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So will Prerow Schmierereien an Wänden den Kampf ansagen


Schmierereien sagt das Ostseebad Prerow den Kampf an. Geschehen soll das mit einem Wettbewerb des Kur- und Tourismusbetriebs. Denn gegen ansprechende Werke auf Wänden von Bushaltestellen oder Sanitärgebäuden haben weder Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) noch Kurdirektor Friedrich Schweitzer etwas einzuwenden.

Dadurch konnten Schmierereien vor allem auf Buswartehäuschen in der Vergangenheit zurückgedrängt werden. So entstand ein Werk auf dem Wartehäuschen an der Bushaltestelle Hafenstraße. Die Schmierereien am Unterstand nahe der Klinik verschwanden unter einem Spezialanstrich, der das Entfernen neuer Graffiti vereinfachen soll.

Mehr Raum für Ästhetik

Zuletzt hatten es die Sprayer auf die Toilettengebäude im Bereich der Dünen abgesehen. Die Gebäude werden dem Bürgermeister zufolge immer wieder verunstaltet. Mit dem Wettbewerb sollen die Aktivitäten zurückgedrängt werden und „der künstlerischen Ästhetik mehr Raum gegeben werden“, so Friedrich Schweitzer in einer Mitteilung.

Mit ins Boot geholt hat sich der Prerower Kur- und Tourismusbetrieb die Betreiberin des Sportstrandes Prerow, Kathrin Borgwardt, sowie die Nationalparkverwaltung. Motto des Wettbewerbs ist: Natur Natur sein lassen.

Jury kürt Siegerbild

Jeweils bis zu fünf Entwürfe ihrer Arbeiten können die Teilnehmer für den Wettbewerb bis Ende Juni per E-Mail einreichen. Das von einer Jury – bestehend aus der Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop, einer Vertreterin beziehungsweise der Vertreters der Marketingabteilung des Prerower Kurbetriebes, dem Bürgermeister des Ostseebades sowie einem Mitglied des Nationalparkamtes – zum Sieger gekürte Werk soll schließlich das Sanitärgebäude am Sportstrand zieren. Außerdem werden die 20 besten Entwürfe in einer Ausstellung der Partner des Nationalparkamtes zu sehen sein. Die genaue Ausschreibung des Wettbewerbs kann im Internet unter www.sportstrand-prerow.de eingesehen werden.

Schon ganz gespannt auf die Teilnehmer ist Bürgermeister René Roloff. Gelockt werden die Graffiti-Künstler mit attraktiven Preisen. Außer dem Anbringen des Siegerwerkes am Sportstrandgebäude kann sich die Gewinnerin oder der Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro freuen. Dazu gibt es einen einwöchigen Aufenthalt in Prerow für zwei Personen inklusive Eintritt zu allen Veranstaltungen und dem Cartoonair am Meer. Damit nicht genug, ein Kitesurfkurs sowie ein Floß-Charter gehören ebenfalls zum Hauptgewinn.

Wettbewerb mit Nebeneffekt

Für den Bürgermeister ist der Wettbewerb, erdacht vom Prerower Kurdirektor, nicht nur ein aktiver Beitrag, solche Schmierereien zurückzudrängen, sondern auch eine Bereicherung für den Ort. Gerade das Wettbewerbsmotto „Natur Natur sein lassen“ lasse Beiträge mit regionalem Bezug erwarten. Dass mit solchen Bildern die Verunstaltungen hoffentlich weniger würden, „ist ein schöner Nebeneffekt“.

Außerdem könne das auch ein Start sein, weitere Sanitärgebäude hinter der Düne künstlerisch aufzuwerten. In anderen Kommunen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind bereits professionelle Graffitikünstler im Einsatz gewesen. So wurden unter anderem in Born Stromkästen und Trafohäuschen mit Motiven aus der Natur verziert.

Wirtschaftliche Belastung durch Schmierereien

Laut der Leiterin des Sportstrandes sind Graffiti Bilder oder Schriftzüge, die auf Gebäuden, Brücken oder anderen Oberflächen in irgendeiner Weise gekratzt, gekritzelt, gemalt oder markiert sind. Graffiti können alles sein, von einfachen Worten bis hin zu kunstvollen Wandgemälden. Es wird jedoch auch als Vandalismus angesehen und kann in ungenutzten oder verlassenen Gebieten ein Dorn im Auge und eine wirtschaftliche Belastung sein.

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Von Timo Richter

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