Start day-news Eurowings und Luxair haben Usedom-Flüge abgesagt

Eurowings und Luxair haben Usedom-Flüge abgesagt


Es hätte so schön sein können: Am 8. Mai, also am Sonnabend, war Premiere für eine neue Fluglinie für Usedom-Urlauber angedacht. Die Airline „Luxair“ wollte vom Mai bis September zweimal wöchentlich – samstags und dienstags – Gäste von Luxemburg nach Usedom bringen. Die Urlauber sollen mit einer De Havilland Q400 auf die Insel kommen. Der Doppel-Turbopropeller verfügt über 76 Sitzplätze. Doch Corona und der damit verbundene Lockdown machten die Pläne zunichte.

Für den Flughafen Heringsdorf in Zirchow ist das ein herber Verlust. Doch es kommt noch schlimmer: Denn nicht nur Luxair fliegt nicht. Auch Eurowings hat für dieses Jahr alle Flüge von Düsseldorf und Stuttgart auf die Insel Usedom abgesagt, wie Thilo Naumann vom Arbeitskreis der Hoteliers, die seit Jahren den Insel-Airport unterstützen, erklärt. „Dabei hatten wir noch im November die Hoffnung, mit diesen attraktiven Linien etwas von dem aufzuholen, was wir im verkorksten Jahr 2020 eingebüßt haben. Denn statt an die 21 000 Fluggäste wie im Jahr 2019 hatten wir nur 6000 Passagiere“, so Naumann.

Notprogramm im Jahr 2020

„Dennoch: Es gab wenigstens ein Notprogramm. Im vergangenen Jahr konnten wir den Flugverkehr mit sechs Wochen Verspätung am 30. Mai aufnehmen. Dieses Jahr sieht es nur düster aus“, sagt der Hotelier. 2020 wurden zeitlich eingeschränkt nur die Linien Frankfurt (Main), Stuttgart und Düsseldorf bedient, während die Zielorte Zürich und Dortmund nicht wie geplant direkt angeflogen wurden. „Was uns im Weitermachen bestärkt hat, war die hohe Auslastung der Flieger vergangenes Jahr, die lag bei 80 bis 95 Prozent“, erklärt Thilo Naumann.

Mit acht Wochen Verspätung begann im vergangenen Jahr die Saison auf Flughafen Heringsdorf. Dieses Jahr wird es wohl kaum Linienflüge geben.
Quelle: Tilo Wallrodt

Flughafenchef Dirk Zabel zieht ebenfalls ein ernüchterndes Fazit. „Im Moment gibt es für Mecklenburg-Vorpommern keine Perspektiven. Andernorts ist schon wieder Urlaub im begrenzten Rahmen möglich und daher fliegen die Airlines lieber Warmwasserziele wie Malle an, wo die Flieger ausgebucht sind“, sagt Zabel. Urlaubsdestinationen in MV spielten daher in diesem Jahr bei den Fluggesellschaften keinerlei Rolle. „Wenn es überhaupt noch einen Linienflug gibt, dann wird der ganz gering“, so seine Prophezeiung.

Geringe Hoffnung

Hotelier Thilo Naumann bestätigt die Aussage. „Wir haben noch ein paar kleine Eisen im Feuer, wenn Urlaub auf Usedom wieder möglich sein wird. Aber da nach wie vor alles inzidenzbasiert entschieden wird und hervorragende Hygienekonzepte und sonstige Überlegungen der Tourismusbranche keinerlei Gehör im Land finden, ist der Hoffnungsschimmer sehr gering.“

Aktuell ist der Flughafen Heringsdorf, der seit 1919 existiert, für Rettungs- und Versorgungsflüge sowie Trainings-, Ausbildungs- und Tankflüge in Betriebsbereitschaft. Private Flüge sind gegenwärtig aufgrund der Landesverordnung zur Eindämmung der Coronapandemie nicht möglich. Die Hälfte der zehn Beschäftigten ist derzeit in Kurzarbeit.

Zwei Wochen Vorlauf wird benötigt

Flughafen-Geschäftsführer Dirk Zabel geht dennoch davon aus, dass es noch eine Saison geben wird. „Wir stehen, was die Saisoneröffnung anbelangt, in den Startlöchern. Mit einem Vorlauf von zwei Wochen könnten wir loslegen und den Linienflugverkehr aufnehmen“, sagt er. Daher sei man gegenwärtig auch sehr intensiv auf der Suche nach Saisonkräften. „Den Lockdown haben wir für umfangreiche Modernisierungsarbeiten genutzt, geplante Investitionen konnten und können realisiert werden. Finanzielle Unterstützung haben wir vom Land und vom Landkreis Vorpommern-Greifswald erhalten.“

Zabel und auch Naumann versichern, sich nicht unterkriegen zu lassen: „Wir gehen davon aus, an die erfolgreiche Entwicklung bis 2019 wieder anknüpfen zu können“, sagen sie. Der Impffortschritt sei überall unübersehbar, dazu gebe es überall Testmöglichkeiten. Das müsse Urlaub wieder möglich machen.

Flughafen Heringsdorf GmbH: Geschäftsführer Dirk Zabel hat dennoch Hoffnung.
Quelle: Tilo Wallrodt

„Wir haben die Unterstützung der Hoteliers der Insel, des Landkreises und der Kommune Heringsdorf sowie auch des Landes. Das Urlaubsziel Usedom ist sehr beliebt und insofern schauen wir optimistisch in die Zukunft und wären auch sehr froh, bald wieder internationale Gäste auf unserem Flughafen begrüßen zu können“, erklärt der Geschäftsführer.

Von Cornelia Meerkatz

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