Start day-news Sportuhr, Fitness-Tracker oder Pulsgurt? Die richtige Pulsmessung für jede Sportart

Sportuhr, Fitness-Tracker oder Pulsgurt? Die richtige Pulsmessung für jede Sportart



Selbst günstige Fitness-Tracker haben inzwischen einen optischen Sensor für den Puls im Alltag und beim Sport an Bord. Lohnt es sich da noch, einen klassischen Herzfrequenzsensor am Brustgurt zu kaufen und zu nutzen? Was sind die Vor- und Nachteile? Was gilt es beim Kauf zu beachten? Wir liefern die Antworten in unserer Kaufberatung.

























Widmen wir uns zunächst der Frage, wie optische Pulsmesser und Brustgurte überhaupt funktionieren respektive wie sie die Herzfrequenz des Nutzers aufzeichnen – denn darin liegen auch die wesentlichen Unterschiede beider Varianten.


Optische Pulsmesser sitzen auf der Gehäuseunterseite von Fitness-Trackern (Bestenliste), Sportuhren (Bestenliste) oder Smartwatches (Themenwelt). Sie liegen direkt auf der Haut auf und messen den Puls des Nutzers. Dabei beleuchten zwei oder mehr LEDs die Blutgefäße am Handgelenk. Das Licht wird dann entsprechend der Menge an Blutvolumen, das durch die Gefäße läuft, entweder reflektiert oder absorbiert. Der optische Sensor nimmt diese Veränderungen des Lichts wahr und berechnet anhand dessen die Herzfrequenz. Aktuelle Geräte messen den Puls entweder kontinuierlich oder in so kurzen Abständen, dass es fast schon an die dauerhafte Messung herankommt.


Der Sensor am Brustgurt ermittelt die Herzfrequenz nicht über die Veränderung des Blutvolumens, sondern über die Messung der elektrischen Aktivität des Herzens. Dazu misst er die entsprechenden Signale und wandelt diese dann in Daten zur Pulsangabe um. Brustgurte messen die Herzfrequenz EKG-genau. Deswegen sind sie beim Profi-Training oder in der Medizin noch immer das Mittel der Wahl.

























Der große Vorteil optischer Pulsmessung ist, dass keine zusätzliche Hardware notwendig ist. Egal, ob günstige Geräte wie das Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht) oder High-End-Uhren wie die Apple Watch Series 6 (Testbericht) – sie bringen alles mit, um die Daten am Handgelenk zu sammeln. Die Aufbereitung erfolgt direkt am Gerät, Apps auf dem Handy reichern die Daten meist weiter an und liefern zusätzliche Informationen. Die Tracker liefern zudem Daten zu Rundenzeiten, zur Anstrengung und lassen sich, zumindest teilweise, mit Trainingsplänen programmieren oder zeichnen die zurückgelegte Strecke per GPS auf.


Bei den Nachteilen fällt zunächst die deutlich kürzere Akkulaufzeit sowie die ungenaueren Messungen auf. Letzteres wird verstärkt durch Störfaktoren, etwa wenn die Uhr nicht fest genug sitzt oder beim Laufen verrutscht. In unseren zahlreichen Tests fiel uns zudem auf, dass die Messung am Handgelenk immer dann versagt (oder zumindest deutlich ungenauer wird), wenn wir Sportarten mit stark wechselnder Pulsfrequenz nachgingen. Krafttraining, HIIT oder Kampfsport sind Beispiele dafür.



Neben optischen Pulssensoren, die in herkömmlichen Sportuhren und Fitness-Trackern integriert sind, sowie Brustgurten mit Herzfrequenzsensor, gibt es außerdem eine Reihe von Sondermodellen. Polar bietet etwa mit dem Variety Sense einen optischen Sensor an, der unabhängig von einer Sportuhr funktioniert und nicht am Handgelenk, sondern am Oberarm getragen wird. Deshalb eignet sich dieser Sensor insbesondere auch gut zum Schwimmen oder Sportarten, bei denen Uhren am Handgelenk eher stören (zum Beispiel Kettlebell oder Kampfsport). Wir haben den Polar Variety Sense ausführlich getestet und verraten im Test, für wen sich dieser Sensor besonders gut eignet.



