Start day-news Inzidenz in Rostock wieder unter 50: Öffnet der Einzelhandel früher?

Inzidenz in Rostock wieder unter 50: Öffnet der Einzelhandel früher?


Der Einzelhandel in der Hansestadt könnte bald schon wieder öffnen. Seit Herrentag liegt Rostocks Inzidenz wieder unter 50. Bleibt das auch für die nächsten sieben Tage so, dürfen die Geschäfte schon vor der offiziellen landesweiten Öffnung am 25. Mai wieder Kunden begrüßen. In den vergangenen sieben Tagen haben sich „nur“ 101 Menschen in Rostock nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Offen lässt die Stadt Rostock allerdings, wo sich Häufungen von Infektionen im Stadtgebiet ergeben. Ob zum Beispiel im dicht besiedelten Groß Klein, im jungen Szeneviertel Kröperliner Tor-Vorstadt oder in der einwohnerstarken Stadtmitte. Insgesamt haben sich mit Stand Donnerstag 2978 Menschen nachweislich in Rostock mit dem Coronavirus infiziert. 35 sind daran gestorben. Das ist allerdings die niedrigste Zahl bei Todesfällen in einer kreisfreien Stadt oder Landkreis in MV. Nur in Schwerin infizierten sich weniger Menschen mit dem Virus als in Rostock.

Rostock will Zahlen nicht nach Stadtteilen aufschlüsseln

Das, was andere Städte längst machen, lehnt die größte Stadt des aber Landes ab. „Wir haben keine Stadtteil-Statistik – weil wir sie nicht brauchen. Das Robert-Koch-Institut fordert sie nicht. Wir wissen auch so, wo wir das Infektionsgeschehen haben“, sagt Rostocks Gesundheitssenator Steffen Bockhahn (Linke) der OZ.

Dabei gibt es die Software „Sormas“, die die Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern nutzen, ohne Weiteres her, Infektionsfälle auch nach zum Beispiel Postleitzahlen zu filtern. Auch die Landeshauptstadt Schwerin hat dies zumindest für einen Zeitraum von ein paar Wochen gemacht.

„Im Zusammenhang mit der bundesweiten Diskussion um Corona-Häufungen an sozialen Brennpunkten hat das Gesundheitsamt in Schwerin die Infektionszahlen in einer Stichprobe nach Postleitzahlen ausgewertet“, teilt Stadtsprecherin Michaela Christen mit. Die Daten wurden im Zeitraum vom 28. April bis 11. Mai gefiltert.

Senator: Maßnahmen können nur für die ganze Stadt gelten

Demnach gibt es prozentual gesehen mit 19,86 Prozent die meisten Fälle in den Stadtteilen Gartenstadt, Großer Dreesch, Krebsfördern und Ostorf. Insgesamt gesehen liegen aber alle Schweriner Stadtteile zwischen rund 15 und 20 Prozent. „Die Stichprobe zeigt keine signifikanten Auffälligkeiten. Eine Konzentration in sozialen Brennpunkten ist in Schwerin derzeit nicht nachweisbar“, heißt es dazu einordnend aus dem Schweriner Rathaus.

„Wir haben keine Stadtteil-Statistik – weil wir sie nicht brauchen. Das RKI fordert sie nicht. Wir wissen auch so, wo wir das Infektionsgeschehen haben.“ Steffen Bockhahn (Linke), Senator für Soziales, Jugend, Schule und Sport
Quelle: Ove Arscholl

Auch Städte wie Münster, Dresden oder Leipzig haben aufgeschlüsselt, wie sich die Corona-Infektionen auf einzelne Stadtteile verteilen. Eine solche Analyse der Fallverteilung in der Stadt soll es für Rostock laut Rathaus jedenfalls nicht geben. „Und Maßnahmen können nur für die ganze Stadt gelten, nicht für einzelne Stadtteile“, erklärt Senator Steffen Bockhahn kurz und knapp dazu.

Gute Nachrichten kommen aber vom Landesgesundheitsamt, das am Donnerstag eine Inzidenz von 48,3 für die Hansestadt an der Warnow veröffentlicht hat. Und: Bleibt Rostocks Inzidenz bis einschließlich kommenden Mittwoch bei unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, könnten ab nächstem Donnerstag die Läden laut aktueller Corona-Landesverordnung wieder öffnen.

Nötig ist dafür aber eine Allgemeinverfügung der Stadt. Die Rostocker könnten damit bereits fünf Tage früher wieder shoppen gehen als in Landkreisen mit einer Inzidenz von über 50. Möglich ist dies auch schon im Landkreis Vorpommern-Rügen. Dort liegt die Inzidenz aktuell bei nur 34,7.

Von Michaela Krohn

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