Start day-news Divitzer schenkte Barther Kirchenbibliothek 25 Inkunabels

Divitzer schenkte Barther Kirchenbibliothek 25 Inkunabels


Die schon 1393 erstmals erwähnte Büchersammlung der Barther Marienkirche ist die älteste deutsche Pfarrbibliothek, die sich bis heute am gleichen Ort befindet. Der erhaltene Bestand umfasst etwa 4.000 Bände. Zu den Stiftern gehörte auch der kunstsinnige Pommernherzog Philipp II. (1573 bis 1608). Der Reformator der Stadt, Johannes Block (1470/80 bis 1545), war ein besonders großer Schenker. Der Rest seiner im 30-jährigen Krieg durch Plünderungen stark dezimierten Bibliothek umfasst immer noch 123 Bände. Darunter sind acht Handschriften und 48 Inkunabeln, also vor 1.500 entstanden Drucke.

Ein höchstwahrscheinlich aus Divitz stammender Geistlicher zählt ebenfalls zu denen, die den Bestand der Marienkirche bereicherten. Darüber berichtete der Berliner Bibliothekar Jürgen Geiß-Wunderlich in seinem Vortrag während des vierten Barther Bibliotheksgesprächs im Hotel „Stadt Barth“. Stifter Johannes Divitz wurde 1458 an der gerade erst seit zwei Jahren bestehenden Universität Greifswald immatrikuliert. Er wird in der Matrikel als dominus, also Herr bezeichnet. In Greifswald wurde er zwei Jahre später zum Bakkalaureus promoviert.

25 Inkunabeln für die Bibliothek

Johannes Divitz lässt sich nach seinem Studium 1474 erstmals in Barth als Priester nachweisen. 1507 wird der Geistliche als Mitglied der Barther Bruder- und Schwesternschaft St. Christoph erwähnt, die Laien und Priester vereinigte. Drei Jahre später verstarb Johannes Divitz. Für Jürgen Geiß-Wunderlich verkörpert er idealtypisch einen reformorientierten, spätmittelalterlichen und hochgebildeten Geistlichen. Davon lege seine Bibliothek Zeugnis an.

Zehn, durch Schenkungsvermerk als zu seinem Besitz gekennzeichnete Bücher des Johannes Divitz das höre sich erst einmal nicht besonders viel an. Aber sieben Exemplare sind Sammelbände. 8.340 Seiten müsse man erst einmal lesen.

„Zur Bibliothek des Johannes Divitz gehören 25 Inkunabeln und eine Handschrift“, beschrieb Geiß-Wunderlich die Bibliothek. Zu dessen Besitz gehörten theologische Werke auf „höchstem Niveau“. Ob Divitz diese Bücher tatsächlich gelesen hat, ist offen. Es fehlen jedenfalls viele Anmerkungen in diesen Druckwerken.

Auch die Kirchengeschichte und der praktischen Moraltheologie gehörten zu den Interessengebieten des Johannes von Divitz. Seine Bücher wurden in aller Regel nicht in Nordeuropa gedruckt. Es gab im Mittelalter schon einen gut funktionierende Buchhandel, der seine Kunden auch mit viele hundert Kilometern vom Heimatort entfernt entstandenen Produkten, zum Beispiel aus Basel oder Venedig, versorgte.

Von Eckhard Oberdörfer

Must Read

Dank Treffer von Borna Sosa: VfB Stuttgart beendet gegen Mainz 05 Sieglos-Serie

Aufatmen beim VfB Stuttgart: Nach zuvor sechs Pflichtspielen ohne Sieg gelang der Mannschaft von Trainer...

Adele führt erneut Doppelspitze der Charts an

Baden-Baden. Superstar Adele führt mit ihrem Album „30“ und ihrer Single „Easy On Me“ die Doppelspitze der deutschen Album-...

Strom- und Gaspreise: Es geht ungebremst nach oben

Frankfurt/Main. Die Verbraucher müssen sich fürs neue Jahr auf beispiellose Preiserhöhungen bei Strom und Gas einstellen. So wird der Brennstoff fürs Heizen und...

„Afghan Girl“: Ungefragte Ikone (nd aktuell)

Foto: dpa/epa/Hedayatullah Amid Sie ist das Gesicht der afghanischen Flüchtlinge seit den 1980er Jahren: Scharbat Gula, das paschtunische Mädchen mit den stechend grünen Augen,...

Achtung – Schneewalze rollt an: Wetterdienst gibt Warnung raus

Der erste Schnee in Deutschland ist schon da und jetzt wird es auch in Niedersachsen und Bremen ungemütlich. Am Wochenende kann es schneien...