Grundsätzlich gilt: Weil Sportuhren mit optischem Sensor normalerweise über eine Vielzahl weiterer smarter Funktionen verfügen, kosten sie häufig das Vielfache eines Brustgurtes. Ausgenommen davon sind Fitness-Tracker, die ähnlich wie Brustgurte bereits im Preisbereich ab circa 30 Euro zu haben sind.

























Wie eingangs erwähnt messen die Brustgurte nicht optisch, sondern direkt die elektrische Aktivität des Herzens. Das liefert eine hohe Genauigkeit bei allen Sportarten. Ein weiterer Vorteil ist die lange Laufzeit, die ein Pulsgurt aus einer Batterie oder einem Akku herausziehen kann. Die Übertragung der Daten, etwa auf eine Uhr, einen Fahrradcomputer oder ein Laufband, erfolgt entweder über einen proprietären Funkstandard, über den etwas offenere Ant+-Standard oder per Bluetooth. Letzteres erlaubt etwa einem Handy, die Daten direkt aufzuzeichnen. Aber auch einige Sportuhren, etwa von Garmin, Pulsar oder Suunto können neben der eigenen Messung auf Pulsgurtdaten zugreifen.


Ant+ war früher der Standard der Wahl, inzwischen sieht man ihn aber immer weniger – Smartphones nutzen ihn kaum noch. Ein proprietärer Funk funktioniert meist nur zwischen bestimmten Geräten des Herstellers oder, gerade bei günstigen Produkten, nur mit einem festen Gerätepaar.



Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Pulsgurt gerade bei Ausdauersportarten schnell unbequem werden kann. Das ist abhängig vom Modell, teilweise kann man die Gurte austauschen, um einen höheren Komfort zu bekommen.


Außerdem gibt es Brustgurte, die mit einer passenden Uhr daherkommen. Dazu gehört etwa die PC 15.11 von Sigma Sport. Hierbei handelt es sich um eine klassische digitale Sportuhr ohne smarte Funktionen, die den Puls per Brustgurt misst und Zusatzfunktionen wie eine Anzeige der Intensitätszonen inklusive Zonenalarm, einen Kalorienzähler und eine Anzeige der Trainingsdauer pro Intensitätszone bietet. Der Vorteil dieser Uhr besteht darin, dass sie im Vergleich zu herkömmlichen Sportuhren mit optischem Sensor sehr preisgünstig ist und die Vorteile der EKG-Genauigkeit mit der Unabhängigkeit von externer Hardware kombiniert.


Brustgurte bekannter Marken wie Polar und Garmin gibt es ab einem Straßenpreis von etwa 55 Euro. Der Polar Variety Sense kostet etwas mehr und liegt bei knapp 90 Euro. Sportuhren mit brauchbarem optischem Sensor gibt es je nach Modell ab circa 150 Euro – eine Hilfestellung bei der Wahl des richtigen Produktes liefert unsere Kaufberatung für Sportuhren und Fitnesstracker.

























Wer mit dem Kauf eines Brustgurtes oder eines Fitnesstrackers mit optischem Pulsmesser liebäugelt, um die eigene Herzfrequenz zu überwachen, muss sich vor allem mit einer wesentlichen Frage auseinandersetzen: Wie genau muss die Messung ausfallen? Denn die Antwort darauf dürfte maßgeblich darüber entscheiden, welche Variante der Pulsmessung für euch am ehesten infrage kommt.


Wer den Puls primär bei Ausdauersportarten überwachen möchtet, bei denen man hauptsächlich mit gleichbleibender Herzfrequenz aktiv ist, macht mit einem optischen Pulsmesser nichts falsch. Die meisten Sportuhren und Fitness-Tracker bieten für diese Zwecke eine ausreichende Messgenauigkeit, die normalerweise nur geringfügig von den Ergebnissen eines Brustgurtes abweicht.


Sportler, die auf ein hohes Maß an Genauigkeit Wert legen, die nach der Herzfrequenz trainieren möchten (etwa beim Laufen mit Berücksichtigung der Grundlagenausdauer) oder die regelmäßig Workouts mit stark schwankenden Pulswerten absolvieren, greifen lieber zu einem Brustgurt. Letzterer bietet dank der EKG-Genauigkeit ein maximales Maß an Präzision und reagiert dementsprechend zügig auf Wechsel der Herzfrequenz – worauf Athleten bei bestimmten Trainingsarten angewiesen sind.

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