Start day-news Malerei von Alexander Dettmar in Güstrow: „Glaube an die Kraft der Farbe“

Malerei von Alexander Dettmar in Güstrow: „Glaube an die Kraft der Farbe“


Ob nun geplant oder nicht – die Eröffnung seiner neuen Ausstellung fiel genau auf den 68. Geburtstag von Alexander Dettmar. Allen Beteiligten war am Freitag in der Güstrower Wollhalle klar, dass die Ausstellung wegen des verschärften Lockdowns in MV ab Montag wieder schließen würde.

Trotzdem wurde die Eröffnung planmäßig abgehalten und am Wochenende war immerhin der Besuch möglich. „Wir waren hungrig nach Kultur“, sagte der Maler bei der Ausstellungseröffnung.

„Ich glaube an die Kraft der Farbe“

Eine Zeit der künstlerischen Enthaltsamkeit war es freilich für Alexander Dettmar nicht. Der Maler und Barlachpreisträger hatte seiner Ausstellung einen optimistischen Titel gegeben: „Ich glaube an die Kraft der Farbe“. Drei Grundthemen bestimmen diese Schau, die der Künstler selber kuratiert hat. Es sind Architekturmotive, Blumenstillleben und Clowns.

Die meisten der 61 Arbeiten sind sehr farbenprächtig geraten, besonders viele Rottöne bestimmen die Werke. Zu sehen ist auch das Bild der zerstörten Güstrower Synagoge, die Dettmar 1994 auf einem Werk verewigt hatte. Zu sehen sind unter anderem die Wartburg bei Eisenach oder das Kröpeliner Tor in Rostock.

Statische Arbeiten, heitere Clownsbilder

Diesen recht statisch wirkenden Arbeiten stehen die heiteren Clownsbilder gegenüber, die pure Lebensfreude ausstrahlen. Da scheint sich auch ein bisschen das Naturell des Malers widerzuspiegeln – eine verschmitzte und gleichzeitig muntere Art des Künstlers. Und das entspricht durchaus dem Geist dieser Ausstellung: „Ich möchte das Positive zeigen“, sagt der Maler in Hinblick auf die Corona-Pandemie.

„Wir blenden das aber auch nicht aus“, fügte Dettmar hinzu. Diese Ausstellung ist eben wie eine kleine Flucht in eine Bilderwelt. Denn gleich nebenan in der Güstrower Wollhalle ist übrigens das Corona-Testzentrum der Stadt untergebracht.

Malerrucksack immer dabei

Der 1953 in Freiburg im Breisgau geborene Maler gehört heute zu den bekannten deutschen Plenairmalern. Der weit gereiste Künstler hat seinen Malerrucksack übrigens immer bei sich. Seitdem er 1995 den Barlachpreis bekam, hat Alexander Dettmar eine besondere Beziehung zu Güstrow. Er hätte nie gedacht, dass er auch mal Blumenstillleben malen würde, bekannte der Künstler auch.

Nun, im leicht fortgeschrittenen Alter, hat Alexander Dettmar wirklich Freude daran. „Wir sind froh, dass wir hier so viele Premierenbilder haben“, sekundierte Anett Grabbe, Abteilungsleiterin Kultur der Stadt Güstrow, die die Schau eröffnete. So erblicken viele Werke von Alexander Detmar in diesem Zuge erstmals das Licht der Öffentlichkeit. Viele Clownsbilder entstanden zum Beispiel im Jahr 2020.

Ausstellung war bis Mitte Juni geplant

Geplant war die Ausstellungsdauer in Güstrow bis zum 13. Juni. Nach dem Eröffnungswochenende schlossen sich allerdings die Pforten der Wollhalle wieder. Trotzdem lassen alle Beteiligten den Mut nicht sinken. Anett Grabbe sieht trotz der nun verordneten Schließzeit immer noch eine Perspektive für die Dettmar-Ausstellung.

„Wir planen, über die Schau ein Video zu drehen und online anzubieten“, so Grabbe. Und zeitlich ist nach hinten raus noch Luft: Die Stadt könnte die Ausstellungslaufzeit bis weit in den Sommer hinein verlängern.

Von Thorsten Czarkowski

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