Start day-news Projektion eines Problems (nd aktuell)

Projektion eines Problems (nd aktuell)


Migrantischer Antisemitismus: Projektion eines Problems

Foto: AFP/Mahmud Hams

Judenwitze in Polizistenchats, die Tatsache, dass neun von zehn antisemitischen Straftaten von Neonazis begangen werden all das gerät derzeit angesichts wütender Proteste von Palästinensern und arabischstämmigen Menschen in Deutschland völlig aus dem Blick. Vielen Politikern insbesondere aus den Unionsparteien, aber auch der rechten AfD, ist das sehr recht. Mancher fordert nun gar, Personen wegen antisemitischer Äußerungen abzuschieben. Das ist die blanke Instrumentalisierung zu verurteilender Vorfälle für die eigene rassistische Agenda.

Hass auf Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zum Judentum, Drohungen gegen sie oder Schändung jüdischer Symbole sind mit nichts zu entschuldigen. Doch es ist ein Unterschied, ob Menschen, deren Angehörige derzeit akut vom Tod durch israelische Bomben bedroht sind, unangemessene Vergleiche auf Plakate schreiben, oder ob Deutsche sich auf Demonstrationen als Verfolgte ähnlich den Juden in der Nazizeit inszenieren.

Wer in der Bundesrepublik lebt, muss solidarisch sein mit jüdischen Menschen. Dagegen wirkt es eher wie ein Brandbeschleuniger, wenn Politiker ihre bedingungslose Solidarität mit dem Staat Israel erklären, statt mit allen durch Krieg und Gewalt bedrohten Menschen im Nahostkonflikt.



Must Read

EU hat 2020 mehr als vier Milliarden Euro falsch ausgegeben

Luxemburg. Aus dem Budget der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr mehr als vier Milliarden Euro fehlerhaft ausgegeben worden....

Mitarbeiter dürfen keine Elektrodienstwagen mehr fahren

Wolfsburg. Die Elektrifizierung der Dienstwagenflotte ist ein Herzensprojekt von Volkswagen, nun muss es der Konzern aber vorerst auf Eis...

Thomas Müller warnt vor DFB-Pokal: Darum wird es für den FC Bayern in Gladbach „schwierig“

Für den FC Bayern München läuft es aktuell in allen großen Wettbewerben rund. In der...

Wachsende Industriekultur in Brandenburg – Fotograf als Chronist

Die Zahl der zu Museen umgewidmeten Brandenburger Industriebetriebe ist innerhalb von mehr drei Jahrzehnten von 2 auf etwa 70 gewachsen. Das teilte der...

Hilaria Baldwin über getötete Kamerafrau: „Mein Herz ist bei Halyna“

Santa Fe. Unternehmerin Hilaria Baldwin hat nach dem tödlichen Vorfall am Filmset ihres Ehemanns Alec Baldwin ihr Mitgefühl ausgedrückt. „Mein Herz ist bei...