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Trauerfeier für Tankstellen-Kassierer Alex W. – SWR Aktuell


Rund 400 Menschen haben in Idar-Oberstein Abschied von Alex W. genommen. Der 20-jährige Schüler war am 18. September an seinem Arbeitsplatz – einer Tankstelle – erschossen worden.

Familie und Freunde haben dem getöteten Tankstellen-Kassierer mit einer bewegenden Gedenkfeier in der Messehalle in Idar-Oberstein gedacht. Die Bühne war mit weißen und roten Rosen geschmückt. Dort stand – umrahmt von Kerzen – ein großes Bild von Alex.






Oberbürgermeister: „Schockierende Tat“

Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU) sagte auf der Trauerfeier, die Nachricht vom gewaltsamen Tod von Alex habe in der gesamten Bevölkerung große Fassungslosigkeit, Ohnmacht, Betroffenheit und tiefe Trauer ausgelöst. „Diese Nacht wird für immer in unserer Erinnerung bleiben.“ Frühauf bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihre Arbeit.

„Die schockierende Tat hat alle fassungslos gemacht und hinterlässt in der Gesellschaft eine große Betroffenheit und Trauer – auch über Idar-Oberstein hinaus.“






Mutter: „Hass bringt uns nicht weiter im Leben“

In einer bewegenden Rede dankte die Mutter von Alex W. allen, die ihrem Sohn die letzte Ehre erwiesen. „Corona hat uns irgendwie alle auf eine Weise verändert. Aber ich bin froh, dass die Menschlichkeit dabei nicht auf der Strecke geblieben ist.“

Sie sei so überwältigt und sprachlos über die riesige Anteilnahme. „Die liebevollen Worte, die wunderschönen Karten, all die Spenden. Danke dafür.“ Die Mutter dankte auch ihrer Familie, den tollen Freunden, den besten Arbeitskollegen und allen Menschen, die in den schlimmen Stunden und Tagen an deren Seite standen.

„Hass verbittert nur. Liebe war schon immer stärker als der Hass.“

„Er hätte auch nie gewollt, dass alle wegen ihm traurig sind“, so die Mutter. „Es wäre auch nicht in seinem Sinne gewesen, dass unschuldige Menschen angefeindet werden, wie zum Beispiel die Familie des Täters. Denn auch sie sind nur Opfer. Diese Menschen haben nicht den Abzug gedrückt. Hass bringt uns nicht weiter im Leben. Hass verbittert nur.“

Die Mutter appellierte in ihrer Rede: „Nehmt euer Leben nicht als selbstverständlich. Macht was aus eurem Leben. Sagt den Menschen, die euch am Herzen liegen, dass ihr sie liebt und stolz auf sie seid.“






„Mein Engel, ich werde dich immer lieben und dein Name wird nie in Vergessenheit geraten.“

Friseur singt auf Trauerfeier

Für Benny Engel aus Idar-Oberstein war es der wohl schwerste Auftritt seines Lebens. Er hat bei der Gedenkfeier gesungen. Ihm geht es wie vielen Menschen in Idar-Oberstein. Er kann das Verbrechen an dem 20-Jährigen bis heute nicht wirklich begreifen.

„Es ist eine Tat, die so unbegreiflich ist, weil sie eben komplett sinnlos ist.“






Bitte der Familie von Alex W. gefolgt

Benny Engel ist hauptberuflich Friseur – daneben singt er. Eine gute Freundin der Mutter hat ihn gebeten, zwei Songs zu singen. Unterstützt wurde er von Daisy C. Black. Auch sie lebt in Idar-Oberstein. Sie singt nebenberuflich auf Hochzeiten aber auch Beerdigungen. Sie habe dort gespürt, wie viel Trost ein feierlicher Rahmen den Menschen spenden kann, sagt Black.

„Ich denke, diese Gedenkfeier ist für die Familie aber auch für viele Idar-Obersteiner sehr wichtig. Hier haben sie Gelegenheit, ihrer Trauer Raum zu geben.“






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Stadt Idar-Oberstein und Familie haben Trauerfeier geplant

Die Stadt Idar-Oberstein hat die Gedenkfeier zusammen mit der Familie und Freunden von Alex W. organisiert. Weil der Schüler einen großen Freundeskreis hatte, sollten möglichst viele Menschen Gelegenheit bekommen, von dem 20-Jährigen Abschied zu nehmen.

„Die Familie hat den Wunsch geäußert, gemeinsam mit vielen Menschen an einem Ort um Alex W. zu trauern. Das ist ihnen ganz wichtig.“

Alex W. wurde am 18. September in einer Tankstelle erschossen. Freunde erinnern mit einem Graffito in Idar-Oberstein an den 20-Jährigen (Foto: SWR, Foto Hosser)

Alex W. wurde am 18. September in einer Tankstelle erschossen. Freunde erinnern mit einem Graffito in Idar-Oberstein an den 20-Jährigen.


SWR



Foto Hosser


Diskussion um Corona-Maske in Tankstelle

Alex W. arbeitete als Kassierer in einer Tankstelle in Idar-Oberstein. Dort wurde er am 18. September erschossen, nachdem er einen Kunden auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht hatte.

Tatverdächtig ist ein 49-Jähriger. Der Mann habe die Tat gestanden, hieß es. Der mutmaßliche Täter sagte aus, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne. Zum Motiv habe er angegeben, dass ihn die Situation der Corona-Pandemie stark belaste, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann.

Bier vor der Tat getrunken

Der Verdächtige stand bei der Tat möglicherweise unter Alkoholeinfluss. Er habe angegeben, vor der Tat einige Bier konsumiert zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach.

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