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Schulen im Landkreis Rostock sind gut vorbereitet


​Notfallbetreuung, Homeschooling, Testpflicht: Auch den Schulen im Landkreis Rostock wird dieser Tage so einiges abverlangt. Dennoch: „Bei uns ist es in dieser Woche sehr ruhig“, sagt Ute Schmidt vom Schulzentrum Kühlungsborn. „Viele Schüler werden über das Programm ‚Itslearning‘ zu Hause unterrichtet und arbeiten ihre Aufgaben ab – das klappt.“ Mit Blick auf die ab Mittwoch an Schulen geltende Testpflicht ist die Leiterin optimistisch: „Wir haben damit an unserer Einrichtung schon Erfahrung – das THW hat uns vor einiger Zeit Selbsttests zur Verfügung gestellt, die wir natürlich freiwillig gern genutzt haben.“

Schüler und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich spätestens vom kommenden Mittwoch an zweimal die Woche auf das Coronavirus testen. Am Präsenzunterricht und auch der Notfallbetreuung darf dann nur noch teilnehmen, wer zweimal die Woche einen negativen Test vorweisen kann. Die Testpflicht gilt auch für Erziehungsberechtigte, die das Schulgebäude betreten.

Selbsttests an Schulen bereits seit Mitte März

Bereits seit Mitte März wird an den Schulen in MV die Möglichkeit zur Selbsttestung angeboten – nach Angaben des Bildungsministeriums haben davon bislang rund 47 Prozent der Schüler und Beschäftigten Gebrauch gemacht. Vor allem den Abschlussklassen im Präsenzunterricht sei nahegelegt worden, diese Möglichkeit wahrzunehmen und sich zu Hause oder in der Schule zu testen, macht Ute Schmidt vom Kühlungsborner Schulzentrum deutlich: „So können wir doch aktiv verhindern, dass das Virus in die Schulen getragen wird.“

„Vieles kann man im Gespräch klären – in erster Linie geht es darum, allen Beteiligten die Angst vor dem Test-Prozedere zu nehmen.“ Ute Schmidt, Leiterin Schulzentrum Kühlungsborn, Foto: Cora Meyer

Am Anfang habe es dazu auch von Eltern jede Menge Fragen gegeben, so Schmidt: „Aber vieles kann man ja im Gespräch klären – in erster Linie ging es darum, allen Beteiligten die Angst vor dem Prozedere zu nehmen. Das ist gut gelungen.“ 

Leiterin warnt vor unnötigem Stress

Auch an der Schule am See in Satow gebe es viele Elternfragen, sagt Leiterin Heike Walter und macht deutlich: „Wer sich nicht bei uns testen möchte, hat auch die Möglichkeit, eine ausgefüllte Bestätigung eines Antigen-Schnelltest oder eines anderen Tests mit negativem Ergebnis aus einem Testzentrum oder einer Arztpraxis mitzubringen – ich werbe aber für die Selbsttests an der Schule.“ Das sei aus ihrer Sicht die beste Variante, so Walter: „Alles andere bedeutet nur viel mehr Stress – wir alle wissen, wie schnell so etwas gern mal vergessen wird.“

„Ich werbe für die Selbsttests an der Schule – alles andere bedeutet für Schüler, Eltern und Lehrer nur viel mehr Stress.“ Heike Walter, Leiterin Schule am See, Satow Foto: Klaus Amberger

Denn liege eine entsprechende Bescheinigung nicht vor, dürften die Schüler den Klassenraum nicht betreten und müssten von den Eltern abgeholt werden, macht Heike Walter deutlich: „Für diese Mädchen und Jungen findet dann auch kein Distanzunterricht statt – sie erhalten lediglich Aufgaben.“

Die Tests an der Schule am See würden jeweils am Montag und Mittwoch durchgeführt, sagt Walter: „Schüler, die im Wechselunterricht sind und dadurch am Montag nicht in der Schule, testen sich am Dienstag und Donnerstag.“ Dabei stünden ausreichend Corona-Selbsttests zur Verfügung. Darüber hinaus könne sie eventuell besorgte Eltern beruhigen, betont Satows Schulleiterin: „Die Tests sind sehr einfach anzuwenden – viele Schüler und Lehrer haben sie bereits freiwillig in den vergangenen Wochen genutzt, es gab keinerlei Schwierigkeiten.“

Positiv Getestete werden nicht alleingelassen

Die zur Verfügung gestellten Stäbchen seien dicker als etwa im Testzentrum: „Jeder Schüler wendet sie selbst im vorderen Nasenbereich an.“ Was Heike Walter noch sehr wichtig ist: „Falls das Ergebnis positiv sein sollte, wird kein Kind stigmatisiert. Wir erklären die Situation und behalten es in unserer Obhut, bis die Eltern eintreffen – niemand wird in einer solchen Situation allein in einen extra Raum gesetzt.“

Die Schule am See sei auch in Zeiten der Notfallbetreuung zu gut 50 Prozent ausgelastet, erklärt Walter: „Das ist natürlich mit Blick auf die einzelnen Klassenstufen sehr unterschiedlich, für uns aber auch eine große Herausforderung – um hier bei fast 500 Schülern den Überblick zu behalten, führen wir Buch ohne Ende.“

In der Conventer Schule in Rethwisch finden die Testungen immer montags und donnerstags statt. Auch hier haben in den vergangenen Wochen bereits viele Schüler und Lehrer freiwillig diese Möglichkeit genutzt. Schülerinnen und Schüler, die bisher nicht an den Selbsttests teilgenommen haben, müssen ab Mittwoch auch in Rethwisch eine Einverständniserklärung der Eltern mitbringen.

Von Lennart Plottke

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