Start day-news Kinder dürfen bei Schnupfen wieder ohne Test in die Kita

Kinder dürfen bei Schnupfen wieder ohne Test in die Kita


Auch mit Schnupfnasen, Hüstelchen und kurzem Räuspern dürfen Kinder wieder den Kindergarten ohne Umwege ansteuern. Durch die Änderungen der neuen Corona- Kindertagesförderungsverordnung ist eine ärztliche Abklärung für Eltern von Kindern mit leichten Erkältungssymptomen nicht mehr erforderlich. Die OSTSEE-ZEITUNG hat bei Leiterinnen und Trägern von Einrichtungen nachgefragt, welche Auswirkungen die Änderungen auf die Kitas und Gruppen haben.

In den Kindertagesstätten „Villa Kunterbunt“, „Landknirpse“, „Trampolin“ und der Naturkita vom Träger Jugendfreizeit e. V. läuft fast alles wie gewohnt. „Noch ist alles im normalen Bereich. Zu dieser Jahreszeit im Wetterkarussell kommen schon ein paar Schnupfnäschen zusammen“, sagt Geschäftsführerin Beate Kottke. Und die können, wie sonst auch, in die Gruppe marschieren. Nach den Lockerungen berücksichtigen die Erzieher und Leiter die neuen Handlungsempfehlungen, die dem generellen Verfahren in solchen Situationen entsprechen.

„Es war schon immer so, dass je nach Zustand und Schwere der Symptome entschieden wird, ob die Eltern benachrichtigt werden oder das Kind in der Gruppe bleiben kann. Wegen eines Räusperns mussten die Kleinen auch früher nicht zuhause bleiben“, weiß Kottke. „Bei Fieber allerdings heißt es sofort raus, ob Corona oder Erkältung. Das Ansteckungsrisiko in der Gruppe wird dann zu akut, das auch die Erzieher belasten kann. Unabhängig von der Pandemie sind wir so schon immer verfahren“, erzählt Kottke.

„Ein Fließschnupfen ist kein Grund, das Kind nach Hause zu schicken“

Das frühzeitige Vorkommen des RS-Virus wurde ebenfalls in der Region in und um Grimmen registriert. Davon waren auch Kinder, die die Einrichtungen von Leiterin Imke Pfennig besuchen, bereits betroffen. Durch anhaltende Symptome und die längere Dauer der Genesung haben Kinder in den Gruppen gefehlt. Daneben gab es eben auch Kinder mit leichten Erkältungen. „Um abzuwägen, wie am besten gehandelt wird, steht im Vordergrund – wie geht es dem Kind“, erklärt Pfennig. Dabei solle kein erhöhtes Risiko in Kauf genommen werden und den Handlungshinweisen konform gehandelt werden, aber: „Wenn das Kind gut drauf ist, keine Auffälligkeiten bis auf die laufende Nase aufweist, ist zurzeit alles im Rahmen“.

Bei Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes werden in den Kitas „Purzelbaum“ und „Rappelkiste“ in Elmenhorst und Zarrendorf die Eltern informieret. „Bei Fieber heißt es sofort nach Hause. Ein Fließschnupfen hingegen ist kein Grund, das Kind nach Hause zu schicken“, so Pfennig weiter. Der Übergang von Sommer zu Herbst und der ständige Wetterwechsel seien mit Schnupfnasen und kratzendem Hals verbunden.

Die Änderungen der Corona- Kindertagesförderungsverordnung findet die Leiterin nicht schlecht in Anbetracht dessen, dass die Übergangszeit generell von einem erhöhten Erkältungsaufkommen bei Kindern und Erwachsenen geprägt ist.

Keine Erkältungen, dafür Magen-Darm-Infekte

Die Kita „Landknirpse“ in Buchholz wird momentan von Erkältungen verschont. „Wir haben mehr Magen-Darm-Infekte, aber auch das ist normal für diese Zeit“, erklärt Katrin Bartz, Leiterin und Vorstandsvorsitzende des Trägers Elternverein Pöglitz e. V. Davor liefen die Nasen einiger Kinder, doch: „Nur wegen einem kleinen Schnupfen oder hier und da ein Husten können die Kinder trotzdem kommen“. Die Differenzierung der Schwere der Symptome nach den Handlungsempfehlungen des Landes wurden zusammen mit den Erziehern diskutiert. „Im Prinzip ist es wie eh und je und zu dieser Zeit nicht unüblich“, weiß Bartz.

Die Änderungen der Corona- Kindertagesförderungsverordnung begutachtet die Leiterin auch mit Verständnis den Eltern gegenüber. „Damit die Eltern nicht wegen allem mit den Kindern zum Arzt gehen müssen, worüber wir sonst auch nicht diskutiert hätten“, so Bartz weiter.

Von Christin Assmann

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