Start day-news Nach tödlichem Vorfall an Filmset: Trauer und Schock in Hollywood

Nach tödlichem Vorfall an Filmset: Trauer und Schock in Hollywood


Stand: 23.10.2021 11:26 Uhr

Der tödliche Vorfall beim Dreh des Westerns „Rust“ schockt die Filmindustrie. Noch ist unklar, wie es zu dem Schuss auf eine Kamerafrau kommen konnte. Crewmitglieder berichten inzwischen von mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Nur wenige Stunden vor den tödlichen Schüssen bei den Dreharbeiten auf der Ranch in Santa Fe, New Mexico kam es offenbar schon zu einem Eklat innerhalb des Teams. Das berichten mehrere US-Medien wie auch das Radionetzwerk NPR.

Katharina Wilhelm

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ARD-Studio Los Angeles

Es sei eine Low-Budget-Produktion gewesen und viele Mitglieder des Teams hätten sich unsicher und überarbeitet gefühlt, berichtet die Filmreporterin Mandalit del Barco. Auf Facebook habe ein Kameramann geschrieben, dass die Produzenten des Films Ortskräfte schrecklich behandelt hätten. „Die Bedingungen waren so schlecht, dass einige Mitglieder das Set verlassen hätten am gleichen Tag, an dem die Schüsse gefallen sind“, so del Barco.

Schlechte Bedingungen – mehrere Kündigungen

Das Branchenmagazin „Deadline“ schreibt ebenfalls, einige Mitglieder der Filmcrew hätten ihre Kündigung eingereicht. Bei den Sicherheitsbedenken soll es demnach auch um den Gebrauch von Waffen vor Ort gegangen sein.

Am Donnerstag hatte der Hauptdarsteller des Films „Rust“, Alec Baldwin, Schüsse aus einer Requisitenwaffe abgegeben und dabei die Kamerafrau Halyna Hutchins getötet. Auch der Regisseur des Films, Joe Souza, wurde getroffen und verletzt. Er soll mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden sein, wie eine Schauspielerin von vor Ort getweetet hat.

Umstände sind weiterhin unklar

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, wird vom zuständigen Sheriff untersucht. Unfälle am Set mit Schusswaffen seien aber eher ungewöhnlich, sagt Joseph Fisher dem Nachrichtensender CNN. Er ist ein Propmaster, ein Requisiteur, der sich am Set um solche Gegenstände kümmert: „Normalerweise machen wir eine Sicherheitsrunde mit den Teammitgliedern. Wir zeigen wie die Waffe funktioniert und stellen die Sicherheitsmaßnahmen vor, die damit einhergehen.“

Im aktuellen Fall soll es sich um eine Requisitenwaffe gehandelt haben, die mit Platzpatronen hätte befüllt sein sollen. Doch selbst mit diesen Platzpatronen müsse man aufpassen, wie Fisher weiter erklärt. Sie seien nicht ungefährlich, denn auch diese Waffen produzieren Gas, Hitze, und es kommt Luft raus. Selbst wenn kein Projektil darauf angebracht ist, könne etwas herausfliegen, so Fischer. „Und das kann Verletzungen hervorrufen bei einem Abstand von 7 bis 15 Metern je nach Ladung.“

Offenbar scharfe Munition

Wie die Zeitung „New York Times“ berichtet, soll dem Darsteller Alec Baldwin mitgeteilt worden sein, dass die Waffe sicher wäre, bevor er sie abgeschossen hat. Offenbar hatte sie aber scharfe Munition enthalten. Die Polizei hat einen Durchsuchungsbefehl und untersucht, um welche Munition es sich genau gehandelt hat.

Baldwin meldete sich nach dem Vorfall per Twitter:

Es gibt keine Worte, meinen Schock und meine Trauer über diesen tragischen Unfall auszudrücken, der das Leben von Halyna Hutchins genommen hat – eine Ehefrau, Mutter und zutiefst bewunderte Kollegin von uns.

Baldwin, der auch Koproduzent des Westernfilms ist, sagte, er kooperiere mit der Polizei. Die Produktionsfirma Rust Movie Productions gab in einem Statement bekannt, ebenfalls eine interne Untersuchung einzuleiten.

Forderung nach Konsequenzen

In Hollywood herrschen Trauer und Schock. Zahlreiche Regisseure und Regisseurinnen und Schauspieler und Schauspielerinnen drückten ihr Mitgefühl gegenüber der Familie der verstorbenen Kamerafrau aus. Gleichzeitig gibt es auch Forderungen nach Konsequenzen: „Es gibt keinen Grund, warum echte Waffen am Set benötigt werden“, sagt beispielsweise der Regisseur Bandar Albuliwi, der jetzt eine Petition angestoßen hat, die Waffen an Filmsets verbieten will. „Das kann man per Computertrick lösen, es muss sich etwas ändern in Hollywood.“

An Filmsets kommt es immer wieder zu Unfällen, meist mit Stuntleuten. 1993 wurde bei den Dreharbeiten zu „The Crow“ der Hauptdarsteller Brandon Lee erschossen, nachdem ihn ein Teil einer Patronenhülse getroffen hatte. Die Dreharbeiten zum Film „Rust“ wurden zunächst gestoppt. Es ist unklar, wie es mit dem Projekt weitergehen soll.

Schock in Hollywood – Reaktionen auf tödliche Schüsse am Set von „Rust“

Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles, 23.10.2021 · 09:53 Uhr

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