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Das ändert Prerow bei den Parkgebühren


Rächt sich in Prerow, dass viel zu lange nicht auf den Straßenverkehr geschaut wurde? Die alle zwei Jahre verpflichtende Schilderschau ist in dem Ostseebad laut Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) wohl seit zehn Jahren nicht erfolgt. Um die Automassen zu lenken, hat sich eine Arbeitsgemeinschaft intensiv mit der Problematik beschäftigt. Vorschläge wurden gemacht, etwa die Hafenstraße zu einer Einbahnstraße zu machen, auch ein Abschnitt der Waldstraße sollte nur in eine Richtung befahren werden können. Nun die Ernüchterung: Nur mit Tricks – etwa einem eigenen Fahrradstreifen oder einer zusätzlichen Lieferzone – ließen sich die beiden Straßen zu einer Einbahnstraße machen. Und: Die Tempo 30-Regelung für die gesamte Ortslage ist vermutlich rechtswidrig.

Nun soll die sogenannte Schilderschau schnellstmöglich nachgeholt werden. Heiko Barthel (Wählergemeinschaft Gewerbeverein Darß) forderte, jegliche Änderungen der Verkehrsführung abhängig vom Bau eines Kreisverkehrs als Anbindung des Wiecker Wegs, der Hauptortszufahrt aus Richtung Wieck kommend, zu machen. Henry Plotka (Prerows Zukunft) wünschte eine nachhaltige Betrachtung der Verkehrsströme in dem Ort.

Anhaltende Kritik

Anhaltende Kritik an der Änderung der Parkgebühren – es gibt nur noch Tagestickets, um gerade den innerörtlichen Verkehr zu verringern – hat die meisten Gemeindevertreter zu einem Umdenken bewogen. Zu dem laut René Roloff spannenden und emotionalen Thema „haben wir viele Hinweise erhalten“. Und resistent gegenüber Kritik wollten sich die Gemeindevertreter nicht zeigen. So erfolgte ein Abstimmungsmarathon zu einzelnen Parkplätzen und Zeitzonen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren, den Ort verkehrsmäßig zu entlasten.

Größter Wurf während der jüngsten Zusammenkunft der Gemeindevertreter war, für alle Prerower Parkplätze zwischen Zingst und Brückendamm beziehungsweise dem Parkrondell am Hafen ein Drei-Stunden-Ticket für vier Euro anzubieten. Vor allem Stefanie Heuser (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft und Mitglied in der Arbeitsgruppe Verkehr) verweigerte sich, weitergehende Änderungen einzutakten. „Wir wollen die Ortslage entlasten.“ Das sei mit Einführung der Tagestickets gelungen. Allein auf den Parkplätzen am Bernsteinweg wurden während der Saison rund 5000 Tickets weniger gezogen. „Damit haben wir den Effekt erreicht, den wir wollten“ – auch wenn die Zahl der verkauften Tickets nichts über die Zahl der parkenden Autos aussage, wie Daniela Malt (Wählergemeinschaft Gewerbeverein) ergänzte.

Claudia Wilke aus Dortmund fehlt bei den Parkgebühren eine Staffelung. Derzeit können nur Tagestickets gezogen werden.
Quelle: Timo Richter

Dass auch auf den bis dato als innerörtliche Parkplätze Brückendamm und Hafen gewerteten Flächen ein Stundenticket erhältlich sein soll, kritisierte Stefanie Heuser. Die von den Befürwortern ins Feld geführte Notwendigkeit aufgrund der Bodden-Schiffsfahrten sah sie als nicht statthafte Unterstützung der Reedereien an.

Komplizierte Satzung

Um die Satzung weiter zu verkomplizieren, wurden für den Langzeitparkplatz am einstigen GST-Lager nun auch noch Tagestickets eingeführt. Der bislang wenig genutzte Parkplatz sollte eigentlich als Abstellfläche für Urlauber gedacht sein, die ihr Fahrzeug während des Aufenthalts nicht an der Ferienunterkunft parken können. Darum waren Ein- beziehungsweise Zweiwochentickets eingeführt worden. Häufiger Parkverkehr sollte aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und der Lage des Parkplatzes an einem Wohngebiet vermieden werden. Daniela Malt aber wünschte auch Tagestickets für den Parkplatz. Dem folgte die Mehrheit der Mitglieder der Gemeindevertretung. Künftig wird es dort auch Tagestickets geben. Weil damit aber keine Übernachtung erlaubt ist, müssen Inhaber dieser Tickets ihre Fahrzeuge bis 23 Uhr wegfahren. Inhaber von Langzeittickets dürfen weiterhin über Nacht dort parken.

Teurer wird das Parken von Bussen am Brückendamm. Dort kostet ein Ticket nun 15 Euro, in der Wintersaison 10 Euro. Auch auf den außerörtlichen Parkplätzen ist das Abstellen von Fahrzeugen außerhalb der Saison zum halben Preis möglich. Auf den innerörtlichen Parkplätzen gilt das nicht. Aber: Für diese Flächen wurde der Zeitbeginn des Abendtickets auf 17 Uhr vorgezogen.

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Von Timo Richter

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