Start day-news Partys führen zu Ärger auf den Straßen: Polizei zeigt sich alamiert

Partys führen zu Ärger auf den Straßen: Polizei zeigt sich alamiert



Der Küchengarten ist ein öffentlicher Platz im Stadtteil Hannover-Linden. Dort fanden zuletzt viele Gewalttaten statt.

© Michael Matthey/dpa

Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie weichen Partygänger auf Freiflächen aus. Egal, ob an Straßen oder auf Plätzen. Das wirkt sich auf die Arbeit der Polizei aus.

Hannover – Obwohl Diskotheken und Clubs wieder geöffnet haben, feiern und trinken viele junge Menschen im Norden am Wochenende immer noch draußen. Schon vor der Corona-Pandemie war in Hannover der Stadtteil Linden rund um die Limmerstraße ein beliebter Treffpunkt. Gruppen von jungen Menschen sind hier vor allem freitags und samstags unterwegs.

Mitte September eskalierte in der Nacht zum Sonntag ein Streit – vier Männer wurden bei einem Messerangriff verletzt. Vor einer Woche soll ein 15-Jähriger versucht haben, eine junge Frau mit Haarspray und einem Feuerzeug anzuzünden. Eskaliert die Gewalt auf der Partymeile?

Ärger auf der Partymeile? Polizei Hannover ist aufmerksam

Die Polizei in Hannover nimmt nach eigenen Angaben jede Straftat sehr ernst, sieht aber keine Probleme bei der überwiegenden Mehrheit der Feiernden. Wenn sich sehr viele jungen Menschen in den Nachtstunden am Wochenende in Linden aufhielten, entfielen die meisten Polizeieinsätze auf „Unordnungszustände und Ruhestörungen“, wie die Beamten mitteilten.

Party-Eskapaden auch in Bayern – ein Video aus dem Sommer zeigt das Problem:

Straftaten wie Raub, Bedrohung, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Drogendelikte lägen demnach in dem Gebiet pro Monat im einstelligen beziehungsweise unteren zweistelligen Bereich. Derzeit lasse sich bei keinem Delikt eine steigende Tendenz feststellen, sagte ein Polizeisprecher.

Straftaten bei Straßenpartys vermehrt gegen Unbeteiligte

Auch in Bremen waren im Spätsommer ausufernde Partys, Schlägereien und Raubtaten im Viertel und am Osterdeich bekanntgeworden. In der Nacht auf den 26. September etwa musste die Polizei zu mehr als 200 Einsätzen ausrücken. „Inzwischen ist es auch wetterbedingt ruhiger geworden“, sagte ein Polizeisprecher. Die verschiedenen Gruppen von Partygängern verteilten sich mehr, weil die Discos wieder offen seien. Die Beamten seien in den beliebten Vierteln, wo draußen viel Alkohol getrunken werde, aber immer noch besonders an Wochenenden präsent.

Dietmar Schilff von der Gewerkschaft der Polizei bezeichnet die zunehmende Nähe von ausschweifenden Partys zu Unbeteiligten als „problematisch“.

© Hagen Immel/GdP

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht von einer Tendenz, dass sich Menschen vermehrt auf der Straße, in Parks und an öffentlichen Plätzen treffen. Die Art und Weise der Straftaten müsse sich da gar nicht unbedingt ändern, sie seien aber auffälliger und rückten wesentlich näher an Unbeteiligte heran, sagte der niedersächsische Landeschef Dietmar Schilff: „Das ist problematisch, weil sich die Menschen vor der eigenen Haustür nicht mehr sicher fühlen.“ Die Polizei reagiere mit mehr Präsenz an bekannten Konfliktpunkten.

Gewerkschaft der Polizei (GdP)
Mitglieder: rund 197.000 (2021)
Gründung: 14. September 1950
Bundesvorsitz: Oliver Malchow

Nach Beobachtung des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes würden Eskalationen bei Zusammenkünften unter freiem Himmel vor allem in den großen Städten auftreten. „In solchen Fällen wird man vor Ort sicherlich genau überlegen müssen, welche Maßnahmen man ergreifen kann. Vielleicht können auch Alkoholverbote dabei helfen“, sagte Marco Mensen vom Städte- und Gemeindebund. (dpa)

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