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Neustart in der Disko K2 nach langer Corona-Pause


Mit einem „Daumen hoch“ auf Facebook kommentieren viele Einwohner von Grevesmühlen und Umgebung die geplante Wiedereröffnung der Diskothek K2. Organisator Sascha bereitet den Neustart nach über anderthalb Jahren Corona-Pause vor.

„Es gibt schon viele Anfragen, wann es weitergeht“, berichtet der 34-jährige Grevesmühlener. Er nimmt an, dass das K2 gut besucht sein wird. Die nächsten Diskotheken sind in Wismar, Lübeck, Schwerin.

Dass viele Partygänger wieder in die Disko wollen, wurde am Wochenende in Lübeck offensichtlich. Vor dem Sounds bildeten sich eine lange Schlange.

Am Sonnabend, den 16. Oktober, um 22 Uhr soll das K2 wieder starten. Das Motto: „We are back“ („Wir sind zurück“). So sind die Pläne von Sascha Bartel, einem von drei Gesellschaftern, die die Diskothek in Grevesmühlen betreiben. Er ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass alles seinen Gang geht.“

Bei Ampelstufe Grün darf ohne Maske getanzt werden

Noch ist allerdings unklar, welche Corona-Regeln am 16. Oktober gelten werden. Bis Dienstag stand die Corona-Ampel in Nordwestmecklenburg auf Grün. Das bedeutet: Aufwendige PCR-Tests, wie sie die Ampelstufe Gelb vorschreibt, sind nicht nötig. Es gilt die 3-G-Regel. Gäste müssen bei Stufe Grün entweder geimpft oder genesen sein oder das negative Ergebnis eines aktuellen Schnelltests nachweisen.

Vom Schützenhaus zur Diskothek

Im Jahr 1726 stellte die Grevesmühlener Schützenzunft laut Recherchen des Heimatgeschichtsforschers Eckart Redersborg ein Schützenhaus fertig. Es war seitdem das wichtigste Gebäude am Nordrand des heutigen Lustgartens. Am westlichen Rand richteten die Schützen einen Platz für Schießübungen ein. 1824 bauten sie ein neues Schützenhaus. Zur DDR-Zeit und in ersten 20 Jahren nach der Wende war es auch als „Gesellschaftshaus“ und „G-Haus“ bekannt. 2010 eröffnete in dem Gebäude die Diskothek K2.

„Getanzt werden darf – auch ohne Maske“, erläutert der Disko-Organisator, was die Ampelststufe Grün für die Besucher bedeutet. Allerdings sprang sie am Dienstag zum ersten Mal seit dem 19. September auf Gelb. Und das bedeutet nach Auskunft der Schweriner Landesregierung: „Für den Besuch von Diskotheken, Clubs sowie von Tanzveranstaltungen besteht die Pflicht, einen PCR-Test vorzulegen.“

Viel hängt also davon ab, welche Stufe am 16. Oktober gelten wird. Sascha Bartel bekräftigte am Mittwoch: „Ich plane weiter zu öffnen.“ Er wartet noch auf eine Antwort des Gesundheitsamtes. Die Erfassung von Besuchern kann das K2 mit der Luca-App ganz einfach machen. Geplant ist auch, Listen auszulegen, in die sich Gäste mit Name, Telefonnummer und Zeit des Besuchs eintragen können.

Gäste werden am Eingang auf Krankheitssymptome kontrolliert

Sascha Bartel hat ein Sicherheits- und Hygienekonzept erarbeitet und dem Gesundheitsamt zukommen lassen. Das muss er laut Corona-Landesverordnung. Sie fordert zudem „ein ergänzendes Konzept zur Verringerung der Aerosole-Belastung in Innenräumen.“ Da sieht Sascha Bartel kein Problem. Die Diskothek in Grevesmühlen hatte bereits vor Beginn der Pandemie eine Belüftungs- und Entlüftungsanlage.

Im Saal des K2 in Grevesmühlen ist viel Platz für Gäste. Am 7. März 2020 öffnete die Disko bisher zum letzten Mal.
Quelle: Jürgen Lenz

Jeder Gast kann auf Wunsch seine Hände desinfizieren. Nicht in die Disko kommt, wenn das Personal am Einlass Symptome feststellt, die auf eine Erkrankung der Atemwege hindeuten. Mindestabstände von anderthalb Meter gelten in der Ampelstufe Grün nicht, werden in der Landesverordnung aber empfohlen.

Diskoabende alle zwei Wochen geplant

Das K2 soll ab dem 16. Oktober alle zwei Wochen immer sonnabends öffnen. Zudem planen die Betreiber Sonderveranstaltungen zu Weihnachten, Silvester und anderen Anlässen.

Eine Frauentagsparty am 7. März 2020 war bisher die letzte Veranstaltung in der Grevesmühlener Disko. Seitdem sind die Türen geschlossen. Während der Lockdowns durfte das K2 nicht öffnen. Später war das Tanzen verboten. Logische Folge aus Sicht der Betreiber: Wir öffnen erst, wenn man wieder tanzen kann.

Noch im Frühjahr dieses Jahres kritisierte Sven Müller von der Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern, es seien zwar viele Corona-Bestimmungen in MV gelockert worden, aber: „Veranstalter von Tanzveranstaltungen, Diskos oder Klubs gehen leer aus.“

Arbeit in Beachklub half finanziell über Corona-Pause hinweg

Finanziell hat sich Sascha Bartel in den vergangenen anderthalb Jahren mit der Arbeit im Beachklub „Tamila“ an der Wohlenberger Wiek über Wasser gehalten. Der Klub gehört seiner Schwester Tanja. In diesem Jahr übernahm Sascha Bartel das Kindermotorland an der Wohlenberger Wiek. Dort endet die Saison Mitte dieses Monats, passend zum geplanten Neustart des K2.

Sascha Bartel und sein Vater Ulf eröffnen die Disko mit regelmäßigem Betrieb vor elf Jahren. 2015 übergab Ulf Bartel die Leitung des K2 in Grevesmühlen und der Disko „Kreml“ in Gadebusch an den Sohn und die Tochter.

Von Jürgen Lenz

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