Start day-news Erstes Hospiz für den Landkreis Rostock soll entstehen

Erstes Hospiz für den Landkreis Rostock soll entstehen


„Wir mussten unbedingt etwas machen und die aktuelle Situation verbessern“, erzählte Dr. Katharina Moritz auf ihrer Terrasse in Elmenhorst. Die Palliativmedizinerin machte ihr vermeintliches Hobby zu ihrem Hauptberuf und hat den Förderverein Ostseehospiz e. V. gegründet. Ziel des Vereins ist es, ein Hospiz und Tageshospiz in Neubukow zu bauen und zu betreiben.

Das könnte ein Riesengewinn für die Menschen im Landkreis Rostock und auch der Hansestadt sein. Denn so könne die riesige Lücke, die in der Versorgung von Palliativpatienten in der Region klafft, etwas kleiner werden. Derzeit könnten nur wenige Patienten ausreichend versorgt werden, da die Hansestadt Rostock nur über zehn Plätze im Hospiz verfügt, erläuterte Moritz. Für den Landkreis gäbe es gar keine richtige Anlaufstelle.

In der Freizeit arbeitete sie weiter als Palliativmedizinerin

Katharina Moritz ist in Rostock geboren. Sie hat in der Universität Rostock gelernt und ist Chirurgin geworden. Anschließend wechselte sie in das Südstadtklinikum der Hansestadt und arbeitete in der Onkologie. „Ich habe schon immer ein Faible für Krebs gehabt. Ich weiß, das klingt komisch“, erzählte Moritz. Auf der Onkologie war sie zuständig für die Chemotherapien und die onkologische Betreuung der Patienten.

In der Klinik hat sie sich dann zur Palliativmedizinerin ausbilden lassen. Seitdem arbeitete sie nach ihrer eigentlichen Arbeit ambulant in ihrem Feierabend weiter. „So habe ich nach der Arbeit die eigentliche Arbeit für mich gemacht und bin zu den Palliativpatienten nach Hause gefahren,“ erläuterte Moritz. Diese Arbeit nach der Arbeit nahm jedoch mit der Zeit überhand. So entstand die Idee, ein eigenes Hospiz aufzumachen. Die Medizinerin suchte sich Mitstreiter und gründete den Verein.

Mitstreiter aus der Medizin gesucht und gefunden

Mit dabei ist unter anderem Dietlind Amper, die Moritz in der Südstadtklinik kennenlernte. Sie ist seit 25 Jahren Palliativkrankenschwester. „Sie sagte nur: Ich mache das mit dir. Wir müssen etwas ändern“, erzählte Moritz. Unterstützung bekommt sie ebenfalls von der Leichtathletikweltmeisterin Grit Breuer-Springstein, die für das Projekt die Schirmherrschaft übernommen hat. Inzwischen hat sich Moritz von ihrer Arbeit in der Klinik getrennt, zugunsten der Palliativmedizin.

Krankenschwester Dietlind Ampler, Palliativmedizinerin Dr. Katharina Moritz und Schirmherrin Grit Breuer-Springstein (v. l.) sind Gründungsmitglieder des Fördervereins Ostseehospiz e. V.
Quelle: Ostseehospiz e. V.

Im Februar dieses Jahres gründete die Ärztin gemeinsam mit acht Mitstreitern den Förderverein Ostseehospiz e. V. Ein Hospiz und Tageshospiz sollen die Betreuung in der Region verbessern. Derzeit geplanter Start ist das Jahr 2023. Allerdings könne sich das durchaus noch ändern. Denn das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase. Das Hospiz soll am jetzigen Standort der ehemaligen Kindertagesstätte „Bummi“ im Fritz-Reuter-Ring 31 in Neubukow entstehen.

