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Stadt will bei der Miete einspringen


Lüneburg. Oberbürgermeister Ulrich Mädge zog ein positives Fazit: „Der Auftakt war aus meiner Sicht gut.“ Bei der ersten Sitzung des neuen Innenstadt-Beirates trafen Vertreter aller Branchen, die die Lüneburger Innenstadt prägen, aufeinander – und damit auch viele verschiedene Interessenlagen. Verwaltung und Lüneburg Marketing GmbH (LMG) hätten ein umfassendes Stimmungsbild erhalten und zugehört, welche Probleme die einzelnen Akteure haben, hieß es nach der Runde in einer Mitteilung aus dem Rathaus. „Der Abend hat gezeigt, dass alle bereit sind, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Jetzt müssen wir miteinander konkrete Projekte für 2021, 2022 und 2023 entwickeln und Aufgaben verteilen“, bilanzierte Mädge.

Stadt hofft auf 1 Million Euro

Anfang Mai wird der neue Innenstadtmanager Christoph Steiner als Kopf eines kleinen Teams ein Ladenlokal an der Kuhstraße beziehen. Es soll Anlaufstelle für alle Akteure in der Innenstadt sein. Die Lüneburg Marketing GmbH wird auf Grundlage angekündigter Landesmittel Projekte erarbeiten. Die Stadt werde sich bewerben, hofft auf mindestens 1 Million Euro.

Parallel dazu wird Frank Rehme eine Bestandsanalyse der Lüneburger Innenstadt erarbeiten und viele beratende Gespräche mit den Akteuren vor Ort führen. Rehme gehört zum Unternehmen gmvteam und ist als Innovationsberater im Bereich Handel und Innenstadt aktiv. Sein zweiter Arbeitsschwerpunkt ist die digitale Daseinsvorsorge. So steht für Lüneburg die Entwicklung eines digitalen Leerstandskatasters auf dem Plan. Auch die Leuphana sei mit im Boot.

Innenstadt-Beirat handlungsfähig

Eine Schlüsselrolle schreibt Mädge den Immobilieneigentümern beziehungsweise den Themen Miete und Pacht zu. „Hier gibt es die generelle Zusage der Eigentümer, im Einzelfall zu reagieren“, berichtet Mädge. Sein Vorschlag einer Drittelregelung für Miete/Pacht fand Zustimmung. Das heißt: In Einzelfällen könnten Mieter und Pächter entlastet werden, indem sie zwei Jahre lang nur ein Drittel der Kosten selbst zahlen. Ein weiteres Drittel würde die dann Stadt übernehmen. Im Gegenzug würden Eigentümer auf die Zahlung des letzten Drittels verzichten.

Damit der Innenstadt-Beirat möglichst handlungsfähig bleibt, wird sich ein Steuerungskreis bilden. Er soll regelmäßig zusammenkommen, um Themen zu besprechen und Entscheidungen zu treffen. Eine Ebene darunter bearbeiten kleinere Arbeitsgruppen einzelne Themen. Eine erste, die AG Kommunikation, entstand gleich aus der Mitte des Beirats um Thomas Grupe vom Medienhaus Lüneburg. Diese AG möchte kurzfristig eine Strategie entwickeln, um klarer und schneller zu kommunizieren, welche Shopping-Möglichkeiten es aktuell trotz Pandemie in der Innenstadt gibt.

Förderung bis zu 10 000 Euro

Ein positives Zeichen gibt es zudem aus der Politik. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat sich positiv zu zwei Förderrichtlinien ausgesprochen. Zum einen möchte die Stadt Hauseigentümer bei der Umwandlung von Nutzfläche zu Wohnraum unterstützen. So könnte die eine oder andere Wohnung zusätzlich entstehen, vor allem aber auch die Innenstadt belebt werden. Eine Förderung von bis zu 10 000 Euro (10 Prozent der Gesamtinvestition) ist möglich.

Zum anderen ist an eine „Förderung von Gewerbetreibenden zur Erstausstattung oder Grundsanierung von Geschäftsräumen und zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten“ gedacht. An Details werde noch gearbeitet. Ziel sei es, Gewerbetreibende zu unterstützen, wenn sie unter den erschwerten Bedingungen Geschäfte neu eröffnen oder umbauen wollen. lz

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