Start day-news "Es ist verrückt": Jürgen Klopp kritisiert Nations League und Spielerbelastungen scharf

„Es ist verrückt“: Jürgen Klopp kritisiert Nations League und Spielerbelastungen scharf


Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar wirft ihre Schatten voraus und sorgt für einen prallgefüllten Fußball-Kalender im kommenden Jahr. Alle europäischen Ligen müssen einen Weg finden, die Winter-WM (21. November bis 18. Dezember 2022) in den Spielplan zu integrieren und trotzdem Möglichkeiten zur Regeneration für die Spieler zu schaffen. Einfach wird das nicht, vor allem wegen der Nations League, glaubt Jürgen Klopp. Im Interview mit Sky hat der Trainer des Premier-League-Klubs FC Liverpool vor allem die kommenden Sommer-Termine des UEFA-Wettbewerbs scharf kritisiert. Der deutsche Erfolgscoach sieht seine Spieler am Rande der Belastungsgrenze.

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Die neue Nations-League-Saison beginnt mit der Gruppenphase schon im Juni mit gleich vier Spieltagen (2. bis 14. Juni) auf einen Schlag – von der Anzahl der Spiele her eine Mini-EM. „Es ist verrückt, was wir da machen. Im Sommer sind auch wieder vier Spiele der Nations League, was ja auch Wahnsinn ist“, echauffierte sich Klopp. „Wir hatten damals gesagt, als die Nations League eingeführt wurde, dass das ein komplett unsinniger Wettbewerb ist. Der Grund dafür war, dass es zu viele bedeutungslose Spiele gibt, es so viele Freundschaftsspiele gibt. Aber da der Wettbewerb da ist, gibt es keine Möglichkeit mehr, mal ein Spiel rauszunehmen.“ Die Verbände hätten sich in diese Situation „reinmanövriert“, kritisiert der 54-Jährige.

Zum Nachteil aller Profis: Es sei „absoluter Wahnsinn“, dass die Spieler alles ausbaden müssten, so Klopp weiter. „Diese Gier wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen. Ich wusste nicht, dass es ein Spiel um Platz 3 in der Nations League gibt. Das macht keinen Sinn. Mit den Anforderungen für die Spieler ist das nicht möglich.“

Generell seien die Belastungen für die Profis wegen der vielen unterschiedlichen Wettbewerbe zu hoch, kritisiert der Reds-Coach. Eine richtige Vorbereitung sei nicht möglich, weil es einfach keine Pausen gäbe. „Wir haben keine Zeit mehr zu trainieren, das gibt es in keiner anderen Sportart. Beim Fußball wird viel Geld umgesetzt, bei den amerikanischen Sportarten noch mehr. Die haben alle vier Monate Pause plus eine Vorbereitung. Die spielen auch bum, bum, bum, bum – aber die haben eine Pause“, so Klopp, der gleichermaßen seine Spieler lobt, „trotzdem auf so einem hohen Niveau“ zu performen. Aber: „Langfristig kann das nur in eine Richtung führen“, ist sich der Ex-BVB-Coach sicher. „Und das ist die falsche.“



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