Start day-news In Rostock hängen immer noch Wahlplakate: Diese Strafen drohen jetzt

In Rostock hängen immer noch Wahlplakate: Diese Strafen drohen jetzt


Die Bundes- und Landtagswahlen sind jetzt knapp drei Wochen her. Trotzdem hängen noch zahlreiche Plakate der antretenden Parteien und ihrer Kandidaten in Rostock. Eigentlich dürfte das nicht sein: Zwei Wochen nach der Wahl hätten alle aus dem Stadtbild verschwunden sein müssen. Jetzt drohen den Parteien Strafen: 50 Euro werden für jedes Plakat fällig, das die Stadt entsorgen muss. Die wollen die Parteien natürlich gerne vermeiden.

Die FDP zeigt sich schuldbewusst: „Manche ärgern sich über die Plakate, die jetzt noch hängen – und das ist auch berechtigt“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende Christoph Eisfeld. Eigentlich seien die Liberalen mit dem Abnehmen ganz gut dabei. „Aber uns erreichen noch Einzelmeldungen über die sozialen Medien. Dem gehen wir sofort nach, denn das ist für uns als Partei auch eine Gelegenheit zu zeigen, dass wir das ernst nehmen“, so Eisfeld.

Irgendwann wird man betriebsblind

Auch Linken-Kreisgeschäftsführer Andreas Reinke räumt ein: „Unsere Teams haben die Plakate eigentlich überall abgenommen. Aber irgendwann wird man betriebsblind und übersieht das eine oder andere.“

Die Parteimitglieder seien zuletzt am Montag auf Kontrollgängen gewesen und hätten dabei letzte Nachzügler entfernt. „Wir suchen dabei auch nach abgerissenen Plakaten in Büschen und Gräben“, versichert Reinke. Denn auch für diese müsste die Partei zahlen, wenn die Stadt sie aufliest.

Manuela Schwesig zum Mitnehmen

SPD-Kreisgeschäftsführer Martin Warning hat gerade erst selbst mit angepackt: „Ich habe gestern einige Kubikmeter voll Plakate in einem voll beladenen Transporter zum Recyclinghof gebracht.“ Die SPD hatte Plakate aus Kunststoff aufgehängt, die zu Granulat verarbeitet werden. „Wir können nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass noch welche hängen“, sagt Warning.

Die Plakate bleiben auch nach der Wahl Eigentum der Parteien und dürfen eigentlich nicht einfach von anderen abgenommen werden. Aber Warning gibt sich großzügig: „Wer jetzt noch eines findet, kann es sich gerne mitnehmen.“

Zügig abarbeiten

Die Grünen haben dagegen ganz umweltbewusst auf Pappe gesetzt. Die Plakate, die bis Ende vergangener Woche abgehängt wurden, können daher laut Kreissprecher Christopher Dietrich einfach im Papiermüll entsorgt werden. „Es gibt allerdings immer noch einzelne, die uns gemeldet werden, das arbeiten wir jetzt zügig ab.“

Die AfD war nach Angaben von Direktkandidat Helmut Schulz bereits am vergangenen Freitag mit dem Abnehmen durch. Am Donnerstagabend wollten Mitglieder aber noch einmal mit Autos durch die ganze Hansestadt fahren, um die letzten zu finden. „Teilweise sind sie nicht mehr so gut zu erkennen, weil viele unserer Plakate beschädigt wurden“, sagt Schulz.

Kontrollen derzeit kaum möglich

Nur die CDU hinkt nach Angaben von Kreischef Daniel Peters ein wenig hinterher: „Wir wissen, dass noch einige Plakate hängen, die aber noch bis Ende dieser Woche abgenommen werden“, verspricht er. „Wir machen das alles in Eigenregie und sind auf das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder angewiesen.“

Trotzdem lobt das zuständige Mobilitätsamt: „Im Großen und Ganzen bewertet das Amt die Stadt als aufgeräumt, nur vereinzelt sind noch Plakate vorzufinden.“ Mit Strafen müssen die Parteien erst einmal kaum rechnen: „Kontrollen erfolgen derzeit aufgrund personeller Engpässe nur eingeschränkt. Daher ist die Verwaltung auch auf Hinweise Dritter angewiesen. Diese können an die E-Mail-Adresse mobilitaet@rostock.de gesandt werden.“

Von Axel Büssem

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