Start day-news Warnstreik an 28 Berliner Schulen: Lehrer protestieren vor der SPD-Zentrale - Politik

Warnstreik an 28 Berliner Schulen: Lehrer protestieren vor der SPD-Zentrale – Politik



Rund 650 Personen haben nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwochmittag an einer Demonstration vor der Berliner SPD-Zentrale teilgenommen, die parallel zu einem eintägigen Warnstreik von Lehrern stattgefunden hat. Ob jeder der Teilnehmer auch zugleich Lehrer war, konnte der GEW-Sprecher nicht sagen. An insgesamt 28 der rund 700 öffentlichen Schulen in der Hauptstadt haben am Mittwoch angestellte Pädagogen ihre Arbeit niedergelegt. Wie viele Lehrer insgesamt sich an dem von der GEW ausgerufenen Warnstreik beteiligt haben, konnten am Mittwochmittag weder der GEW-Sprecher noch ein Sprecher der Senats-Bildungsverwaltung sagen.

Die GEW fordert den Abschluss eines Tarifvertrags zum Gesundheitsschutz, in dem die Klassengröße an allgemein- und berufsbildenden Schulen verbindlich festgeschrieben wird. Die Senatsverwaltung für Finanzen lehnt die Forderung ab, weil „sie in die organisatorische Entscheidung der Arbeitgeberin Land Berlin eingreift“.
Am Otto-Nagel-Gymnasium in Biesdorf haben nach Angaben der Schulleiterin Dana Wolfram 14 der insgesamt 70 Lehrer an dem Warnstreik teilgenommen. Rund die Hälfte der 70 Pädagogen sind angestellt. Nur Angestellte dürfen streiken.

„Die ersten drei Unterrichtsblöcke bis 13.30 Uhr können wir durchziehen“, sagte Wolfram am Mittwochvormittag dem Tagesspiegel, „aber beim vierten Block wird das nicht komplett möglich sein.“ Die Ganztags-Betreuung der Schüler sei aber gewährleistet. Eltern hätten vor allem Sorge gehabt, dass ihre Kinder nicht die ganze Zeit betreut würden, sagte die Schulleiterin. „Wir haben die Situation relativ gut kontrolliert.“

Erschwert worden sei die Lage allerdings durch den Krankenstand. Fünf Lehrer hätten am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen keinen Unterricht halten können. Zur Intention des Streiks sagte sie, „dass 32 bis 33 Schüler pro Klasse an Gymnasien rein räumlich eine Zumutung sind“. Es wäre schön, wenn man einen Schüler, der den Unterricht störe, in eine Bank setzen könne, an der es keinen Nebensitzer gebe. Das sei aber nicht möglich. „Das wäre aber eine Erleichterung.“ Die streikenden Lehrer wollten, sagte Wolfram, auf die Situation aufmerksam machen. „Wir haben ja durch Zuzug noch mehr Schüler.“

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Norman Heise, der Vorsitzende des Landeselternausschusses, steht dem Streik eher distanziert gegenüber. „Jede Minute Unterricht, die ausfällt, ist nicht gut, weil man wegen Corona viel Stoff aufholen muss“, sagte er. Vor diesem Hintergrund sei der Streik „ungünstig“. Heise monierte auch den Umstand, dass der Streik kurzfristig angekündigt worden war. „Für einige Eltern ist es bestimmt schwierig, innerhalb von zwei Tagen eine Betreuung für ihre Kinder zu besorgen.“ Von Eltern fordere man aber gleichzeitig Solidarität ein. Heise sagte aber auch, „dass wir zumindest nicht wollen, dass die Klassen noch größer werden“.

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