Start day-news Tropen-Zoo auf Usedom in Corona-Not: So kann geholfen werden

Tropen-Zoo auf Usedom in Corona-Not: So kann geholfen werden


Seit sieben Monaten hat der Bansiner Tropenzoo pandemiebedingt keinen Besucher mehr gesehen. Nun ist der kleinste Zoo im Land in Not: „Leider ist es nun nicht mehr möglich, die Kosten noch mehr runter zu fahren. Die Aufwendungen für Futter, Strom, Personal und Pacht laufen weiter. Alle Tiere müssen täglich versorgt werden. Jeden Monat fallen Kosten um die 14 000 Euro an. Bei den Futterkosten liege ich täglich bei 400 Euro“, sagt Tropenzoo-Chef Bernd Thews.

Nur dank eines Kredites kann er den Zoo mit seinen 150 Tieren noch am Laufen halten. „Wir fallen leider durch das Raster der derzeit laufenden Wirtschaftshilfen“, so Thews.

Hilfe für den kleinsten Zoo

Wegen der prekären Lage der Usedomer hat nun der Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern einen Hilfe-Rundruf gestartet, um den kleinsten Zoo zu retten. Im Gegensatz zu den größeren Tierparks verfügt der Usedomer Zoo kaum über Außengehege und muss dementsprechend ohne Gäste auskommen.

„Wir sind ein Sonderfall mit großer Inneneinrichtung“, so Thews. Auf gut 1500 Quadratmetern leben hier Insekten, Amphibien, Reptilien, exotische Vögel, Nagetiere und Färberfrösche, die mit gerade mal sechs Zentimeter zu den kleinsten Tieren im kleinen Zoo zählen.

Der Wolgaster Tierparkleiter Mirko Daus, Mitglied des Vorstandes des Landeszooverbandes, rief landesweit auf, zu helfen. Möglichkeiten gebe es genug: „Ob mit kleinen Zuwendungen, einem Geldbetrag, Futterspende oder einer Patenschaft. Auch in Zukunft soll es für Urlauber, Einheimische und vor allem für Kinder die Möglichkeit geben, all diese exotischen Tiere zu bestaunen“, so Daus. Der Bansiner Tropenzoo ist auch eine Bildungseinrichtung, betont Thews.

Eine Schubkarre mit Obst und Gemüse

Der Aufruf zeigt schon Wirkung: Mehrere Futterspenden sind bereits eingegangen. „Zwei Hoteliers haben sich gemeldet, die uns mit Obst und Gemüse unterstützen wollen. Gestern rief ein Mann an, der uns Ananas, Bananen und Zucchini spenden wollte. Eine halbe Stunde später stand er mit einer vollen Schubkarre vor der Tür“, nennt der Zoo-Chef einige Beispiele.

Auch die Gemeinde helfe mit einem Aufruf für Tierpatenschaften. „Auch das läuft gut an. Für einige Affen, Edelpapageien, Kaninchen und Hühner haben wir Paten gefunden, die jährlich dafür einen kleinen Obolus zahlen“, so Thews. Weiteres Geld soll durch Aufträge im gärtnerischen oder handwerklichen Bereich reinkommen, die die Mitarbeiter annehmen.

Nach dem zweiten Lockdown musste Thews Kündigungen aussprechen. „Inzwischen habe ich wieder Mitarbeiter auf geringfügiger Basis beschäftigt. Täglich muss jemand vor Ort sein, allein schaffst du das nicht mehr“, sagt er.

Infos zur Spendenaktion: www.tropenzoo-bansin.de (Button: Wir brauchen Hilfe!)

Von Henrik Nitzsche

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