Start day-news Start von "Inspiration4": Charterflug in die Erdumlaufbahn

Start von „Inspiration4“: Charterflug in die Erdumlaufbahn


Stand: 15.09.2021 16:04 Uhr

In der kommenden Nacht soll „Inspiration4“ starten, ein rein touristischer Flug in die Erdumlaufbahn. Die mehrtägige Mission bezeichnet der Kommandant, der Milliardär Isaacman, schon jetzt als historisch.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

„Time“ und Netflix ist diese Reise von vier Zivilisten ins All wichtig genug, um einen sechsteiligen Film daraus zu machen. Die Botschaft lautet: Der Weg zu den Sternen wird für alle geöffnet. Und so spart auch der Mann, der die erste rein touristische Reise in die Umlaufbahn finanziert, nicht mit Superlativen: der Milliardär Jared Isaacman, Gründer des Bezahlsystems Shift4. „Die Geschichte wird ‚Inspiration4‘ als entscheidenden Moment in der Weltraumfahrt festhalten – als wichtigen Schritt der Menschheit, um ihre Berufung im All zu finden“, sagte er.

Arthur Landwehr

Arthur Landwehr
ARD-Studio Washington

„Inspiration4“ heißt dieser Charterflug in einem „Crew-Dragon“-Raumschiff von SpaceX – das gleiche Fahrzeug, mit dem auch Astronauten zur Internationalen Raumstation geflogen werden. Drei Tage lang geht es in rund 500 Kilometern Höhe um die Erde.

„Führungskraft, Hoffnung, Wohlstand und Großzügigkeit“

Vier Menschen, die auf unterschiedliche Weise inspirieren, habe er zusammengebracht, sagt Isaacman. „Wir haben eine Crew versprochen, die die besten menschlichen Qualitäten repräsentiert: Führungskraft, Hoffnung, Wohlstand und Großzügigkeit.“

„Wir haben eine Crew versprochen, die die besten menschlichen Qualitäten repräsentiert“ – Kommandant Jared Isaacman.

Bild: AFP

Führungskraft – das ist Isaacman selbst, der Kommandant an Bord. Hoffnung, das ist die 29-jährige Arzthelferin Hayley Arceneaux. Sie arbeitet in einem Forschungskrankenhaus für krebskranke Kinder und hat selbst als Kind Krebs überlebt. „Ich bin sicher, dass mich meine Reise durch die Krebsbehandlung hierfür vorbereitet hat“, sagt sie. „Der Krebs hat mich stark gemacht, ich fühle mich bereit fürs All.“ Ein Ziel der Reise ist es, Geld für dieses Krankenhaus und die Krebsforschung zu sammeln. 200 Millionen Dollar ist das Ziel.

Chris Sembroski hat seinen Platz mit einem Spendenlos gewonnen. Der Ingenieur und frühere Luftwaffensoldat mit Irak-Erfahrung repräsentiert die Großzügigkeit. „Ich will die Botschaft verbreiten und mehr Menschen inspirieren, ihre Talente zu teilen und gütig zu sein“, sagt er.

Start nach einem halben Jahr Training

Und schließlich Sian Proctor. Die Professorin für Geologie wollte immer ins All. Bei der Astronautenauswahl der NASA fiel sie knapp durch. Im Fernsehen hat sie Wissenschaftssendungen moderiert. Ihren Platz in der Kapsel verdankt sie dem Konzept für ein Onlinegeschäft, das Isaacmans Bezahlsystem einsetzt. Sie steht für Erfolg und Wohlstand. Sie ist zudem die Pilotin dieses Flugs, auch wenn der größte Teil der Reise über Autopilot abläuft. Weltraumfahrt habe sie in ihrer DNA, sagt Proctor. Ihr Vater war Fluglotse für den Apollo-11-Flug zum Mond.

Die Inspiration4-Crew: Sian Proctor, Chris Sembroski, Jared Isaacman und Hayley Arceneaux (v.l.n.r.)

Bild: AP

Seit einem halben Jahr hat die „Inspiration4“-Crew trainiert, um sich vorzubereiten. Unterwegs sollen wissenschaftliche Experimente gemacht werden. Vor allem aber geht es darum, öffentliches Interesse zu wecken. Um Geld für die Krebsforschung zu sammeln und für kommerzielle Raumfahrt zu werben.

Inspiration 4 – erster touristischer Flug in die Umlaufbahn startet heute

Arthur Landwehr, ARD Washington, 15.9.2021 · 09:06 Uhr

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