Start day-news Nach zwei digitalen Semestern setzt Krupp-Kolleg auf 2G

Nach zwei digitalen Semestern setzt Krupp-Kolleg auf 2G


Zwei Semester lang konnten Interessierte Veranstaltungen im Krupp-Kolleg fast ausnahmslos nur im Internet verfolgen. Damit ist nun Schluss: In den nächsten Monaten dürfen bis zu 50 Personen im eigentlich 130 Zuschauer fassenden Hörsaal Platz nehmen. „Sie müssen sich vorher elektronisch anmelden, pünktlich sein und bekommen einen Platz zugewiesen“, erläutert der Wissenschaftliche Geschäftsführer Christian Suhm. Parallel kann man die Veranstaltungen im Internet im Livestream verfolgen und mitdiskutieren.

Digitale Teilnahme weiter möglich

Laut Vorstandsbeschluss dürfen nur Geimpfte und Genesene in Präsenz teilnehmen – das Krupp-Kolleg wendet die 2G-Regel an. „Wir setzen auf größtmöglichen Gesundheitsschutz“, begründet Suhm. „Zudem ist die 2G-Regel besser handhabbar. Der Aufwand bei Getesteten ist höher. Und wir gehen davon aus, dass die meisten dann geimpft sind und die kostenpflichtigen Tests nur wenig genutzt werden, um einen Vortrag zu besuchen.“ Das Kolleg schließe niemanden aus, betont die Öffentlichkeitsverantwortliche, Katja Kottwitz. „Digital kann weiter jeder teilnehmen.“

Fast 80 Veranstaltungen in den nächsten Monaten

Die Übertragung per Livestream hat dem Krupp-Kolleg neue Interessen überregional gebracht, da jedermann an jedem Ort teilnehmen kann. „Wir hatten in den beiden rein digitalen Semestern je 3000 Teilnehmer“, informiert Suhm. „Damit können wir auch im Vergleich mit anderen Kollegs sehr zufrieden sein. Es gab, vielleicht mit Ausnahme von Juni und Juli, keine Ermüdungserscheinungen.“ Im September fand nun die erste Tagung in hybrider Form statt. „Wir testen jetzt erst einmal, wie die neue Regelung angenommen wird. Der Aufwand für das Kolleg zur Absicherung ist enorm.“ Statt sonst ein bis zwei würden fünf Mitarbeiter pro Veranstaltung benötigt. Bei fast 80 Programmeinträgen im Semester müsse man sehen, ob sich das durchhalten lässt. Die Zahl der Veranstaltungen ist bemerkenswert, sie gehört zu den Tops der Kolleggeschichte.

Corona wird Thema im Kolleg

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen finden sich im Programm wieder. Im Rahmen des Symposiums zum 111. Geburtstag des Friedrich-Loeffler-Instituts spricht Prof. Ralf Bartenschläger, ein Fellow des Kollegs, am 11. Oktober, 18 Uhr über „Hepatitis C und Covid-19: Die stille und die laute Pandemie“. Über die Folgeerscheinungen der Pandemie werden drei Professoren dann am 15. November im Podium debattieren.

Schon am 15. Oktober findet die 24. Greifswalder Rede von Prof. Bettina Schöne-Seifert aus Münster zu einem vieldiskutierten Thema statt: „(Ärztliche) Suizidhilfe in Deutschland: Worum geht es in der aktuellen biopolitischen Debatte?“

„Wir haben in diesem Semester einen politischen, gesellschaftspolitischen Schwerpunkt“, führt Suhm weiter aus. Gemeinsam mit dem Greifswalder Slawistikprofessor Andreas Ohme hat er die sechsteilige Vortragsreihe „Einspruch“ konzipiert. Da geht es unter anderem um die Folgen einer „Cancel culture“, die die Wissenschafts- und Meinungsfreiheit bedroht.

Politisierte und moralisierte Diskussionskultur

Im Rahmen der Reihe kommt mit Prof. Herfried Münkler aus Berlin einer der bekanntesten deutschen Politikwissenschaftler nach Greifswald. Er befasst sich mit linken und rechten populistischen Strategien, mit Wellen der Empörung in den Neuen Medien, die die Funktion der liberalen Demokratie bedrohen. Suhm selbst wird sich mit der zunehmend politisierten und moralisch aufgeladenen Diskussionskultur und deren Auswirkungen befassen. Diese zeigt sich zum Beispiel in den Debatten über den menschengemachten Klimawandel, die Wirkungen der Corona-Pandemie oder das Gendern.

Gedenkveranstaltung für Greifswalder Professor

Die Greifswalder können sich auf eine überfällige Ehrung eines Greifswalder Professors und Rektors freuen. Konrat Ziegler wurde vom NS-Regime verfolgt und wird wegen seines Einsatzes für Juden als „Gerechter unter den Völkern“ in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel geehrt. Im Rahmen der Festveranstaltung für ihn wird am 29. Oktober um 17 Uhr eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus Robert-Blum-Straße 13 enthüllt.

Von Eckhard Oberdörfer

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