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Glawe bleibt Grimmens Mann in Schwerin


Grimmens Mann in Schwerin wird auch zukünftig Harry Glawe (CDU) sein. Der Wirtschaftsminister und Grimmens Stadtpräsident holte wieder das Direktmandat für den Landtag Mecklenburg Vorpommern im Wahlkreis 24 (knapp 33 % um 22.30 Uhr nach Auszählung von 40 von 47 Wahlbezirken).

SPD: Mario Bauch freut sich mit seinen Genossen

Für Marion Bauch (SPD) hat es dagegen nicht gereicht (22,8%). Doch auch er freut sich – mit seinen Genossen von der SPD, die vor allem bei den Landtagswahlen so gut abgeschnitten haben. Für ein Direktmandat aus dem Wahlkreis 24 des Grimmener langte es jedoch nicht. Der Wahlkreis 24 umfasst die Stadt Grimmen, die Gemeinden Süderholz und Sundhagen, Teile der Stadt Stralsund sowie das Amt Franzburg-Richtenberg.

Mario Bauch (SPD)
Quelle: privat

Auch über die Landesliste werde es wohl nichts für die Arbeit von Mario Bauch im Landtag. „Dafür stehe ich zu weit hinten auf dieser Liste“, sagt er. Trotzdem dankt er seinen Unterstützern und kann den überzeugenden Sieg seiner Partei im Land immer noch nicht fassen.

Harry Glawe dagegen nimmt zwar Gratulationen zum Direktmandat an, „für meine Christdemokraten ist dieser Sonntag aber kein Freudentag“, sagt er. „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht. Grundsätzlich sei die Landes-CDU gesprächsbereit, eine Regierung mitzubilden, wenn es ein Gesprächsangebot der SPD gebe, sagte Glawe auf Nachfrage. Das liege jetzt aber in Hand der Sozialdemokraten.

Harry Glawe (CDU).
Quelle: Cornelius Kettler

Latendorf: Die Linke braucht mehr Nachwuchs

Für Armin Latendorf ist der Traum, mit einem Direktmandat in den Schweriner Landtag einzuziehen, ausgeträumt (9,2%). „Aber damit habe ich gerechnet, das war abzusehen, und deshalb bin ich auch nicht enttäuscht“, sagt der Linken-Politiker, der für seine Partei in der Grimmener Stadtvertretung arbeitet. „Man müsse ja realistisch sein, und dann durfte man nicht mit einem anderen Ausgang rechnen, sagt er. Er sei als Direktkandidat vor allem angetreten, um für Zweitstimmen für seine Partei zu werben. Aber auch das hätte nicht besonders gut geklappt. Auf Landesebene konnten die Linken knapp zehn Prozent und damit Verluste einfahren.

Armin Latendiorf (Linke).
Quelle: Raik Mielke

Latendorf rechnet damit, dass seine Partei maximal sieben bis acht Abgeordnete im Landtag stellen wird. „Und für Vorpommern-Rügen sieht es dabei schlecht aus“, sagt er. Für ihn sei es jetzt wichtig, in die Zukunft zu blicken. Latendorf: „Wir brauchen Nachwuchs“. Neue Leute für seine Partei auf kommunaler Ebene zu gewinnen, sei jetzt die Hauptaufgabe.

Der SPD-Mann Mario Bauch war übrigens einer derjenigen, die gleich morgens ihre Stimme abgegeben hatten. „Ich bin viel zu aufgeregt, als dass ich lange schlafen könnte, hatte er im Vorfeld gesagt. Dann hieß es für den Grimmener, der übrigens in der Regionalschule wählte, abzuwarten.

Warteschlangen in Südwest

Eine lange Warteschlange hatte sich am Wahlvormittag in Grimmen-Südwest an der Grundschule gebildet.
Quelle: Almut Jaekel

Wartezeit mussten auch die Wähler in Kauf nehmen, die am späten Vormittag in Grimmen-Südwest ihre Kreuzchen machen wollten. „Ich warte hier schon länger als eine halbe Stunde und bin immer noch nicht im Wahllokal“, sagte Ulrich Schmidt. Seiner Meinung nach war die Wahl dort nicht besonders gut organisiert worden, weil zwei Wahllokale in einem Gebäude untergebracht waren.

„Ich glaube nicht, dass die Wartezeiten daran lagen“, sagt jedoch Grimmens Gemeindewahlleiter Ingo Belka. Wenn sich viele Grimmener entscheiden, noch kurz vor Mittag das Wahllokal aufzusuchen, gebe es eben einen solchen Andrang, meint er. Den 8036 Grimmener standen neben der Briefwahl-Möglichkeit elf Wahllokale zur Verfügung.

Nicht gerade Andrang, aber ein ständiges Kommen und Gehen herrschte im Vorländer Wahllokal der Gemeinde Splietsdorf zur gleichen Zeit. Dort waren gegen 11.30 Uhr bereits 80 der insgesamt mehr als 300 Wahlberechtigten der Gemeinde vor Ort gewesen. Da der Wahlvorstand auch für diese kleine Gemeinde mit etlichen Briefwählern rechnet, geht er von einer hohen Beteiligung aus.

Viele Briefwähler

Gleich zwei Briefwahlbezirke waren bei diesen Wahlen in Grimmen eingerichtet worden. Pünktlich um 18 Uhr wurden auch diese geschlossen und die ersten Umschläge geöffnet. Mehr als 1800 Wähler aus dem Stadtgebiet hatten sich in Coronazeiten für diese Form der Stimmabgabe entschieden und die entsprechenden Unterlagen angefordert. Einer von ihnen war Bürgermeister Marco Jahns. „Ich wollte auf jeden Fall sichergehen, dass meine Stimme zählt“, begründet er diese Entscheidung. Denn, so befürchtete er, wenn er krank geworden wäre oder in Corona-Quarantäne gemusst hätte, wäre die Wahl wesentlich schwieriger für ihn geworden, meinte Jahns.

Von Almut Jaekel

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