Bereicherung für die Stadt Neubukow und die Region

„Das ist ein tolles, weitläufiges Gelände mit circa 6000 Quadratmetern Grundstück und alten, schönen Birken. Obwohl es einigermaßen zentral liegt, ist es doch abgeschieden genug, um die nötige Ruhe zu bieten.“ Die Wohnungsgesellschaft Neubukow baut das Gelände so um, dass alle Anforderungen, die das Hospiz erfüllen muss, gewährleistet werden. Anschließend wird das Gebäude an den Förderverein vermietet.

Für den Umbau rechne die Wohnungsverwaltung GmbH Neubukow derzeit mit drei bis vier Millionen Euro Kosten. „Das ist ein gutes Projekt. Wir freuen uns sehr darüber. Wir hoffen auf eine positive Entwicklung für die Stadt“, sagte André Geisendorf, Geschäftsführer der Wohnungsverwaltung, auf Nachfrage.

Hier können Sie das Projekt unterstützen

Wenn Sie die Arbeit des Fördervereins Ostseehospiz e.V. unterstützen möchten finden sie alle Informationen auf der Homepage des Vereins.

Die IBAN-Nummer des Spendenkontos lautet: DE66 1305 0000 0201 124882

12 Plätze werden in dem Haus entstehen

Insgesamt werden zwölf Plätze in dem Hospiz entstehen. Diese Plätze sollen geteilt werden. Denn es werde nicht nur ein konventionelles Hospiz entstehen. Es sollen auch Tageshospizgäste betreut werden. „Das ist ein Novum in Mecklenburg-Vorpommern“, erläuterte Moritz.

Dieses österreichische Modell gebe es hier noch nicht. Es sieht vor, dass Patienten, die noch stabil genug sind, in dem Gebäude Therapieangebote wahrnehmen können und dennoch in ihrem eigenen Haushalt leben. „So kommen diese Patienten unter Menschen. Können Angebote nutzen, die sie sonst nicht hätten und auch die Familien werden entlastet.“

Weiterhin ist viel Unterstützung notwendig

In dem neuen Hospiz werden auch Arbeitsplätze für die Region geschaffen. „So 25 Leute brauche ich. Krankenschwester, Psychologe, Sozialarbeiter, Küche, Reinigungskräfte und so weiter.“ Nun benötigt der Verein Spendengelder, um die Klinik mit allem Nötigen auszustatten.

„Tische, Pflegebetten, Gartengestaltung, Küche. Alles müssen wir von Spendengeldern bezahlen.“ Moritz schätzt die Kosten dafür derzeit auf eine halbe bis dreiviertel Million Euro. Diese müssen nun in den kommenden eineinhalb Jahren zusammen kommen, damit das Projekt Wirklichkeit wird.

Von Lisa Walter

Must Read

Nienhagen: Robbe am Ostseestrand gesichtet

Gegen 14 Uhr entdeckten Spaziergänger eine Robbe am Hauptstrand von Nienhagen. Dort, wo im Sommer die Strandkörbe stehen, ruhte sich das scheinbar erschöpfte...

Corona in Bad Doberaner Pflegeheim: Reisinger fordert Impfregelungen

Der Rostocker Epidemiologe Emil Reisinger hat sich angesichts von Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen in MV für neue gesetzliche Impfregelungen für Mitarbeiter in...

Nordwestmecklenburg: 21 Neuinfektionen am Donnerstag

Am Donnerstag wurden 21 Neuinfektionen in Nordwestmecklenburg verzeichnet. Während die Hospitalisierungsinzidenz im Landkreis auf null sinkt, steigt die Infektionsinzidenz um 8,2 auf 77,2....

Das hat der Sturm bei uns angerichtet

Glimpflicher als erwartet überstand der Landkreis Vorpommern-Rügen den am Donnerstag vorüberziehenden Sturm. Zwar registrierte die Rettungsleitstelle bis zum späten Nachmittag 39 Hilfsleistungen, verletzt...

Bäume und Äste blockieren Straßen

Sturm über der Stadt: Feuerwehr und Polizei mussten am Donnerstag zu mehreren Einsätzen ausrücken, weil starke Winde und Böen über Greifswald und das...