Start day-news Dresdnerin räumt beim Fotowettbewerb gleich drei Mal ab

Dresdnerin räumt beim Fotowettbewerb gleich drei Mal ab


Als das erste Mal ihr Name als Gewinnerin während der Award-Night auf der Seebrücke Ahlbeck fiel, hüfte Virginie Holzner vor Freude wie ein Gummiball. Mit ihrem Foto hatte sie in der Kategorie „Angekommen“ die Nase vorn. Als sie auch in der Kategorie „Herzlichkeit“ mit einem Foto von der Betreiberin des Cafés „Seelchen“ auf dem Gnitz gewann, war sie derart erstaunt und glücklich, dass ihr regelrecht die Worte fehlten und beim Gewinn der dritten Kategorie „Neugier“ war die Dresdnerin nur noch fassungslos. Ihr außergewöhnliches Siegerfoto hat sie von ihrem Stand-up-paddle-Board aufgenommen.

„Ich bin total aufgeregt, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet habe, hier so abzusahnen“, meint die 31-Jährige und zielt damit auf die drei Mal 2500 Euro Preisgeld – darunter von der Sparkasse Vorpommern – ab, die sie samt zusätzlicher Prämien wie ein Hotelgutschein der Seetelhotels und ein Reisegutschein der Usedom Tourismus GmbH, erhalten hat. Das gebe ihr die Möglichkeit, sich im kommenden Jahr mehr der Fotografie zu widmen, denn das sei ihr großes Hobby. Beruflich ist Virginie Holzner Versicherungsmathematikerin und entwirft Projektionstools fürs Risikomanagement. Außerdem hat sie weitere Hobbys: Wandern, nähen, surfen, reisen. Sie fotografiert seit der Jugend – „mal mehr, mal weniger“, wie sie verrät. „Aber man hat mir stets ein gutes Auge für Motive bescheinigt“, erzählt sie, deshalb sei es ihr nicht schwer gefallen, die Award-Kategorien zu bedienen.

Sieger-Idee der Hauptkategorie erst kurz vor Abgabeschluss

Holzner, deren Fotos durch eine extravagante Perspektive, Kreativität und Ausdrucksstärke überzeugten, gehört zu den zehn Fotografen, die für die Teilnahme am diesjährigen Sunspot Award der Usedom Tourismus GmbH ausgewählt wurden. Die Teilnehmenden hatten die Chance, in 100 Stunden die Insel Usedom aus ihrer persönlichen und kreativen Sichtweise zu fotografieren. Die Fotos stehen künftig für das Destinationsmarketing der Insel Usedom zur Verfügung.

Milan Akkerman aus Köln (l.) siegte in der Kategorie „Typisch Usedom“ und mit der „Zukunftsvision Usedom“. Sein Freund David Tofote (M.) begleitete ihn und Wettbewerbsteilnehmer David Großjohann aus Stralsund (r.) freut sich mit ihm über den Preis.
Quelle: Cornelia Meerkatz

In der Hauptkategorie „Typisch Usedom“ siegte Milan Akkerman aus Köln. Der Gewinner erhielt ein Preisgeld von 5000 Euro und eine Kamera der Marke Sony Alpha 7 R 4. Der 31-jährige hauptberufliche Fotograf arbeitet derzeit noch im Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Coronainfektionen. „Ich war froh, während der Pandemie auf diese Weise Geld verdienen zu können“, sagt er. Akkerman, der von sich sagt, dass er zwar äußerlich als lustiger Typ daher komme, aber eigentlich sehr melancholisch sei und haarscharf beobachte, war schon mal als Jugendlicher auf Usedom. „Ich war Basketballer und wir waren im Trainingscamp in der Sportschule in Zinnowitz“, erinnert er sich.

Sein Gewinnerfoto, mit dem er dann auch die Zusatzaufgabe realisierte und es als „Zukunftsvision Usedom“ digital weiterentwickelte, sei allerdings auf den letzten Drücker entstanden. „Die 100 Stunden waren schon fast um, aber zum Glück hatte ich meinen Freund David Tofote und meinen Hund Menta dabei, die mich inspirierten“, sagt er. Akkerman schaut durch einen Spiegel auf die Ostsee und sieht als Zukunftsvision drei Möglichkeiten: Eine glasklare Ostsee und einen sauberen Strand, ein mit Plastikmüll zugeschütteter Strand und viel Schwemmgut im Wasser und eine Ostsee samt Strand, die mit Öl verseucht sind. Er sensibilisiert damit für die möglichen Bedrohungen und stellt damit die Bedeutung des Umweltschutzes für die Natur heraus. „Wir haben es selbst in der Hand, wie hier in ein paar Jahren die Natur aussieht“, erklärt er dazu.

Insel profitiert von Reichweite der Fotos

Die Sieger wurden von einer zwölfköpfigen Jury, bestehend aus den Initiatoren des Projekts, Partnern, Sponsoren, Influencern und Fotografen der Insel, gekürt. Zu den Juroren gehörten zudem jeweils ein Vertreter von Filmemacher Deutschland (FMD), der Usedom Tourismus GmbH, der Seetelhotels, des Eigenbetriebs Kaiserbäder, des Tourismusverbands MV und des Wirtschaftsministeriums MV. Außerdem brachten drei Influencer und drei Inselfotografen ihr Know-how in die Bewertung ein. Die Bewertung der Fotos erfolgte anonymisiert, so dass die Juroren erst am Ende ihrer Sitzung die Fotos den jeweiligen Personen zuordnen konnten.

Für den besten Social Media-Post wurde auch noch Juliane Maier mit einem Preisgeld von 1000 Euro ausgezeichnet. Sie postete ein frisches Video, das sie in Aktion während der hundert Stunden des Wettbewerbes zeigt.

„Die Award Night war der krönende Abschluss einer spannenden Woche mit den Fotografen. Es ist faszinierend, mit welcher Kreativität sie ans Werk gegangen sind und welche unterschiedlichen Perspektiven die Fotos zeigen“, äußert sich Michael Steuer, Geschäftsführer der Usedom Tourismus zufrieden. „Der Herbst hat sich als idealer Zeitpunkt für den Foto-Wettbewerb erwiesen. Durch das sich ständig wechselnde Wetter zeigte die Insel in kurzer Zeit viele unterschiedliche Gesichter. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in den Fotos wider“, so Steuer weiter.“

„Im vergangenen Jahr entstanden beim Sunspot Award zehn außergewöhnliche Destinationsvideos“, sagt Sascha Gottschalk, Geschäftsführer von FMD rückblickend. „Wir freuen uns, dass wir das Erfolgsprojekt in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Fotografie fortsetzen konnten. Die Insel wird von den beeindruckenden Fotos und der hohen Aufmerksamkeit in den sozialen Medien nachhaltig profitieren“, ist Gottschalk überzeugt.

Von Cornelia Meerkatz

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