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Vulkanausbruch auf La Palma: „Alarmstufe Gelb“ – Warnung vor gefährlicher Schlammmasse


  • Martina Lippl

    VonMartina Lippl

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Der Vulkan auf La Palma ist seit mehr als zwei Monaten aktiv. Meterdicke Lavaströme wälzen sich unaufhaltsam durch das Land. Seit Tagen der Flughafen außer Betrieb. Jetzt schlägt der Wetterdienst Alarm.

Santa Cruz – Auf der Kanareninsel La Palma ist keine Entspannung in Sicht. Seit 66 Tagen spukt der Vulkan Lava und Asche. Die Erde bebt. Ein weiterer gigantischer Lavastrom erreichte an diesem Dienstagmittag (23.11.2021) das Meer. Es ist der vierte Lavastrom, der die Gebirgskette Cumbre Vieja hinab, bis in den Atlantik fließt. Aus Angst vor giftigen Gasen ordneten die lokalen Behörden eine Ausgangssperre für insgesamt 3000 Menschen auf La Palma an.

Inzwischen gibt es allerdings eine Entwarnung. „Keine Gefahr mehr“, teilte der Vulkan- und Katastrophenschutz der Kanarischen Insel Pevolca am Mittwochvormittag mit. In der betroffenen Gemeinde Tazacorte dürfen die Bewohner ihre Häuser nun wieder verlassen. Die Behörden empfehlen jedoch FFP2-Masken im Freien zum Schutz vor giftigen Gasen zu tragen, auch wenn die Werte derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen.

Vulkanausbruch auf La Palma: Aschewolke legt Flughafen seit Tagen lahm

Wegen Vulkanasche bleibt der Flughafen von La Palma auch am Mittwoch geschlossen – es ist der fünfte Tag in Folge. „Wir arbeiten daran, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können, solange die Wetterbedingungen dies zulassen“, teilte der spanische Flughafenbetreiber AENA auf Twitter mit. „Aufgrund der aktuellen Aschewolke wird der Betrieb auf La Palma am Mittwoch den ganzen Tag weiterhin lahmgelegt“, teilt zudem die Fluggesellschaft Binter via Twitter mit. Wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werde, sei noch unklar. „Die Fluggesellschaft verfolgt die Entwicklung der Situation jederzeit in Kontakt mit den Luftfahrtbehörden und wartet auf die Bestätigung, dass alle Sicherheitsbedingungen erfüllt sind, um den normalen Betrieb wieder aufzunehmen.“

La Palma: Mitarbeiter versuchen den Flughafen von Vulkanasche zu säubern. (Screenshot)

© AENA/Twitter

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schwefeldioxid- (SO2) und Aschewolke bis zum Wochenende „ein ungünstiges Szenario darstellt“ für den Flughafen La Palma darstellt. Die Eruptionssäule sei am Mittwochmorgen 3700 Meter hoch gewesen. Und der Vulkan brodelt weiter. „Das Auftreten neuer Emissionszentren um den Hauptkegel innerhalb der Sperrzone ist nicht ausgeschlossen“, heißt es im aktuellen Bericht des Katastrophenschutzes. Ist ein Ende des Vulkanausbruchs auf La Palma in Sicht? Die Aktivität des Vulkans an der Gebirgskette Cumbre Vieja nimmt seit Wochen ab, doch zahlreiche Erdbeben in Tiefen von mehr als 30 Kilometer deuten auf weitere Explosionen hin. Einmal legte der Vulkan eine gespenstische Pause ein, doch das ist schon länger her. 

La Palma: Vulkanausbruch an der Gebirgskette Cumbre Vieja

  • Der Vulkan am Gebirgszug Cumbre Vieja (1949 Meter) auf der Kanareninsel La Palma ist am 19. September 2021 zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen.
  • Riesige Lavaströme haben inzwischen mehr als 2650 Gebäude und fast 1073 Hektar Land zerstört.
  • Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote zählen, sind vulkanischen Ursprungs.

La Palma: „Alarmstufe Gelb“ – Wetterdienst warnt vor Starkregen

Beunruhigend ist zudem die aktuelle Wetterprognose für die Kanareninsel La Palma. Der spanische Wetterdienst Aemet warnte vor heftigen Regenfällen auf der ganzen Urlaubsinsel. Die „Alarmstufe Gelb“ wurde bis zum Freitag (26.11.2021) verlängert. Mit Niederschlägen von bis zu 60 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden ist zu rechnen. Hauptsorge ist die Asche, die sich auf den Dächern der Gebäude angesammelt hat: Sie könnte durch den Regen schwerer werden und die Gebäude zum Einstürzen bringen. Bei Regen verwandelt sich auch die Asche auf dem Boden zu einem grauen Schlamm, welcher besonder schwer von den Zufahrtsstraßen auf La Palma zu beseitigen wäre.

Vulkanausbruch auf La Palma: Ein Lavastrom trifft auf Meerwasser.

© Pau De La Calle/dpa

Der Vulkanausbruch gehört auf La Palma schon zum Alltag. Vieles ist Routine. Vulkan-Forscher warnen vor „Lava Bombe“. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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