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Kreismusikschule Nordwestmecklenburg gibt Online-Kurse – so geht es


Es war nicht so ganz einfach für Holger Hinze – der nicht nur Bürgermeister der Gemeinde Rüting, sondern auch Musiker ist, zum Lehrpersonal der Kreismusikschule „Carl Orff“ Nordwestmecklenburg gehört und Gitarre unterrichtet –, sich auf den Online-Unterricht im Corona-Lockdown umzustellen.

„Ich habe immer gesagt, ein Instrument, das kann man nur im direkten Unterricht erlernen“, erzählt er. Und fügt an, dass er das prinzipiell auch immer noch so sieht. „Kein noch so guter Schüler kann wirklich auf Dauer nur online lernen.“ Dann macht Hinze eine kleine Pause, der ein begeistertes „Aber“ folgt und ein wortreiches Eingeständnis, dass so einiges am Musikunterricht online ziemlich gut funktioniert und ihm inzwischen sogar großen Spaß bereitet.

Noten mit einem Quiz lernen

Da gibt es digitale Notenblätter, auf denen Lehrende und Schüler gleichermaßen herumschreiben können. Es gibt die Möglichkeiten Notenlehre sehr spielerisch zu betreiben, quasi wie ein kleines Quiz. Wer den richtigen Ton trifft oder benennen kann, hört Applaus, oder falls er oder sie danebenlag, auch schon einmal das Geräusch einer Toilettenspülung. Holger Hinze jedenfalls hat sich inzwischen mit dem digitalen Unterricht nicht nur angefreundet, sondern nutzt ihn auch, um sein eigenes kreatives Potenzial weiterzuentwickeln und selbst ständig dazuzulernen.

Die Erfahrung, die der Rütinger Gitarrenlehrer derzeit macht, ist eine, die die meisten, der über 70 Lehrkräfte an der Kreismusikschule derzeit machen. Das berichtet Anna Kopperschmidt, Cello- und Klavierlehrerin und stellvertretende Schulleiterin des Instituts. „Lehrkräfte, die partout nicht damit zurechtkommen, können wir an einer Hand abzählen.“

Schlagzeug online lernen? Kein Problem!

Der legendäre Hartwig Kessler, der in Nordwestmecklenburg gut bekannte und inzwischen ehemalige Leiter der Kreismusikschule, der im September des vergangenen Jahres das Zepter an den neuen Schulleiter Hidehisa Edane und seine Stellvertreterin Anna Kopperschmidt weitergab, reagierte sofort, als der erste Corona-Lockdown im März 2020 das Land lahmlegte. „Hartwig Kessler wollte sofort wissen, wie das mit dem Online-Unterricht funktioniert, und holte sich Rat von allen Seiten.“, sagt Kopperschmidt.

Viele Wegbegleiter aus Politik und Verwaltung des Landkreises Nordwestmecklenburg (links: Landrätin Kerstin Weiss) verabschiedeten Ende August 2020 Heidrun Bank und Hartwig Kessler, Leiter und Gründer der Kreismusikschule „Carl Orff“, in den Ruhestand.
Quelle: Malte Behnk

Auf diese Weise sammelte man an der Kreismusikschule bereits früh seine Erfahrungen und war gut auf den zweiten Lockdown vorbereitet. Inzwischen kann man dort sogar Einstiegskurse online buchen. Gerade was Musikalische Früherziehung angeht, Musiktheorie, erste Anleitungen an einem Musikinstrument, gibt es online gute Möglichkeiten. Ganz neu im Programm ist ein Online-Schlagzeug-Kurs.

Kontakt Kreismusikschule NWM

Kreismusikschule „Carl Orff“, Hauptsitz Grevesmühlen, Rehnaer Straße 51, 23936 Grevesmühlen – Telefon: 03 88 1 / 71 96 88 – E-Mail: info (at) kms-nwm.de

Arbeitsstätte Wismar: Turnplatz 5, 23970 Wismar – Telefon: 03 84 1 /21 18 81 – E-Mail: info (at) kms-nwm.de

Das Musikschulbüro ist aufgrund der aktuellen Situation nur telefonisch oder per Mail zu erreichen.

Informationen über das derzeitige Fernunterrichtsangebot der Musikschule auf der Webseite: www.kms-nwm.de

Eine Anmeldung zum Unterricht ist auch jetzt jederzeit möglich.

Und dennoch – große Vorfreude auf Präsenz-Unterricht

Auch digitale Ferienkurse fanden in diesen Winterferien zum ersten Mal statt. Insgesamt 70 Kinder nahmen an den Online-Kursen teil. Es gab sogar einen Kurs zum musikalischen Eltern-Kinder-Yoga, der gut angenommen wurde. Das Ferienangebot will die Musikschule ausbauen, online, und wenn das endlich wieder möglich ist, auch in Präsenz.

Denn eines, sagt die stellvertretende Schulleiterin Kopperschmidt, sei schon zu spüren. Bei allem, was die Lehrkräfte der Schule auch online inzwischen können und transportieren, um ihren Schützlingen das Lernen auf diese Weise zu erleichtern. Nach und nach trete eine „digitale Ermüdung“ ein, besonders bei einigen Kindern.

Insofern, sagt Kopperschmidt, habe ihr Kollege Hinze durchaus recht. „Ganz ohne Präsenz geht es nicht. Es ist die persönliche Ansprache, die Korrektur einer Handhaltung, das gemeinsame Sitzen und Musizieren in einem Raum, auf das sich viele Kinder und auch wir Lehrer inzwischen ganz besonders freuen, wenn es endlich wieder möglich ist.“

Von Annett Meinke

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