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So sieht es in der Wohnung des Scheichs aus


Er stammt aus einer der reichsten Familien der Welt, ist der Sohn des Herrschers von Dubai und auch ein bisschen Insulaner. Denn vor sechs Jahren hatte sich der Scheich in Block II in Prora eine Wohnung gekauft und einrichten lassen. Doch wie kam der Sohn der Königsfamilie ausgerechnet auf Prora?

Scheich kam 2015 nach Rügen

Manfred Hartwig, Geschäftsführer der Prora Solitaire Hotel GmbH, schmunzelt. Ein Bekannter aus Dranske, der öfter in Dubai weilte, habe den Scheich dort bei einem Quad-Rennen kennengelernt und auf Prora aufmerksam gemacht. Im Januar 2015 kam der Scheich dann das erste Mal nach Rügen.

„Leider nicht im Gewand, sondern ganz normal angezogen“, erinnert sich Manfred Hartwig. Er war seinerzeit als Makler für den Vertrieb und den Verkauf der insgesamt 400 Appartements und Eigentumswohnungen in Block II mit seinen zehn Aufgängen verantwortlich. „Es war super Wetter und strahlender Sonnenschein“, so Hartwig. Dieses Ostseewetter sei für den Scheich ganz neu gewesen. Der sportbegeisterte junge Mann habe die Wohnung hier nutzen wollen, um Radrennen zu fahren. In Frankreich, wo er auch eine Wohnung habe, sei es sehr bergig, in England zu verregnet und zu Hause zu heiß. Auf Rügen hingegen sei es schön flach und angenehm. Per Handschlag sei der Verkauf schließlich eingefädelt und der Bekannte mit den entsprechenden Vollmachten ausgestattet worden.

Ein Sohn der Königsfamilie aus Dubai hat im Komplex Prora vor sechs Jahren eine 85 Quadratmeter große Wohnung mit Dachterrasse gekauft.

„Bei uns hieß sie die Skysuite“

„Bei uns hieß sie die Skysuite“, so Manfred Hartwig. Die Wohnung befindet sich ganz am Ende von Block II im Haus „Lido“ und dort ganz oben. Wer sich hier aufhält, ist also recht ungestört von Nachbarn. Das I-Tüpfelchen der 85 Quadratmeter großen Wohnung mit einem kleinen und einem großen Badezimmer, zwei Schlafzimmern sowie Wohnbereich mit offener Küche und Balkon ist die Dachterrasse mit herrlichem Rundumblick über die Prorer Wiek.

Doch wer „bei Scheichens“ Wasserhähne aus purem Gold oder wenigstens wertvolle Orientteppiche vermutet, liegt völlig falsch. Das Quartier ist modern und geschmackvoll mit einem maritimen Hauch und doch völlig unspektakulär eingerichtet. Und: Vor der Wohnungstür stehen vier Paar Gummistiefel, zwei für Kinder und zwei Erwachsene. Nanu?

Möbliert an eine Familie aus Berlin vermietet

„Der Scheich hat die Wohnung möbliert an eine Familie aus Berlin vermietet, die sie als Zweitwohnsitz nutzt“, so Hartwig. Rund 1500 Euro warm kostet die Wohnung. Die Eltern mit ihren beiden kleinen Kindern seien gerade wieder einmal in Prora gewesen und hätten nun – wie alle Zweitwohnungsbesitzer – in der letzten Woche abreisen müssen. Der Scheich selbst habe seine Wohnung noch nie gesehen. Ob er sie jemals selbst nutzen wird, ist offen. Also weiterhin Gesellschaftsspiele im Wohnzimmerregal, Wegwerfwindeln im Bad, Fernglas und Sonnenhut am Kleiderhaken im Flur. Familienferienglück.

Deutlich luxuriöser sind die vier Penthouselofte, von denen drei 160 Quadratmeter groß sind. Kostenpunkt: 450 Euro die Nacht in der Hauptsaison. 15 verschiedene Zimmertypen gibt es im Block II – vom 28 Quadratmeter großen Studio bis zur großen Familiensuite mit drei Schlafzimmern. 120 der 400 Appartements in Block II sind im reinen Ferienwohnungsvermietungsbetrieb, die anderen sind Eigentumswohnungen, die dauerhaft vermietet sind oder als Zweitwohnungssitz genutzt werden.

Die Klientel komme aus ganz Deutschland und sei sehr bunt gefächert, weiß Manfred Hartwig. Und auch, dass die Preise im Laufe der letzten fünf Jahre in die Höhe geschnellt sind. Mit 40 Prozent Gewinn sei gerade eine Wohnung weiterverkauft worden. Manfred Hartwig weiß auch warum: „Es gib in Deutschland nichts Vergleichbares mit Meerblick.“

8500 Euro kostet der Quadratmeter

Außerdem habe sich die Infrastruktur gut entwickelt mit Gastro und Läden. Vor zehn Jahren sei der Verkauf noch schwer angelaufen, da lagen die Preise bei 2800 bis 5000 Euro pro Quadratmeter. Inzwischen ist nichts mehr zu haben, außer im Weiterverkauf. „Alle sind glücklich, die hier gekauft haben. Ich bekomme 20 Anrufe in der Woche an Nachfragen“, so Hartwig. 8500 Euro kostet der Quadratmeter bei den letzten fünf Penthäusern, die im Juni fertig sind.

Ein gutes Verkaufs- und Vermietungsargument sei vor allem der Spa-Bereich im Haus 8, den alle nutzen können. Dort stehen ein 18 mal sechs Meter großer Pool, zwei verschiedene Saunen sowie Behandlungs- und Ruhezonen und ein Fitnessbereich zur Verfügung. Meerblick inklusive. Daneben gibt es insgesamt fünf 24 mal vier Meter große Außenpools, zwei im „Hotelbereich“, drei weitere an den Häusern 3, 1 und 7.

„Manche Leute waren in fünf Jahren schon 20 Mal hier im Urlaub. Wir haben sehr viele Stammgäste. Hier ist es am Strand auch nicht so überlaufe wie in den anderen Ostseebädern“, sagt Manfred Hartwig. Im Moment sei es durch die coronabedingte Leere unheimlich, aber auch ein bisschen wie am Pazifischen Ozean.

Von Gerit Herold

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