Start day-news Greifswalder erforschen Folgen von Corona-Erkrankungen auf die Niere

Greifswalder erforschen Folgen von Corona-Erkrankungen auf die Niere


Corona-Erkrankungen wirken sich auch auf das „Klärwerk“ des Körpers aus. Das ist bereits erwiesen. Aber wie genau? Ob Nierenkrankheiten eine Folge sind und wie diese früh diagnostiziert werden können, wollen Forscher der Greifswalder Unimedizin unter Leitung von Prof. Nicole Endlich in Kooperation mit Partnern des Nordverbunds „Save the Kidney“ herausfinden. Sie arbeitet am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Ein Greifswalder Partner ist der Professor für funktionelle Genomforschung, Uwe Völker.

„Unser Ziel ist es, Biomarker für mögliche Erkrankungen zu finden“, erläutert Endlich. Das wäre ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu besserer Prävention. Der Traum der Professorin: Jeder kann mithilfe seines Urins und eines Teststreifens herausfinden, wie es um die Nierenfunktion steht. Die Erkrankung dieses „vergessenen Organs“ macht sich meist erst spät im Befinden, zum Beispiel durch Müdigkeit bemerkbar. Dann ist es oft schon zu spät für eine wirksame Behandlung. Dialyse ist kein Allheilmittel. Die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb von fünf Jahren.

Ergebnisse schnell in die Praxis überführen

Professorin Nicole Endlich erforscht Erkrankungen der Niere. Auf dem PC-Bildschirm ist eine Zebrafischlarve zu sehen, die dafür genutzt wird
Quelle: Christopher Gottschalk

Zehn Prozent der Deutschen haben eine Nierenerkrankung, in Vorpommern sind es sogar 17 Prozent, Tendenz steigend. „Ich befürchte einen starken Anstieg infolge der Corona-Pandemie“, so Endlich. „Wir wollen unsere Ergebnisse möglichst schnell in die Praxis überführen“. Forschung sei kein Selbstzweck. Darum wird mit Hochdruck nach Medikamenten für Nierenerkrankungen gesucht, die es bisher nicht gebe.

Zur Bestimmung der exakten Funktionsfähigkeit des Organs entwickelte die Unimedizin ein Verfahren, das die von Nicole und Tim Endlich 2020 gegründete Firma Nipoka anbietet. Das ist auch für Medikamentenentwicklung wichtig. Die Auftragslage von Nipoka sei sehr gut, so die Professorin. Sie bringe Entwicklern erhebliche Zeitersparnisse. Tierversuche können vermieden werden.

Für die Pilotstudie zur Etablierung einer molekularen Diagnostik von Nierenerkrankungen infolge von Covid-19 gibt das Land 500 000 Euro. Den Scheck überreichte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) persönlich. Er löste damit ein schon vor einem Jahr gegebenes Versprechen ein.

Von Eckhard Oberdörfer

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