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„Geht nicht spurlos an mir vorbei“: 96-Trainer Kocak steht in Bochum vor seinem ersten Endspiel


Seit 17 Monaten trainiert Kenan Kocak die Mannschaft von Hannover 96. Mit Hochs und Tiefs, der 40-Jährige nennt es „Wellen“. Bis zur vergangenen Woche lebte Kocak ohne die Sorge, einen Rettungsring zu brauchen. Das hat sich aber nun geändert. Die Partie am Sonntag (ab 13.30 Uhr im SPORTBUZZER-Liveticker) in Bochum ist Kocaks erstes Endspiel. „Das ist natürlich etwas Neues für mich“, gibt Kocak zu. „So etwas geht auch nicht spurlos an mir vorbei.“

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„Ich gebe alles für den Verein“

Es menschelt, wenn der Trainer erzählt, „dass mein zehnjähriger Sohn auch etwas liest und mich mit bestimmten Sachen konfrontiert“. Aber der Herr Papa wird ihm vermutlich wie auch den Journalisten erklären, „das ist mein Job“. Den will er auch erfüllen. „Ich lasse mir nichts nachsagen, ich gebe alles für den Verein. Alles andere liegt sowieso nicht in meiner Macht.“

Das ist der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2020/21 der 2. Bundesliga:

Hannover 96 spielt in der aktuellen Zweitligasaison unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf, den HSV und Eintracht Braunschweig. 

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Unzufriedenheit mit der Personalwahl

Es hatte immer mal wieder ein bisschen Gegrummel über Kocaks Aufstellungen und Auswechslungen gegeben. Es ist ja nicht so, dass 96 einen Jubellauf durch die 2. Liga hinlegt. Auch 96-Chef Martin Kind hätte sich mehr Konstanz in der Personalwahl gewünscht. Noch am Tag vor dem Würzburg-Spiel war Kind aber überzeugt von Kocak und Sportchef Gerhard Zuber: „Wir gehen mit ihnen in die neue Saison.“

Kind hatte sicher geglaubt und vorausgesetzt, dass 96 den Letzten besiegen werde. Die Mannschaft verlor je­doch nach katastrophaler Leistung wie im Hinspiel mit 1:2. Drei Tage später folgte das 1:3 gegen Heidenheim.

Krisentreffen bei 96-Chef Kind

Am Montag, dem Tag da­nach, folgte ein Krisentreffen bei Kind, das Kocak als „gutes und offenes Ge­spräch“ bezeichnet. „Ich bin zufrieden mit dem Inhalt, kann aber die Enttäuschung bei Martin Kind verstehen, wenn der Ertrag nicht da ist, den man sich gewünscht hat.“

Nicht Wunsch, sondern Ziel war der Aufstieg. „Das haben wir gemeinsam abgestimmt“, nimmt Kind sowohl Trainer als auch Sportchef in die Pflicht. Unter der Prämisse sei die Mannschaft zusammengestellt worden. Kocak hat die interne Abmachung allerdings öffentlich nie eingestanden.

„Wenn es nicht läuft, kommen sie alle aus den Ecken“

Der Trainer fühlt sich ungerecht behandelt, nennt aber nicht Ross und Reiter. „Wenn es nicht läuft, kommen sie alle aus den Ecken und geben Schuldzuweisungen ab. Das ist nicht mein Charakter. Ich mache so etwas nicht hintenrum und suche nicht nach Ausreden.“

Er könne es sich „einfach machen und öffentlich dieses und jenes sagen“, aber das sei nicht sein Stil. Er sei „zwar ergebnisabhängig als Trainer, aber man muss auch den Prozess und die Entwicklung sehen“. Er sei „zuversichtlich, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist“.

Deutlicher Abwärtstrend

Diese Einschätzung wird von den Fakten jedoch nicht gedeckt, sie weisen vielmehr auf einen deutlichen Ab­wärts­trend hin. In der vergangenen Saison spielte 96 unter Kocak die viertbeste Rückrunde und wurde Sechster. Zur Belohnung verlängerte Kind den Trainer-Vertrag bis Juni 2023.

Das sind die Trainer von Hannover 96 seit dem Aufstieg 2001

Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka.

© imago/

Vorletzter in der Rückrundentabelle

Auf Rang sechs beendete 96 dann auch die Hinrunde der aktuellen Spielzeit. Die Aufstiegshoffnung lebte. In der Rückrundentabelle landet 96 aber auf einem Abstiegsplatz, ist Vorletzter, mit einem Nachholspiel.

In Abstiegsgefahr sieht Kocak 96 dennoch nicht. „Das wird nie der Fall sein. Die Mannschaft wird noch erfolgreiche Spiele bestreiten.“ Die Frage ist allerdings – mit welchem Trainer?



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