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Corona: Tatort-Star Liefers erhebt wegen Ungeimpften Vorwürfe – sofort teilt Lauterbach aus


  • Patrick Mayer

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Jan Josef Liefers wirft Deutschland in der Corona-Krise vor, auf Ungeimpfte Druck „bis an den Rand der Erpressung“ auszuüben. Karl Lauterbach ist auf Twitter außer sich. 

München/Berlin – Ob da das letzte Wort gesprochen ist? Tatort-Star Jan Josef Liefers hat dem deutschen Staat mit Blick auf die Corona-Situation vorgehalten, angeblich auf Ungeimpfe Druck „bis an den Rand der Erpressung“ auszuüben.

Jan Josef Liefers nimmt Ungeimpfte in Schutz – Corona-Experte Karl Lauterbach reagiert sofort

„Ich weiß natürlich auch, dass wir heute Leute, die sich gegen eine Impfung entscheiden, massiv unter Druck setzen. Das ist mir nicht ganz klar, warum wir das tun. Die Regierung hat sich dafür entschieden, keine Impfung verpflichtend zu machen. Und damit gibt es keine Impfpflicht. Damit heißt es, das ist eine freiwillige Sache“, sagte der bekannte Schauspieler bei Bild Live: „Und Leute sozusagen bis an den Rand der Erpressung – im Grunde – unter Druck zu setzen und ihnen zum Teil auch finanzielle Einbußen und berufliche Nachteile mitzugeben, also das ist für mich unverständlich.“

Zumal die Bundesrepublik jetzt eine Impfquote habe, „die offensichtlich viel, viel höher ist. Angeblich 90 Prozent Impfbereitschaft der Menschen in Deutschland. Was will man jetzt eigentlich noch?“, meinte Liefers weiter und forderte: „Ich finde, es wird an der Zeit, dass eine neue, oder die alte Regierung, die ja noch im Amt ist, hier eine klare Entscheidung trifft.“

Ungeimpfte gegen Corona: Karl Lauterbach kritisiert Jan Josef Liefers scharf

Eine Reaktion gab es prompt von Corona-Experte und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der Liefers bei Twitter scharf kritisierte. „Unglaublich. Ich hatte Jan Josef Liefers noch gelobt, weil er eine Intensivstation besucht hatte. Das nehme ich zurück“, schrieb der Bundestagsabgeordnete bei Social Media – und meinte in Richtung des Schauspielers: „Jetzt nutzt er den Besuch, um dem Staat Erpressung von Ungeimpften zu unterstellen. Er hat gar nichts dazu gelernt.“

Er hat gar nichts dazu gelernt.

Karl Lauterbach über Jan Josef Liefers

Zur Einordnung: Liefers hatte kurz zuvor eine Intensivstation mit Corona-Patienten besucht. Das erlebte beschäftigte ihn. In dem Interview mit der Bild sagte er nun aber, dass eine Intensivstation „natürlich auch ein verzerrtes Bild der Realität“ abbilde. „Weil dort liegen einfach nur die schwersten der schwersten Fälle“, meinte der 57-jährige Sachse, der durch seine Rolle als Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne im Münsteraner Tatort (ARD) berühmt wurde.

Im Video: #allesdichtmachen – Shitstorm nach Satire-Videos deutscher Schauspieler

Mit Blick auf schwer erkrankte Corona-Patienten meinte Liefers in dem Video-Interview weiter: „Es stecken Leben und Einzelgeschichten dahinter, die zum Glück, zum Glück, sehr, sehr, sehr selten sind.“ Ihn habe dagegen „beeindruckt, dass die Leute, die dort arbeiten, aus ihrer Sicht auf die Dinge sagen: Wenn jemand geimpft werden könnte und das nun nicht möchte, einfach so, aus irgendwelchen Gründen – ich habe vielleicht keine Zeit -, dann verstehen die das nicht“, erklärte der TV-Star und erzählte: „Ich bin geimpft, ich habe mir das auch nicht leicht gemacht. Ich habe mich sehr erkundigt und am Ende abgewogen und meine Entscheidung getroffen. Bei mir ist das alles auch irgendwie gut gegangen.“

Jan Josef Liefers: Kritik in der Coronavirus-Pandemie

Liefers hatte in der Coronavirus-Pandemie zuvor durch die Aktion #allesdichtmachen für Schlagzeilen und Kritik gesorgt. (pm)



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