Start day-news Dengue-Fieber: Forscher entdecken potenzielles Gegenmittel

Dengue-Fieber: Forscher entdecken potenzielles Gegenmittel



Forscher erzielen einen Fortschritt im Kampf gegen das Dengue-Fieber. Bei Tests in Zellkulturen und Mäusen konnte ein neu identifizierter Wirkstoff das Virus effektiv bekämpfen.

Berkeley/Kalifornien – Die Forscher Scott Biering und Eva Harris von der Universität Berkeley im US-Bundesstaat Kalifornien haben einen „großen Fortschritt“ bei der Suche nach einem Medikament gegen das Dengue-Virus erzielt. Das berichtet die Presseagentur AFP. Am Mittwoch erschien in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Nature die Studie des Forscherteams, die bei Tests in Zellkulturen und an Mäusen einen erfolgsversprechenden Wirkstoff identifizieren konnten.

Kampf gegen Dengue: „Noch nie hat Wirkstoff so gute Ergebnisse gebracht“

Die Suche nach einem effektiven Wirkstoff glich den Forschern zufolge „der Suche nach einer Nadel im Heuhafen“. Das Forscherteam um Scott Biering und Eva Harris von der Universität Berkeley überprüfte tausende potenzielle Wirkstoff-Kandidaten. Als erfolgsversprechend zeigte sich nun der Kandidat JNJ-A07. Noch nie habe ein Wirkstoff bei infizierten Tieren so gute Ergebnisse gebracht, sagte ein an der Untersuchung beteiligter Forscher gegenüber AFP.

JNJ-A07 setzt bei der Interaktion zwischen zwei Proteinen im Dengue-Virus an, die dafür zuständig sind, den Virus zu replizieren. Der Dengue-Virus hat vier verschiedene Stämme, auch Serotypen genannt. JNJ-A07 wirkt den Untersuchungen der Forscher zufolge gegen alle vier Typen.

Der Pharmaziekonzern Johnson & Johnson wird nun die klinische Entwicklung des Wirkstoffs übernehmen. Bis ein Medikament auf den Markt kommt, ist noch etwas Geduld erforderlich: Ein Arzneimittel zu entwickeln dauert in der Regel zwischen sieben bis 15 Jahre. Zudem sind Ergebnisse in Tierversuchen nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar, weitere Untersuchungen sind nötig.

Dengue-Virus: 128 Länder der Welt betroffen – Tendenz steigend

Verschiedene Mückenarten in den Tropen und Subtropen übertragen Viruserkrankungen wie das Dengue-Fieber, aber auch Zika oder Gelbfieber. Ursprünglich waren vor allem Länder in Mittel- und Südamerika, Afrika sowie Süd- und Südostasien betroffen. Doch Globalisierung und Klimawandel tragen dazu bei, dass sich das Dengue-Virus weltweit immer mehr und schneller ausbreitet. Aktuell sind 128 Länder weltweit betroffen.

Auch in Deutschland wurden bereits Tigermücken gesichtet, 2019 gab es dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge bundesweit über tausend registrierte Dengue-Fälle. Experten halten es nur für eine Frage der Zeit, bis die Mücke auch hierzulande heimisch wird. In Gewächshäusern in den Niederlanden hat sie sich beispielsweise bereits angesiedelt.

Dengue-Fieber: Symptome ähneln denen der Grippe

Den RKI-Angaben gibt es seit Oktober 2018 mit Dengvaxia bereits einen Lebendimpfstoff, der auch von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen ist. Allerdings nur für Personen zwischen neun und 45 Jahren, die in einem Endemiegebiet leben und eine Dengue-Infektion bereits hinter sich haben. Für Reisende gilt die Impfung nicht, diese können einer Infektion nur durch ausreichenden Mückenschutz vorbeugen.

Die Symptome von Dengue-Fieber sind grippeähnlich. Besonders bei Menschen mit einer Zweitinfektion und bei Kindern kann es zu schweren Verläufen kommen. Durch ein bedrohliches Absinken der weißen Blutkörperchen kommt es zu inneren Blutungen, die tödlich verlaufen können. Etwa 390 Millionen Infektionen gibt es Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge jährlich. Die WHO geht von rund 22.000 Menschen aus, die jährlich am Dengue-Virus sterben. Die Hoffnungen im Kampf gegen die Krankheit liegen nun in Wirkstoffen gegen sie. (afp/bme)

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