Start day-news Verdacht auf Femizid: Mexikanische Polizisten brechen Einwanderin das Genick

Verdacht auf Femizid: Mexikanische Polizisten brechen Einwanderin das Genick


Tulum. Polizisten haben den Aufsehen erregenden Tod einer Frau im mexikanischen Urlaubsort Tulum durch Genickbruch herbeigeführt. Die vier beteiligten Beamten hätten bei ihrer Festnahme unverhältnismäßige Gewalt angewendet und seien wegen des Verdachts auf Femizid – also Mord an einer Frau wegen ihres Geschlechts – festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo am Montag mit. Der Bruch zweier Halswirbel habe laut Autopsie den Tod der Frau aus dem mittelamerikanischen Land El Salvador verursacht. Es war zunächst unklar, warum sie festgenommen werden sollte. Der Polizeichef der Karibikstadt wurde entlassen.

Am Wochenende waren Videos des Vorfalls vom Samstag in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet worden. Darin ist zu sehen, wie die Frau neben einem Streifenwagen mit verbundenen Händen auf dem Bauch auf der Straße liegt. Zwischenzeitlich kniet eine Polizistin auf ihrem Rücken. Man hört die Frau schreien. Später legen Polizisten ihren inzwischen regungslosen Körper auf die Ladefläche eines Pickup-Wagens. Das Opfer war nach mexikanischen Medienberichten 36 Jahre alt und lebte als Flüchtling in Mexiko.

Szenen erinnern an George-Floyd-Fall

Der Fall sorgte auch wegen Ähnlichkeiten mit dem Tod von George Floyd im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz in den USA für Aufsehen. Videos zeigten damals, wie der weiße Polizist Derek Chauvin fast neun Minuten lang auf dem Nacken des Afroamerikaners Floyd kniete. Der Mordprozess gegen Chauvin begann am Montag in Minneapolis.

„Sie wurde brutal behandelt und umgebracht“, sagte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador am Montag über die Frau in Tulum. Sein Kollege in El Salvador, Nayib Bukele, forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen. Rund ein Zehntel der durchschnittlich knapp 100 Mordopfer, die Mexiko pro Tag verzeichnet, sind Frauen. Auch Fälle übermäßiger Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte sind keine Seltenheit.

RND/dpa

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