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Timmendorfer Seebrücke nach Barth umgezogen


​Wenn große Baggerschiffe die Fahrrinne zum Nothafen Darßer Ort ausheben, dort tausende Tonnen Sand bewegen, sorgen Mitarbeiter der Deutsch-Dänischen Wasserbau GmbH dafür, dass Schiffe dort nicht auf Grund laufen. Diese Firma plant jetzt Großes in Barth.

Von der Schlei an den Barther Bodden

Auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern im Gewerbegebiet „Am Betonwerk“ entsteht in den nächsten Jahren eine Niederlassung der Firma, wie deren Geschäftsführer Torsten Hauser berichtet. Die Deutsch-Dänische Wasserbau GmbH (DDW) ist 2001 durch Peter-Heinrich Eberhardt und die dänische Rederiet Høj gegründet worden, hat ihren Sitz in Schleswig-Holstein, in Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands. Torsten Hauser ist Geschäftsführer, seit sich Firmengründer Eberhardt zur Ruhe gesetzt hat.

Von der Schlei an den Barther Bodden: Das ist zumindest perspektivisch so angedacht. Ganz aufgeben werde die Firma den Standort in Arnis aber nie, betont Hauser, der in der Nähe von Marlow zu Hause ist. In Barth sollen eine große Halle und ein Bürogebäude entstehen. „Aktuell laufen aber noch die Planungen dafür“, sagt der Geschäftsführer, der in Marlow ein Firmenbüro hat.

Seebrücke vom Timmendorfer Strand nun am Barther Boden

Derzeit sei man dabei, die Fläche im Barther Gewerbegebiet zu befestigen. Ein Stück Heimat der Firma, zumindest weitläufig, wird auf dem Areal Platz finden – die Maritim-Seebrücke vom Timmendorfer Strand, die einem neuen Bauwerk weichen muss. Auch an dem Abriss hat die Deutsch-Dänische Wasserbau GmbH mitgewirkt. Die dort abgetragenen Betonplatten – zwei mal acht Meter große Brückenfelder – hat die DDW als Pflaster für den Hof der neuen Betriebsstätte in Barth verwendet. „Auch das Schild von der Brücke habe ich in Barth liegen. Das bekommt auch einen Platz auf dem Gelände“, erzählt Hauser.

Neuland ist Barth und der Barther Hafen weder für Torsten Hauser noch für die Firma. Im September 2018 ist von deren Mitarbeitern die Zufahrt zum Hafen ausgebaggert worden. Schon da ist es Hausers Wunsch gewesen, mit der Übernahme der Firmenführung perspektivisch einen Standort in MV zu schaffen. Nun wird dieses Vorhaben in Barth realisiert. Wann gebaut wird, könne er allerdings noch nicht sagen. Das hänge von zu vielen Faktoren ab. „Wenn wir schnell sind, können wir dieses Jahr noch anfangen. Ansonsten wird es wohl erst im kommenden Jahr losgehen“, informiert er. Auch, ob gleich das ganze Vorhaben umgesetzt werde, sei noch offen. „Wir müssen gucken, wie sich die Baubranche hinsichtlich der Baupreise entwickelt“, begründet Torsten Hauser.

Mit neuem Standort mehr Mitarbeiter

Aktuell hat das Unternehmen sieben Mitarbeiter – zumindest, was „seinen“ Teil der Firma betrifft. „Seitens der dänischen Reederei sind es 40 Mitarbeiter“, berichtet er. „Die eigenen arbeiten auf den Ponten, sind Ingenieure“, fügt der Geschäftsführer hinzu, der sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen legt. „Beispielsweise arbeiten wir mit der Baltic Bau Barth GmbH aus Barth zusammen“, berichtet er. Er selbst werde mit dem neuen Bürogebäude in Barth dann auch sein Büro in Marlow aufgeben und in die Vinetastadt verlegen. „Und sicher werden dann am neuen Standort auch neue Arbeitsplätze entstehen“, blickt der Geschäftsführer in die Zukunft. 

Denn die geplante Halle habe drei Funktionen. „Für die Reparaturen an unseren vier Schiffen, zur Fertigung von Bauteilen und natürlich brauchen wir auch Lagerfläche“, berichtet der Geschäftsführer der Firma, deren Unternehmensleistungen weitaus mehr umfassen, als „nur“ das eingangs erwähnte Ausheben von Fahrrinnen. So haben Mitarbeiter im vergangenen Jahr den Strand von Dierhagen-Ost aufgespült. In Stralsund ist die Firma am Rückbau der alten Kranbahn beteiligt gewesen.

Von Anja Krüger

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