Start day-news In Usedom: Eiserne Liebesgeschichte begann auf dem Rummel

In Usedom: Eiserne Liebesgeschichte begann auf dem Rummel


Inge und Wilfried Schulz sind am heutigen 21. September 65 Jahre verheiratet. Das „Usedomer Mädel“ war gerade 18, als es sich in den vier Jahre älteren schmucken Schmied verliebt hat. Er war im Kreis Stolp, im heutigen Polen, geboren worden und lebte damals mit seinen Eltern und sechs Geschwistern in Wilhelmshof nahe Usedom. „Es war der Rummel in der Wässering“, erinnert sich die 83-Jährige an eine offenbar besonders einprägsame Episode. Sie sei mit dem Kettenkarussell gefahren, er, übermütig, im Sitz hinter ihr. Da hatten sie ihren Spaß. „Wir haben nichts anbrennen lassen. Damals konnte man in Usedom fast an jedem Wochenende irgendwo tanzen gehen.“ In jungen Jahren war Wilfried Schulz als aktiver Sportler sogar auch Mitglied in einer Akrobatikgruppe.

Viele Jahre hindurch treue OZ-Zusteller

Der heute 87-Jährige hat in den Leuna-Werken gearbeitet und später viele Jahre bei der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) in Stolpe und bei der ZBO in Usedom. Seine Frau hat im Usedomer Kindergarten Geld verdient und später in der Teppichknüpferei und in der Strandkorbfabrik gearbeitet, die damals noch eine Zweigstelle in der Inselstadt hatte. Viele Jahre haben die beiden in Usedom auch den Altstoffhandel betrieben und später im Morgengrauen noch jahrelang die OOSTEE-ZEITUNG zugestellt.

Ein arbeitsreiches Leben also. „Das stimmt. Mein Mann hat immer dafür gesorgt, dass genügend Geld im Haus war“, sagt seine Ehefrau bescheiden. Sie haben drei Kinder großgezogen, mit denen sie oft und gern in den Urlaub gefahren sind. Bis heute schwärmt Inge Schulz von der Sächsischen Schweiz. Bei den Reisen hat ihnen ihr Trabi stets gute Dienste geleistet.

Erinnerungen an Verwandte und gemeinsame Erlebnisse

Mit Hilfe von Freunden, Kollegen und zum Teil der Kinder haben sie in der Peenestraße ein Haus bauen können, in das sie 1984 eingezogen sind. Nun, nach 37 Jahren, rüsten die beiden notgedrungen zum Auszug in eine altersgerechtere Wohnung. Abgesehen davon, dass bei so einem Schritt sowieso vieles zu bedenken und zu räumen ist, merkt man der 83-Jährigen an, wie tief sie beim Betrachten der alten Dinge in Gedanken versunken ist. Da sind ungezählte Erinnerungen an Kinder und Enkel und an Reisen, die sie nach der Wende mit ihrem Mann auch nach Österreich, Italien und Tschechien unternommen hat. Davon können die Jubilare nun an ihrem Lebensabend zehren.

Am Sonnabend wollen die „Eisernen Eheleute“ mit ihrer Familie im Usedomer „Roseneck“ auf die vielen Jahre anstoßen, in denen sie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit aneinander am meisten geschätzt haben. Neben den Kindern gehören heute sieben Enkel, 15 Urenkel und ein Ururenkelkind dazu. Herzlichen Glückwunsch!

Von Ingrid Nadler

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