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Situation bei Kinderärzten entspannt sich


Die Wartezimmer in den Kinderarztpraxen in MV sind wieder leerer geworden, die Situation hat sich entspannt. „Es kommen inzwischen deutlich weniger Patienten“, sagt Steffen Büchner, Kinderarzt aus Güstrow. Vor zwei Wochen wurden die Einrichtungen förmlich von Eltern überrannt, die PCR-Test und Corona-Attest brauchten, damit ihre Kinder trotz Erkältungsanzeichen weiter in die Kita durften.

Mediziner berichteten über dichtes Gedränge und genervte Eltern in ihren Praxen. Die Warteschlangen reichten teilweise bis auf die Straße, in Rostock war der Andrang besonders groß. Weil Kitas und Schule aber seit vergangener Woche nur noch Notbetrieb anbieten, hat die Zahl der Tests inzwischen wieder deutlich abgenommen. Die Warteschlangen sind weg.

Erkältungswelle ausgefallen

Kinderärzte berichten sogar von leereren Wartezimmern als sonst zu dieser Jahreszeit. Durch die Maskenpflicht und geschlossenen Schulen ist die große Winter-Erkältungswelle ausgeblieben. Auch seltenere Infektionskrankheiten wie Masern gingen nach Angaben des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte stark zurück.

„Es hat ein paar Tage gebraucht, bis sich das System eingespielt hat. Inzwischen höre ich von vielen Ärzten, dass es läuft“, sagt Verbandsvorsitzender Andreas Michel, Kinderarzt aus Greifswald. Klagen, der Testaufwand sei übertrieben, sind seiner Meinung nach ungerechtfertigt: „Wir kämpfen gegen die Corona-Pandemie, das ist nun einmal schwierig und aufwendig.“

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47 Tests waren positiv

In der vergangenen Woche führten die Kinderarztpraxen im Nordosten, die ihre Daten ans Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) meldeten, knapp 2000 Corona-Tests bei Kindern mit Erkältungssymptomen durch, das waren nur noch knapp halb so viele wie in der Woche davor. 47 davon waren positiv, neun weniger als in der Vorwoche. Für Verbandschef Michel zeigt das den Nutzen der Abstriche: Viele weitere Infektionen konnten so verhindert werden.

Die Fünf- bis Vierzehnjährigen sind im Nordosten inzwischen die Bevölkerungsgruppe mit der höchsten Ansteckungsrate: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Lagus bei 200. In der Gruppe der über 80-Jährigen, die zum Jahreswechsel noch eine Inzidenz von weit über 300 aufwies, hat sich das Infektionsgeschehen inzwischen stark abgeschwächt. Aktuell liegt die Inzidenz in dieser Altersklasse bei 75.

Kinder „keine Pandemietreiber“

Die Rolle von Kindern und Jugendlichen für die Verbreitung von Infektionen sollte man trotzdem nicht überbewerten, meint der Rostocker Kinderarzt Hagen Straßburger. Diese Gruppe sei im Vergleich zu den Älteren schließlich viel kleiner: Knapp 200 Infektionen bei den Fünf- bis Vierzehnjährigen stehen fast 2000 Infektionen bei den 35- bis 59-Jährigen gegenüber. „Kinder und Jugendliche sind keine Pandemietreiber“, sagt auch Steffen Büchner aus Güstrow.

Die Schulen sollten so schnell wie möglich wieder öffnen, meint Kinderarzt Hagen Straßburger. „Die Kinder freuen sich, zu mir in die Praxis zu kommen, weil sie da andere Kinder sehen.“ Das sei früher nicht so gewesen. Es zeige, wie ausgehungert nach sozialen Kontakten mit Gleichaltrigen viele Kinder seien – und wie groß das Risiko psychischer Probleme derzeit sei.

Von Gerald Kleine Wördemann

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