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Tätersuche nach Brandanschlag auf Ulmer Synagoge – SWR Aktuell


Nach dem Brandanschlag auf die UImer Synagoge fahnden Polizei und Staatsanwaltschaft nach dem mutmaßlichen Täter. Die Politik verurteilt den Anschlag.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge verurteilt. Der „niederträchtige Anschlag“ zeige „das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem wir klar und deutlich entgegentreten“, teilte er in einer Mitteilung des Staatsministeriums von Samstag mit.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) betonte: „Brandsätze gegen Synagogen zu werfen ist widerwärtig.“ Wer versuche, eine Synagoge anzuzünden, den werde die volle Härte des Rechtsstaates treffen. „Wir sind dankbar und froh, dass jüdisches Leben bei uns stattfindet und wollen, dass dieses jüdische Leben bei uns möglichst sorgenfrei und unbeschwert sein kann.“ Deshalb schütze man jüdisches Leben und bekämpfe Antisemitismus entschieden, so der Innenminister. Wie das Staatsministerium mitteilte, wurden die Schutzmaßnahmen in Ulm hochgefahren. Außerdem werde geprüft, ob andere jüdische Einrichtungen im Land aufgrund der aktuellen Situation ebenfalls besser geschützt werden müssten.

Hagel: „Jüdisches Leben gehört zu uns, wie in Ulm die Donau“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Manuel Hagel, teilte mit, die Täter müssten mit der vollen Härte der Gesetze rechnen. Man stehe gemeinsam gegen Antisemitismus. „Jüdisches Leben gehört zu uns, wie in Ulm die Donau und das Münster“, so Hagel. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und der grüne Ulmer Landtagsabgeordnete Michael Joukov-Schwelling verurteilten die Tat in einer gemeinsamen Mitteilung als „feige und verachtenswert“. Jeder Angriff gegen Jüdinnen und Juden oder ihre Versammlungsorte sei ein Angriff gegen das Wertesystem und die Grundwerte der Demokratie.

Zeuge beobachtet Brandanschlag

Laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hatte ein Zeuge am Samstagmorgen gegen 8 Uhr einen Mann beobachtet, der zu Fuß über den Ulmer Weinhof ging. An der Synagoge leerte er eine Flüssigkeit aus einer Flasche auf den Boden. Diese offenbar brennbare Flüssigkeit zündete der Unbekannte an. Der Zeuge verständigte sofort Feuerwehr und Polizei, der Unbekannte konnte fliehen. Nur Minuten später hatte die Feuerwehr die Flammen gelöscht. Der Sachschaden beschränkt sich auf eine verrusste Fassade.

Großfahndung nach Unbekanntem – Polizei sucht Zeugen

Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung nach dem Unbekannten ein, unterstützt von der bayerischen Polizei. Nach Beschreibung des Zeugen ist der Unbekannte etwa 1,80 Meter groß. Er trug einen dunklen Kapuzenpullover und eine weiße Schutzmaske. Außerdem eine blaue Jeans und weiße Turnschuhe mit schwarzen Streifen. Die Polizei bittet auch um Hinweise auf den Unbekannten.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben eine Sonderkommission gebildet, um die versuchte Brandstiftung aufzuklären und den Täter zu ermitteln. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Ein Mann in weißem Anzug - Spurenermittlung an der Ulmer Synagoge  (Foto: SWR, Isabella Hafner)

Ermittler sichern Spuren nach dem Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge.


SWR



Isabella Hafner


Ulmer Rabbi Trebnik geht von gezieltem Anschlag aus

Nach Einschätzung des Rabbiners der Ulmer Synagoge, Shneur Trebnik, handelt es sich nicht um einen spontanen, sondern um einen gezielten Anschlag.

Protestplakate vor der Synagoge

Erst kürzlich waren in Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt Protestplakate vor der Ulmer Synagoge aufgestellt worden. Die Deutsch-Israelische Gemeinschaft Ulm/Neu-Ulm zeigt sich besorgt. Die englischen Worte auf einem Plakat an der Ulmer Synagoge hießen übersetzt: „Freies Palästina – Stoppt das Töten Unschuldiger.“ Ein anderes Plakat zeigte die israelischen Flagge, versehen mit den Worten „Vergesst Eure eigene Geschichte nicht“ in englischer Sprache. Als mutmaßliche Verantwortliche für das Aufstellen der Plakate war eine 32-jährige Frau ermittelt worden.

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