Start day-news In welchen Bundesländern Benzin und Diesel am günstigsten sind

In welchen Bundesländern Benzin und Diesel am günstigsten sind


In den letzten Wochen sind die Preise für Benzin und Diesel in ganz Deutschland deutlich angestiegen. Laut ADAC kostete Diesel im September im Schnitt 141,1 Euro, Super E10 lag bei durchschnittlich 156,9 Euro. Damit ist Sprit so teuer wie noch nie in diesem Jahr. Als Grund macht der ADAC vor allem den zuletzt stark gestiegenen Ölpreis aus. Außerdem steigt der Preis für Diesel mehr als für Benzin, da im Herbst die Nachfrage nach Heizöl am größten ist. „Dies sorgt auch für eine noch stärkere Verteuerung an den Diesel-Zapfsäulen“, so der ADAC.

Allerdings fallen die Spritpreise an der Tankstelle je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus: In einer ADAC-Erhebung von 2020 war Diesel vor allem in Rheinland-Pfalz, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern am günstigsten. Benziner konnten in Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Berlin besonders günstig vollgetankt werden.

Hat sich an diesem Ranking etwas geändert? Aufschluss geben Benzinpreis-Vergleichsportale wie Benzinpreis-Blitz, die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auswerten. Weit vorne sind unter den günstigsten Dieselbundesländern zum Zeitpunkt unserer Stichprobe (13. Oktober 2021, 19 Uhr) auch weiterhin die vier Bundesländer der ADAC-Erhebung aus dem letzten Jahr. Hier kostet Diesel im Durchschnitt 1,49 Euro. Noch günstiger ist Diesel nur in Berlin (1,45 Euro) und Sachsen (1,46). Berlin führt auch den Benzinpreisvergleich für Super E10 an. Dort kostet der Liter 1,58 Euro und ist damit fast drei Cent günstiger als durchschnittlich in Bremen.

ADAC rät: möglichst zwischen 20 und 22 Uhr tanken

„Die regionalen Spritpreisunterschiede lassen sich nur durch unterschiedliche Marktstrategien bei den Rohölkonzernen erklären“, sagt ADAC-Sprecherin Katja Legner gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Denn bei Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer und Rohölpreis haben die Konzerne kaum einen Spielraum. Ein wichtiger Faktor für den Preis ist aber der Deckungsbeitrag: Er enthält Aufschläge für Transport, Lagerhaltung, Verwaltung, Vertrieb und Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule. „Den Deckungsbeitrag können die Konzerne flexibel gestalten, alle anderen Faktoren sind für alle Regionen identisch“, so der ADAC.

Transport und Standortfaktoren sieht auch der Mineralölwirtschaftsverband als zwei Gründe für Preisunterschiede an. Verbandssprecher Alexander von Gersdorff erklärt gegenüber dem RND: „Die regionale Tankstellendichte, gerade im Verhältnis Stadt – Land sowie die Nähe zur Raffinerien und Tanklagern kann den Preis beeinflussen, da die Transportkosten nahezu wegfallen“. Auch die Nähe zu konkurrierenden Tankstellen in Nachbarländern, etwa in Polen und Österreich, kann zu regionalen Preisunterschieden führen. „Aber am Ende bleibt immer eine Lücke – wir können die Unterschiede nicht auf den Cent erklären“, so von Gersdorff.

Die genaue Lage der Tankstellen sieht auch Peter Kretzschmar von der Tankstellenkette Aral (BP) als wichtigen Faktor für regionale Preisunterschiede: „Der jeweils günstigste Anbieter setzt die anderen Tankstellenbetreiber preislich unter Zugzwang“, sagte er dem RND.

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Dies bestätigt auch die Tankstellenkette Total gegenüber dem RND. Regionale Unterschiede seien teils von den Wettbewerbsdichte anhängig, würden aber auch mit Überkapazitäten in den Tanklagern im Süden zusammenhängen. „Aus unserer Sicht sind seit längerem Berlin, Bayern, Hamburg, RP und Sachsen die günstigen Gegenden in Deutschland“, so Total.

Kundinnen und Kunden sollten möglichst zwischen 20.00 und 22.00 Uhr tanken, rät der ADAC. Da seien die Spritpreise meist am niedrigsten. Außerdem lohne es sich, immer wieder die Preise zu vergleichen.

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