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G20 wollen mehr Kooperation bei der Verteilung von Impfstoffen


Rom. Mit stärkerer internationaler Zusammenarbeit bei der Produktion und Verteilung von Impfstoffen wollen die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) Gesundheitskrisen in Zukunft verhindern. Impfstoff-Hersteller sicherten ärmeren Ländern bei einem digitalen Welt-Gesundheitsgipfel am Freitag in Rom die Lieferung von mehr als einer Milliarde Corona-Impfdosen bis zum Jahresende zu.

Die EU will außerdem mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten für Impfstoffproduktion in Afrika finanzieren, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigte. In einer „Erklärung von Rom“ wollten sich die G20-Staaten, darunter China, USA und Indien, auf Grundsätze einigen, um in Zukunft besser gegen Gesundheitskrisen gewappnet zu sein.

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Neue Corona-Variante wurde in Afrika entdeckt

In Afrika ist laut der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC eine neue Corona-Variante registriert worden.  © dpa

Italien hält den G20-Vorsitz

Italien unter Ministerpräsident Mario Draghi hält derzeit den G20-Vorsitz. Das Mittelmeerland organisierte den Gipfel zusammen mit der EU-Kommission. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in einer Videoschalte, man habe gelernt, dass die Pandemie nur vorbei sei, wenn alle Zugang zu Impfstoffen hätten. Viele Redner erwähnten Afrika, wo die Corona-Impfkampagne nur sehr langsam voran komme und Vakzine fehlten – nicht zuletzt, weil die G20-Staaten einen großen Teil davon für sich beansprucht hätten.

Vertreter von Institutionen, wie etwa Microsoft-Mitgründer Bill Gates, forderten angesichts der Ungleichheiten einen faireren Zugang zu Impfstoffen. Zudem müssten Forschung und Impfstoffentwicklung beschleunigt werden.

„Niedrigkostenpreis“ bei Impfstoff für Entwicklungsländer

Mehrere Hersteller von Corona-Impfstoffen sicherten in Videobotschaften ärmeren Ländern die Lieferung von mehr als einer Milliarde Impfdosen bis zum Jahresende zu. Biontech/Pfizer (rund eine Milliarde Dosen), Moderna (rund 95 Millionen Dosen) sowie Johnson & Johnson (rund 200 Millionen Dosen) versprachen insgesamt knapp 1,3 Milliarden Einheiten.

Die Lieferungen für Entwicklungs- und Schwellenländer sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. 2022 sollen ebenfalls mehr als eine Milliarde Dosen zur Verfügung gestellt werden. Die ärmsten Staaten sollen demnach nur die Herstellungskosten bezahlen müssen, für Entwicklungsländer soll ein „Niedrigkostenpreis“ gelten.

EU will Impfstoffproduktion in Afrika fördern

Die EU will außerdem mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten für Impfstoffproduktion in Afrika finanzieren. Die sogenannten Hubs sollen laut von der Leyen über den Kontinent verteilt errichtet werden. Wo genau, verriet sie nicht. Bei einer möglichen Gesundheitskrise in der Zukunft könnten an den Standorten dann Impfstoffe hergestellt werden und afrikanische Länder hätten schneller Zugang, um ihre Bevölkerung impfen zu können.

Bis Jahresende wollen die EU und ihre Mitgliedstaaten von der Leyen zufolge außerdem mindestens 100 Millionen Corona-Impfdosen an das internationale Impfprogramm Covax sowie Entwicklungs- und Schwellenländern spenden. Von der Leyen sagte, die Corona-Krise müsse die letzte globale Pandemie gewesen sein.

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