Start day-news Nachbarschaftsstreit Elmenhorst:Gemeinde und amt ziehen wohl vor Gericht

Nachbarschaftsstreit Elmenhorst:Gemeinde und amt ziehen wohl vor Gericht


In Elmenhorst kehrt keine Ruhe ein. Das Problem im Strandweg, wo ein Anwohner nebst Haus auch die Zufahrtsstraße gekauft hat, erregt weiterhin die Gemüter.

Die Gemeinde hat nun beschlossen, dem Eigentümer, der einen Teil der Straße mit Zäunen versperrt hat, per Ordnungsverfügung anzuweisen, die Schließung aufzuheben. Außerdem soll ihm untersagt werden, weiterhin zu versuchen, die Straße mit dem Abstellen von Containern zu sperren. Obwohl das Amtsgericht Rostock ihm in dieser Angelegenheit am 26. März gegen eine Anwohnerin Recht gegeben hat.

Mit diesem Weg, so sagten Gemeindevertreter, sei damit zu rechnen, dass man vor dem Oberverwaltungsgericht landen werde. Gemeindevertreter Dr. Hartmut Hornickel von der Wählergemeinschaft „Das Dorf“: „Dann haben wir ihn dort, wo wir ihn haben wollen.“

Seit 2013 tobt in Elmenhorst im Landkreis Rostock ein ziemlich verrückter Nachbarschaftskrieg. Der damals neue Nachbar teilte den Anwohnern mit, dass er nicht nur das Reihenhaus im westlichen Teil des Strandwegs gekauft habe, sondern auch die Straße. Der Bauträger war 2012 in Insolvenz und der sogenannte Nachtragsliquidator habe ihm die Straße und somit die Zufahrt zu den Häusern verkauft. Kosten: 30 000 Euro. Seitdem gibt es immer wieder Streitereien, bei denen Wegerente, Sperrungen, Schubsereien am Gartenzaun und Gerichtstermine eine Rolle spielen.

Anwohner vor Gericht nicht im Stich lassen

Jetzt wird wohl aber auch das Amt Warnow-West die Gemeinde unterstützen, den Rechtsfrieden im Strandweg zu sichern. Das Amt hatte sich bisher geweigert, eine Ordnungsverfügung als Genehmigungsbehörde zu unterstützen. Laut Amtsvorsteher Leif Kaiser werde derzeit juristisch geprüft, ob dieser Weg vor Gericht Bestand haben kann.

Kaiser sagte: „Es geht nicht darum, dass wir die Anwohner und die Gemeinde hängen lassen wollen. Wir wollen die Menschen dort unterstützen. Aber wir müssen erst prüfen, ob das rechtlich auch sicher ist. Wenn wir vor Gericht scheitern, weil wir jetzt fahrlässig handeln, haben wir die Anwohner auch im Stich gelassen.“

Hat ein Gemeindevertreter den Liquiditätsverwalter verleumdet?

Unterdessen wird es wohl eine neue juristische Baustelle in Elmenhorst geben. Dr. Hornickel hatte während der Gemeinderatssitzung öffentlich gesagt, dass der Nachtragsliquidator aus Olching bei München, der die Verträge abgewickelt hat, befangen gewesen sei. Hornickel wörtlich: „Der Nachtragsliquidator von 2012 ist der Steuerberater des Eigentümers von Haus Nummer 16.“ Der Nachtragsliquidator schreibt dazu: „Ein Mandatsverhältnis oder ein sonstiges Vertragsverhältnis bestand oder besteht zwischen meiner Person und Herrn Prof. Peter Meyer zu keinem Zeitpunkt.“ Bestellt worden sei er über das Handelsregister vom Amtsgericht. Im übrigen weist er darauf hin, dass „die Vertretung widerstreitender Interessen als Parteiverrat nach § 356 StGB ebenfalls strafbar wäre“.

Der Steuerberater, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer behält sich wohl vor, gegen die Verleumdungen aus Elmenhorst vorzugehen.

Von Michael Meyer

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