Das Fest in Nordrhein-Westfalen hätte vom 16. bis 25. Juli stattfinden sollen. Zur Rheinkirmes kommen normalerweise bis zu vier Millionen Besucher. Bereits 2020 war das Fest wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

Die Düsseldorfer Rheinkirmes, die zu den vier größten Volksfesten in Deutschland zählt, wurde nach einer Unwetterwarnung für etwa zwei Stunden unterbrochen.

Andere Orte in NRW rechnen mit deutlich weniger Gästen, sagen aber noch nicht ab – etwa der Cranger-Kirmes. In Herne habe man schon längst mit den Vorbereitungen für das Volksfest begonnen, sagte ein Stadtsprecher der dpa. Wie es in diesem Jahr letztlich ausgehen soll, möchte der Veranstalter in den kommenden Tagen bekannt geben. Denkbar wäre ein Alternativformat.

Der Send in Münster findet dreimal im Jahr statt. Die Ausgabe für das Frühjahr wurde abgesagt. Die Termine im Juli und Oktober aber stehen noch. Die Allerheiligenkirmes findet am 1. November in Soest statt und verteilt sich über die ganze Altstadt. Deshalb ist es auch nicht möglich, mit Tests oder Personenbeschränkungen das Fest zu organisieren. Bislang haben sich auf die 450 verfügbaren Plätze etwa 1300 Schausteller beworben. „Im Moment arbeiten wir so, dass im Falle einer Möglichkeit die Durchführung stattfinden kann“, sagt eine Sprecherin der Stadt.

Obwohl der Hamburger Hafengeburtstag an der Elbe auch in diesem Jahr coronabedingt ausfällt, müssen Fans des Maritimen nicht komplett auf die Feier verzichten. Zumindest online soll dennoch drei Tage lang gefeiert werden, wie die Wirtschaftsbehörde am Montag in Hamburg mitteilte. So wird es unter anderem am 8. und 9. Mai abends Liveshows geben. Bereits im Vorjahr hatten die Veranstalter das Fest ins Netz verlagert.

Der Hamburger Hafengeburtstag wird wieder ins Netz verlagert. © Quelle: Axel Heimken/dpa

Gute Nachrichten aus dem Norden gibt es aus Kiel. Die dortige Kieler Woche soll zwar nicht wie sonst Ende Juni stattfinden. Bisher halten die Veranstalter aber an dem Segel- und Sommerfestival fest und wollen es lediglich in den Herbst auf den Zeitraum vom 4. bis 12. September verlegen. „Mit dem Ausbau der Teststrategie und dem Fortschritt bei den Impfungen werden wir im September hoffentlich in einer Situation sein, in der eine Kieler Woche näher am ‚Original‘ möglich sein wird.“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

Ein Tropfen Unsicherheit aber bleibt auch im Norden. Trotz der Verlegung könne man laut Kämpfer aber nicht ausschließen, dass doch noch eine Absage nötig wird.

Beliebter Höhepunkt: Der Start zur Windjammerparade bei der Kieler Woche – hier aus dem Jahr 2019.

Ausfallen muss dagegen auch das Fischerfest Gaffelrigg in Greifswald. Aufgrund der aktuellen Ungewissheit könnten notwendige Verträge nicht geschlossen werden, teilte die Stadt Greifswald am Dienstag mit. Demnach handelt es sich um das größte maritime Volksfest in Vorpommern. Höhepunkt ist traditionell die „Gaffelrigg“, eine Schiffsparade unter anderem mit Museumsschiffen. Das Fest lockt regelmäßig Zehntausende Menschen an und sollte in diesem Jahr Mitte Juli stattfinden. Bereits im vergangenen Jahr war es ausgefallen.

Die Stadt versuche als Alternative im Laufe des Sommers einen mobilen Freizeitpark zusammen mit Schaustellern zu veranstalten, hieß es. Auch der Klostermarkt auf dem Gelände der Klosterruine Eldena soll laut Stadt wegen der Pandemie nicht stattfinden.

Menschen feiern im Festzelt auf dem Frühlingsfest auf den Cannstatter Wasen.

Bereits abgesagt wurde auch das Frühlingsfest auf den Cannstatter Wasen in Stuttgart. Das Traditionsfest sollte vom 17. April bis zum 9. Mai stattfinden. Auch im vergangenen Jahr war das Frühlingsfest wegen Corona ausgefallen. Durch die Absage soll für den Einzelhandel ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden sein – der SWR schrieb von rund 100 Millionen Euro.

Dass gerade kleinere Feste nicht sofort abgesagt würden, hält Frank Hakelberg, Chef des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), für wichtig. „Man muss der Branche Hoffnung geben, schließlich ist sie seit nunmehr anderthalb Jahren zum Stillstand verdammt“, sagte er. Immerhin würden Volksfeste den „Frischluftvorteil“ genießen.

Fatal wäre es aus seiner Sicht, jetzt schon Veranstaltungen für den Herbst alternativlos abzusagen. Die Branche habe sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet, die sich bereits im vergangenen Jahr bei temporären Freizeitparks bewährt hätten. Für diesen Sommer seien solche Ersatzveranstaltungen bislang noch nicht beantragt, auch damit werde zunächst noch gewartet.

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