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Lange Reha nach Kreuzbandriss: Sabine Lisicki will noch einmal in Berlin Tennis spielen – Sport



Sabine Lisicki ist zurück im Steffi-Graf-Stadion. Allerdings nicht als Tennisprofi, sondern als Fernsehexpertin. Für den Sender „ServusTV“ analysiert sie die Spiele beim neuen Rasenturnier in Berlin.

Viele Fans in ihrem Heimatklub hätten sie gern selbst auf dem Platz spielen sehen, aber davon ist Lisicki noch weit entfernt. Im November des vergangenen Jahres zog sie sich beim Turnier in Linz einen Kreuzbandriss zu. Besonders bitter: Sie war erst wenige Monate wieder unterwegs auf der Tour, nachdem sie zuvor am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war und lange pausieren musste.
In Berlin strahlt Lisicki wie eh und je. Sie wirkt entspannt und in sich ruhend. „Mir geht’s sehr gut. Es geht beständig bergauf“, sagt sie. Auch wenn die Reha nach so einer schwierigen Verletzung „ein langer Prozess“ sei. Aber man müsse sich immer vorwärts kämpfen.

An ihrem Comeback arbeitete sie zuletzt in München, eine Prognose, wann sie wieder auf dem Platz stehen kann, möchte die 31 Jahre alte Wahlberlinerin aber nicht abgeben. „Im Moment bin ich schmerzfrei, aber joggen kann ich noch nicht wieder“, sagt sie. Sie selbst rechnet nicht damit, vor dem Jahresende wieder Tennis spielen zu können.

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Immerhin ist ihre Meinung gefragt, nicht nur bei „ServusTV“, sondern zuvor auch schon beim „Tennischannel“. Dort hat sie die Zuschauer auch mitgenommen auf ihrem Weg zurück auf die Tour. An Aufgabe oder ein Karriereende habe sie nie wirklich gedacht, denn „Tennis ist meine Leidenschaft.“

In der Weltrangliste steht sie derzeit nur noch auf Platz 642

Wobei in ihrem Falle das Tennis tatsächlich auch viele Leiden geschaffen hat. 2013 ging ihr Stern so richtig auf, als sie in Wimbledon bis ins Finale stürmte. Danach allerdings lief es sportlich immer weniger gut, dazu kamen private Probleme, die vom Boulevard genüsslich ausgeschlachtet wurden.

Die Frauentour WTA führt Sabine Lisicki aktuell nur noch als Nummer 642 der Weltrangliste, bis auf Platz zwölf hatte sie es einst geschafft. Sie selbst sagt: „Ich möchte nicht in der Vergangenheit hängen, sondern nach vorne schauen. Wenn ich wieder trainieren kann, werde ich überglücklich sein.“

Was danach möglich ist, darüber will sie sich im Moment keinen Kopf zerbrechen. Stattdessen redet sie lieber über das Turnier auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß Berlin, in dem sie selbst Mitglied ist. Dass an der Hundekehle die Favoritinnen früh gescheitert sind, findet sie nicht ungewöhnlich. „Es ist die erste Woche auf Rasen, und der Wechsel von Sand zuvor ist schon erheblich“, sagt sie und ergänzt: „Da gibt es immer Überraschungen.“

Auch bei Angelique Kerber habe sie durchaus gute Ansätze gesehen. „Sie hat in der ersten Runde unfassbar gut gespielt“, sagt sie. Das Match danach gegen Victoria Asarenka sei „qualitativ hochwertig“ gewesen. Man könne erkennen, dass Rasen ihr Lieblingsbelag sei. Deshalb sei in Wimbledon für Kerber „alles möglich“, zumal sie sich in der kommenden Woche in Bad Homburg weiter in Form bringen könne.

In Berlin auf Rasen zu spielen, ist Lisickis großer Traum

Ein bisschen Wehmut kommt bei Sabine Lisicki dann doch auf. Rasen ist schließlich auch ihr Lieblingsbelag. Fünfmal stand sie in Wimbledon mindestens im Viertelfinale und das nun quasi zuhause ein Turnier auf Gras stattfindet, ist ein zusätzlicher Ansporn.
„Hier bei Rot-Weiß habe ich 2013 nach dem Wimbledon-Finale Interviews gegeben“, erinnert sie sich. Sie habe damals immer wieder betont, wie schön sie es fände, wenn es eines Tages im Steffi-Graf-Stadion wieder ein richtiges Profi-Turnier geben würde. Jetzt ist das Wirklichkeit geworden – und dann auch noch auf Rasen.

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Nächstes Jahr würde sie gern wieder selbst dabei sein. Dass ihr die Turnierveranstalter eine Wildcard geben würden, daran besteht kaum ein Zweifel. Und dann sind womöglich auch die Tribünen komplett gefüllt, es ist ein Ziel auf das es sich hinzuarbeiten lohnt. „Ich will nicht zu früh zurückkommen“, sagt sie und es klingt wie eine Mahnung an sich selbst. Wer als Profisportler seinem Beruf so lange nicht nachgehen konnte, braucht viel Geduld. Das weiß Lisicki und sie weiß auch, wie es ist, nach langer Pause wieder spielen zu können.

Jetzt gelte es für sie, erst einmal wieder so richtig fit zu werden. „Die Reha ist manchmal wie eine Achterbahn, da gibt es auch Rückschritte“, sagt Lisicki. Dass sie als Fernsehexpertin immerhin schon wieder nah dran ist am Tennis, bringe ihr großen Spaß. Eigentlich sollte sie bei „ServusTV“ nur einen Tag mitmachen, „aber jetzt bin ich das ganze Turnier dabei. Die waren glücklich mit mir und ich bin es auch“, erzählt sie.

Und sie ist auch nah dran am großen Traum – der Rückkehr als Tennisspielerin ins Steffi-Graf-Stadion. „Nächstes Jahr dann im Turnier“, sagt Sabine Lisicki noch. Sie war und ist schließlich eine Kämpferin.

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