Start day-news Neue Ideen wie Mecklenburger Cola und Ostsee-Brand

Neue Ideen wie Mecklenburger Cola und Ostsee-Brand


Flüssiges Gold in Flaschen – und das gleich mehrfach – findet sich in der Satower Mosterei von Benjamin Peters: Sanddorn und Ingwer, Kurkuma und Apfelsaft – Säfte mit Power in Farbe und Wirkung. Gesund ist, was schmeckt. Neben den Klassikern der Saftschmiede hat der umtriebige Fruchtsaftmeister neue Schätzchen erschaffen: Hauseigene Cola und brandneu: Brand!

„Die Ostsee spritzt, Schorle ist spritzig“, erklärt Benjamin Peters die Namensfindung seiner neuen „Ostsee-Spritz“-Erfrischungsgetränke. Neben der Rhabarber-, der Apfel-Cidre- und der Apfel-Ingwer-Schorle ergänzt nun ganz neu die Cola von Ostsee-Spritz das Satower Erfrischungssortiment.

„Wir wollten mal die Großen ein bisschen ärgern“, sagt der ideenreiche Erfinder über die Einführung der Mecklenburger Cola. Und die Einheimische schmeckt mindestens genauso gut, wenn nicht besser als die Konkurrenz. Satow kann’s.

Frische Ideen in der Flasche: Ostsee-Spritz und Ostsee-Brände.
Quelle: Frank Söllner

„Es muss alles gesund wachsen“

„Wenn ich Tourist bin, möchte ich gerne was aus der Region essen und trinken. Das ist doch viel mehr Feeling als bei einer anderen Cola“, bricht der Getränkeexperte eine Lanze für lokale Produkte. „Auch die Gastronomen wachen endlich auf und kommen auch zu uns und wollen regionale Säfte.“ Benjamin Peters steht für Regionalität und das zieht.

Wohin will das Unternehmen noch wachsen, wenn die Chancen sich bieten? „Ich will gar nicht größer werden, dazu fehlt auch der Platz, wir haben 20 Mitarbeiter, das reicht. Es muss alles gesund wachsen, wir wollen lieber noch besser werden“, betont der umsichtige Unternehmer, der Wert auf Qualität legt.

Auch hochwertige Essige lassen sich in der Satower Mosterei finden.
Quelle: Frank Söllner

Benjamin Peters „brennt“ für seine Ideen

Seit Neuestem ist der energiegeladene Getränkemeister außerdem stolzer Besitzer einer eigenen Brennerei, der Ostsee-Brennerei, die heimischen Quitten-, Apfel- und Erdbeerbrand produziert. „Bis so ein Brand entsteht, das dauert. Wir machen alles selbst bis zur händischen Abfüllung“, erklärt der Saft-Chef die aufwändige Abfüllung seiner hochprozentigen Klaren. Sogar die klarsichtige Schrumpfkappe über dem Korken wird mit der Hand per Heißföhn befestigt. Das Brennen selbst ist gar nicht so einfach und musste sich der Fruchtsaftmeister erst aneignen.

Geholfen hat ihm sein Freund Martin Neumann aus Klein Kussewitz, der mit seiner Brennerei „Männerhobby“ bereits Erfahrungen auf dem Gebiet hat. „Eine Brennerei einfach so verpflanzen, das geht nicht“, erklärt Benjamin Peters, der für seine mehrprozentige Schnaps-Idee brennt. „Ich hatte gleich 25 Zöllner auf dem Hof.“ Brände sind hoch besteuert und werden bestens kontrolliert, allein 30 Plomben hat er an seiner Destille befestigt. „Pro Liter fallen allein schon 13,03 Euro Alkoholsteuer an.“

Benjamin Peters’ neue Errungenschaft: eine eigene Brennerei.
Quelle: Frank Söllner

Den Ostsee-Brand gibt es nur exklusiv

In den hochwertigen Bränden seiner Ostsee-Brennerei steckt also sehr viel Liebe und Mühe. „Den Brand gibt es nur exklusiv bei uns im Hofladen, im Kaufmannsladen in Bad Doberan, in Harry’s Hofladen und bei Stalldichein in Poppendorf.“ Die großen Getränkeanbieter des Landes hat er brandtechnisch außen vor gelassen.

