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Die Immunantwort lässt bei Älteren nach (nd aktuell)


Ratgeber: Die Immunantwort lässt bei Älteren nach

Foto: picture alliance| Peter Endig

Die Stiko hat in der Corona-Pandemie vorerst auf eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen bei Senioren verzichtet. Damit ist das Alter allein noch kein Grund für einen Booster. Die Politik hat den Weg für Auffrischungen bei Senioren aber schon Anfang September frei gemacht. Was heißt das nun für Impfwillige? Dazu nachfolgend Fragen & Antworten.

Worum geht es?

Bei einer Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten bereits vollständig geimpfte Menschen nach rund sechs Monaten eine weitere Dosis eines zugelassenen Corona-Impfstoffs. Diese neue Spritze soll einem nachlassenden Immunschutz vorbeugen. Durch einen Booster können sich deutlich mehr Antikörper gegen das Coronavirus bilden.

Was genau empfiehlt die Stiko jetzt?

Die aktuelle Empfehlung gilt allein für Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem durch Medikamente herunterreguliert wird. Das gibt es zum Beispiel bei Autoimmundefekten oder nach Transplantation. Es soll sogar innerhalb dieser Gruppen noch einmal nach dem Ausmaß der Immunsuppression differenziert werden. So soll sich der Zeitpunkt der Impfung danach richten, wie weit das Immunsystem geschwächt ist. Empfohlen wird eine Booster-Dosis dann mit einem mRNA-Impfstoff. In Deutschland sind die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Warum geht es bei der Stiko nicht explizit um Booster für Senioren?

Wann für Menschen ohne erkennbares Immunschwäche-Risiko eine Auffrischungsimpfung nötig sein werde, sei wissenschaftlich im Moment noch schwer zu beantworten, erläutert Stiko-Chef Thomas Mertens. Die Impfkommission will mit Unterstützung des Robert Koch-Instituts nun prüfen, wie häufig und wie ausgeprägt Covid-19-Erkrankungen aktuell in höheren Altersgruppen auftreten. Falls es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommen sollte, könnte es später durchaus zu einer allgemeinen Impf-Empfehlung kommen – etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren.

Warum gibt es die Booster dann trotzdem schon für Senioren?

Die Gesundheitsministerkonferenz hat bereits Anfang August beschlossen, dass unter anderem Senioren ab 60 Jahren eine weitere Spritze wahrnehmen können – frühestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung und nach »individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung«. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte diese Strategie. Er wolle nicht warten, bis in den Pflegeheimen wieder Menschen sterben. Rund eine halbe Million Bürger hat das Booster-Angebot bereits angenommen.

Politische Freigabe ohne Stiko-Empfehlung – wie ist das zu bewerten?

Das Verfahren lässt dem Einzelnen die Wahl. Individuelle Impfwünsche sind in Rücksprache mit Ärzten nach Indikationen möglich – auch ohne allgemeine Empfehlung. Schon bei der Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren hatte die Stiko das Vakzin zunächst nur Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Erst einige Wochen später erweiterte sie die Empfehlung auf alle 12- bis 17-Jährigen. Das liegt daran, dass die Stiko ein wissenschaftliches Gremium ist und aufgrund von Studien entscheidet. Fehlen belastbare Zahlen, dann bleibt die Stiko vorsichtig.

Was denken andere Wissenschaftler über die Auffrischungsimpfung?

Der Charité-Infektiologe Leif Erik Sander hält Booster-Impfungen für Ältere sowie für Menschen aus anderen Risikogruppen medizinisch für sinnvoll und stützt sich dabei auf Zwischenergebnisse seiner Forschungsgruppe. Dies haben eindeutig bestätigt, dass die Immunantwort von älteren Menschen auf die Impfung deutlich stärker nachlasse als bei jüngeren.



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