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Junge-Union-Chef Kuban will Generationenwechsel – und einen deutschen Sebastian Kurz für die CDU


Osnabrück. Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, fordert nach dem enttäuschenden Ergebnis für die Union bei der Bundestagswahl einen Generationenwechsel in der Führung der CDU.

„Es gibt bei uns viele jüngere Köpfe, die eine Neuausrichtung der Partei wollen. Jetzt auf sie zu hören, würde der Partei sehr guttun. Wir brauchen einen Generationenwechsel“, sagte Kuban der „Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) in einem Interview. Man müsse überlegen, wie man jüngere Köpfe sichtbarer mache, fügte Kuban hinzu.

Vorbild Sebastian Kurz?

Vorbild könnte für ihn offenbar Österreich sein: Dort sehe man, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) es auch als junger konservativer Politiker schaffe, bei den Jüngeren auf Platz eins zu liegen, so der JU-Vorsitzende.

Die Einschätzung Kubans teilen nicht alle Mitglieder der Union. Der ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz (CDU), schrieb auf Twitter, dass der „Merkel-muss-weg-Flügel in der Union“ schon lange dieser Meinung sei. „Wer sich mit Inhalt und Stil der Politik von Sebastian Kurz beschäftigt, kommt zu einem ziemlich anderen Ergebnis als der Vorsitzende der Jungen Union“, fügte Polenz hinzu.

Nach seinem Eingeständnis über die Wahlniederlage kritisierte Kuban das Wahlergebnis und den Umgang seiner Partei damit erneut: „Wenn man als CDU das schlechteste Ergebnis der Geschichte erhalten hat, kann man nicht weitermachen wie bisher. Dann muss es eine inhaltliche und personelle Erneuerung geben.“

Er sei der festen Überzeugung, dass man sich auch in einer Regierung erneuern könne. Dafür brauche es aber neue Köpfe und nach 16 Jahren mit Angela Merkel eine inhaltliche Neuausrichtung, so Kuban.

„Großes Vertrauen zwischen Personen in Union und FDP“

Deshalb zeigte sich Kuban erfreut über den Auftakt zu Verhandlungen zwischen Union und FDP für ein Jamaika-Bündnis am Sonntag. „Die inhaltlich größten Schnittmengen haben wir mit der FDP, und es gibt ein großes Vertrauen zwischen den Personen. Deshalb ist es richtig, dass wir frühzeitig sprechen“, sagte Kuban der „NOZ“.

Ob Markus Söder die Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition führen und möglicherweise sogar als Kanzler vorstehen sollte, dazu wollte sich Kuban nicht klar äußern. „Jetzt geht es erst mal darum, dass Armin Laschet und Markus Söder gemeinsam die Gespräche führen. Wir werden in den nächsten Wochen wissen, wie sie verlaufen sind. Wenn die SPD sich mit Grünen und FDP nicht einigt, stehen wir bereit.“

Kuban: Jamaika-Koaliton wäre „gutes Bündnis für Deutschland“

Mit einer Jamaika-Koalition könne man „ein gutes Bündnis für Deutschland schaffen“, so Kuban. Um jeden Preis solle dieses Bündnis aber nicht zustande kommen.

„Was jetzt nicht gelten darf, ist, dass wir um jeden Preis regieren: Wir müssen für uns klar werden, ob wir bei der Schuldenbremse, keine Steuererhöhungen, dem Zwei-Prozent-Ziel der Nato und der Abschiebung von Straftätern bei unserem Kurs bleiben. Wenn es zu Verhandlungen kommt, brauchen wir klare Leitplanken“, betonte Kuban.

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