Wie gut die neuen Flüssigkeiten angenommen werden, kann der Jungbrenner noch nicht eingehend beurteilen. „Wir werden es erst sehen, wenn der Tourismus wieder anläuft. Auch wir haben seit Corona eine Umsatzeinbuße um 30 Prozent, der Ausfall von Gastronomie und Hotels ist spürbar. Der Einzelhandel hat zugelegt.“

„Man muss neue Wege gehen, sonst klappt es nicht“

Auch der neue „Erdbeer-Schmusi“ für Karls Erdbeerhof wird in Satow produziert. Ein Smoothie aus 95 Prozent Erdbeeren und 5 Prozent Zucker. Für die Produktion werden extra neue Maschinen geordert. „Man muss neue Wege gehen, sonst klappt es nicht“, weiß Peters. Ohne seine kreativen Ideen und Produktneuerungen könnte die Mosterei alleine nicht bestehen. „Nur mit dem Hofladenverkauf würde man das nicht schaffen.“ Der Online-Shop hat mit inzwischen 70 bis 100 Paketen am Tag einiges aufgefangen. „Wir sind auch hier über die Zeit reingewachsen.“

Besondere Extrakte für gesundheitsbewusste Abnehmer

Für das Sortiment des Onlineshops hat die Mosterei eine eigene Halle, denn das einträgliche Geschäft wünscht Getränke, die wiederum lokal weniger Absatz finden. Mit Säften aus der Noni-Frucht, der Aronia- oder Gojibeere sowie Kurkuma und Ingwer lockt er weniger Mecklenburger in den Laden, dafür finden die besonderen Extrakte gesundheitsbewusste Abnehmer außerhalb der Landesgrenzen. Sogar in Amerika trinken sie Satower Produkte und eine Bäckerei in Finnlands Hauptstadt Helsinki ordert regelmäßig Mecklenburger Apfelsaft.

Blick in die Satower Mosterei: Mitarbeiterin Maria Plagemann bei der Abfüllung von Sanddornsaft.
Quelle: Frank Söllner

Bei der großen Auswahl an Getränken stellt sich doch die Frage – was trinkt Benjamin Peters am liebsten? „Ich habe heute noch viel zu wenig getrunken. Ich trinke nur unseren trüben Apfelsaft. Meine Frau meckert immer mit mir, dass wir nichts zu trinken im Haus haben“, gesteht der zweifache Vater ein.

Aber das gute Sanddornkernöl, das sowohl innerlich als auch äußerlich anzuwenden ist und dank eigener Ölpresse gewonnen wird, das wird doch wohl selbst genutzt? „Mein Vater nutzt das Sanddornkernöl täglich und sieht mit 67 Jahren blendend aus. Auch meinem Lütten hat es bei seinen Hautproblemen geholfen.“

„Wir haben die letzten Jahre viel angeschoben“

Der dynamische Firmenchef hat den Familienbetrieb von seinem Vater Rolf Peters übernommen und führt ihn mit großer Leidenschaft fort. „Wir haben die letzten Jahre viel angeschoben, fast zu viel“, erzählt der 37-Jährige. Seine Frau und seine Schwester arbeiten ebenfalls in der Firma, der Cousin kümmert sich um den Online-Shop. „Es ist nicht immer einfach, wenn verschiedene Generationen aufeinandertreffen. Aber jeder hat seine Aufgabenbereiche und das klappt ganz gut.“ Viel Familie in einer Firma – offenbar eines der Geheimrezepte für saftigen Erfolg.

30 Jahre Getränkeland mit Familie Heidebrecht

Ein weiteres Familienunternehmen mit regionalem Erfolg im Land ist auch das „Getränkeland“, dass Axel Heidebrecht von seinem Vater übernommen hat und erfolgreich mit seinem Sohn Fabian führt. „Es entsteht viel Empathie und Euphorie, wenn alle am gleichen Strang ziehen“, erklärt Geschäftsführer Axel Heidebrecht. Regionalität steht auch bei ihm hoch im Kurs.

„Man merkt deutlich, dass die Hinwendung des Verbrauchers zu regionalen Produkten steigt. Uns stärkt es als Gemeinschaft und auch die wirtschaftlichen Strukturen. Es ist der Gedanke, die eigene Heimat zu fördern“, stellt der gebürtige Bremer fest, der bundesweit über 110 Getränkemärkte betreibt.

Der Pfefferminzlikör ist in MV der Renner

Ein Produkt, das in Mecklenburg-Vorpommern laut Heidebrecht im Absatz hervorsticht: der Pfefferminzlikör. „Auch alkoholfreies Bier und zuckerfreie Limonaden nehmen zu. Die Hälfte des Umsatzes im Land machen Bier und Biermixgetränke aus. Wein können wir hier noch nicht so.“ Dabei bringt der Wahl-Hamburger, der damit seine strategische Mitte zwischen Bremen und Rostock gewählt hat, gerade einen eigenen Wein heraus – mit dem in MV ansässigen Weingut Schloss Rattey zum 30-jährigen Jubiläum des Getränkelands.

Von Anja von Semenow

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