Start day-news Finanzierung von Wirtschaftsgebäude im Kloster nicht gesichert

Finanzierung von Wirtschaftsgebäude im Kloster nicht gesichert


Die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes im Kloster Bad Doberan ist derzeit nicht gesichert. 7,5 Millionen Euro soll die Revitalisierung des denkmalgeschützten Gebäudes kosten. Der Bund möchte das Projekt mit fünf Millionen Euro fördern. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte im Juni 2018 grünes Licht gegeben. Doch laut Bürgermeister Jochen Arenz liegt im Rathaus kein Förderbescheid vor.

Und: Auch mit den Eigenmitteln der Stadt in Höhe von 2,5 Millionen Euro, die im Haushalt eingestellt sind, gibt es Probleme. „Sie sind nicht werthaltig“, sagt Jochen Arenz. Heißt laut Rathauschef, dass mit dem Geld – das aus dem Gewinn durch den Verkauf der Ostseewohnparkgrundstücke an die Stadt gehen sollte – noch Rechnungen bezahlt werden müssen. „Es stehen noch Forderungen aus.“

Mit dem Fördermittelgeber sei die Stadt im Gespräch. Ob die Eigenmittel im Haushalt zur Verfügung stehen, wird sich noch zeigen. Immerhin plant die Stadt auch den Bau zweier neuer notwendiger Schulgebäude.

Sanierung in zwei Bauabschnitten

Das Wirtschaftsgebäude soll in zwei Bauabschnitten saniert werden. Im ersten – 7,5 Millionen teuren Abschnitt – wird der Bestand gesichert, das Gebäude geschlossen. Heißt, es werden Fenster und Türen eingebaut, ein komplettes Dach drauf gesetzt. Derzeit ist ein Teil des Gebäudes eine Ruine ohne Dach.

Die Stadt habe bereits eine sechsstellige Summe für Planungen, Gutachten und vorbereitende Maßnahmen ausgegeben, informiert Jörn Rachow, Sachgebietsleiter Hochbau im Amt für Stadtentwicklung und Umwelt, auf den Klostertagen Bad Doberan.

Im Oktober soll jetzt der Anbau zum Teil abgetragen werden. Nachdem der Schutt aus dem Darrenanbau herausgeholt worden ist, sei die Standsicherheit nicht mehrgewährleistet. Seitdem ist der Bereich eingezäunt. Bei einer Sanierung könne der obere Teil des Anbaus nicht gehalten werden, informiert Jörn Rachowe. Er werde abgetragen. Der untere Teil, der im Mittelalter erbaut wurde, bleibe erhalten, ergänzt Sabine Krahn-Schulz vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan.

Bauarbeiten sollen im März beginnen

Im März 2022 soll es dann mit der Revitalisierung des Gebäudes losgehen. Zuerst sei der Mühlenbereich dran, so Rachowe. Ab März 2023 sind dann die Arbeiten im ruinösen Teil, der im Erdgeschoss eine Veranstaltungshalle beinhalten soll, begonnen. Im Juni 2023 starten dann parallel die Arbeiten im südlichen Gebäudeteil. 2024 könnte der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Für den zweiten Bauabschnitt, der dann das Haus für die künftige Nutzung gestaltet, fehlt es noch an einer Finanzierung. Stadt und Klosterverein wollen gerne Fördermittel über das Land erwerben. Ihre Nutzungsideen hätten sie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bereits vorgestellt.

So könnte im Wirtschaftsgebäude eine zentrale Anlaufstation für alle Klosterstätten in Mecklenburg-Vorpommern werden. Grund: Bad Doberan liege an fünf europäischen Kulturrouten, davon sind drei Klosterwege, die durch Mecklenburg-Vorpommern führen, erläutert Günter Rein vom Klosterverein. Zusammen mit der Gemeinschaft Klosterstätten Mecklenburg-Vorpommern habe man das Ziel, die Wege durch Mecklenburg sichtbar werden zu lassen. Einige Flyer sind dafür bereits schon erschienen. Drei hat der Klosterverein Bad Doberan herausgebracht, darunter die Route zum Kloster Dargun. Eine zentrale Station könnte Öffentlichkeitsarbeit leisten, Kontakte pflegen, Routen entwickeln und betreuen.

Geplant sind im Wirtschaftsgebäude bisher Räume für das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek, Gastronomie, Veranstaltungssaal, öffentliche Toiletten und ein Ausstellungsraum.

Von Anja Levien

Must Read

CDU-Landeschef Althusmann rechnet mit Kampfkandidatur

Berlin. Nieder­sachsens CDU-Chef Bernd Althus­mann rechnet trotz der Versöhnungs­appelle des scheidenden Partei­vorsitzenden Armin Laschet mit der dritten Kampf­kandidatur um...

Ampel-Koalition: Sozial­verbände fordern weitgehende Sozialstaatsreform

Berlin. Sozial­verbände fordern SPD, Grüne und FDP auf, sich in den Koalitions­verhand­lungen auf Sozial­staats­reformen mit deut­lichen Verbesserungen für die...

„Reaktion, die ich mir gewünscht habe“: Leverkusen-Profis zufrieden mit Remis nach Bayern-Pleite

Dabei konnte die "Werkself" aber noch froh sein, dass ein abgefälschter Schuss aus dem Hinterhalt...

Ex-Umweltministerin Hendricks zum Klimaschutz: „Politik wird anständig abliefern“

Berlin. Barbara Hendricks (69) war in der Zeit von 2013 bis 2018 Bundesumweltministerin. Die SPD-Politikerin, die von 1994 bis 2021 dem Bundestag angehörte,...