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Winter-Wetter in Deutschland: Fehlendes Meereis begünstigt Polarwirbelsplit


  • Lisa Klein

    VonLisa Klein

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Laut Wetter-Experten sorgt in diesem Winter ein Polarwirbelsplit für arktische Kälte in Deutschland. Der Grund: Es gibt immer weniger Meereis.

Wie das Wetter im Winter 2021/2022 in Deutschland wird, hängt vor allem vom Polarwirbel ab. Der Polarwirbel bildet sich jeden Herbst über dem Nordpol, hat einen Durchmesser von rund 1.000 Kilometern, misst Temperaturen von bis zu minus 80 Grad und beeinflusst das Winter-Wetter in Mitteleuropa. Ist der Polarwirbel stabil, bleibt die arktische Kälte eher gebündelt über dem Nordpol. Ist er allerdings geschwächt, kann die Eiseskälte austreten und bis nach Deutschland strömen.

Da es durch den Klimawandel immer weniger Eis* gibt, welches die Meere bedeckt, ist der Polarwirbel geschwächter denn je. Und je schwächer der Wirbel ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er sich spaltet – dieses Phänomen wird Polarwirbelsplit genannt. Sollte dieser Fall eintreten, ermöglicht der Split, dass eiskalte, arktische Luft aus dem Polarwirbel ausströmen kann. Laut den Wetter-Experten ist es aufgrund des fehlendes Meereises sehr wahrscheinlich, dass genau dieser Fall in diesem Jahr eintreten wird und uns ein Polarwirbelsplit einen eisigen Winter 2021/2022 beschert, wie *echo24.de berichtet.

Polarwirbelsplit im Winter 2021/2022 wahrscheinlich – zu wenig Meereis in der Arktis

Die Ausdehnung des arktischen Meereises erreichte in diesem Jahr am 16. September mit 4,72 Millionen Quadratkilometern ihr Minimum, wie das US-amerikanische National Snow and Ice Datenzentrum (NSIDC) mitteilte. Das waren immerhin 1,54 Millionen Quadratkilometer mehr als im bisherigen Negativrekord-Jahr 2012, heißt es auf meereisportal.de. Dennoch ist die Fläche des Meereises verhältnismäßig sehr klein. Es sei der zwölftniedrigste Stand einer 43 Jahre alten Satellitenerfassung, sagte das NSIDC, wie wetter.de berichtet.

Auch das amerikanische Wettermodell (NOAA) prognostiziert inzwischen einen immer kälteren Winter 2021/2022 – die Hoffnungen auf Weiße Weihnachten 2021* und allgemein jede Menge Schnee in den nächsten Monaten steigen damit. Vor wenigen Wochen hat das NOAA-Modell noch einen zu warmen Winter vorausgesagt – nun hat sich diese Prognose nicht nur für Deutschland, sondern inzwischen für ganz Europa geändert.

Winter Wetter in Deutschland: Wenig Meereis begünstigt Polarwirbelsplit

„Der Dezember könnte europaweit völlig normal temperiert ausfallen, also nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm“, erklärt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net mit Blick auf das NOAA-Modell. Das dürfte dennoch einen verhältnismäßig kalten Winter bedeuten, denn in den letzten Jahren sind die Wintermonate zu warm ausgefallen. Durchschnittliche Winter-Temperaturen dürften uns mittlerweile wohl ordentlich zum Bibbern bringen.

Polarwirbel

Auf unserer Erde gibt es zwei Polarwirbel: Einen über der Arktis und einen über der Antarktis. Die Polarwirbel bilden sich im Herbst und lösen sich im Frühjahr wieder auf. Sie drehen sich entgegen der Drehrichtung der Erde. Auf das Wetter in Mitteleuropa hat der Polarwirbel über dem Nordpol Einfluss.

Wie sich der Polarwirbel entwickelt, wann und ob es überhaupt zu einem Split kommt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Sicher ist nur, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Polarwirbel über der Arktis sich spaltet, je weniger Meereis vorhanden ist. Mit Blick auf die geringe Menge an Eis stehen in diesem Jahr die Chancen gut und es könnte ein arktischer Winter auf Deutschland zukommen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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