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Corona-Lockdown im Herbst: Ministerium empfiehlt Verschärfung der Maßnahmen



Neue Corona-Regeln für den Herbst. Ein neuer Lockdown soll laut einem internen Papier der Bundesregierung auch kommen. Für Ungeimpfte kommt es besonders hart.

Berlin – Gleich für alle Bundesländer und unabhängig von deren Inzidenzwerten sollen bereits im September neue Corona-Regeln in Kraft treten, so berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Hinblick auf die kommenden Herbst- und Wintermonte ist mit dem bisherigen Kurs nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums um Jens Spahn nicht getan. Es brauche es weiterhin Corona-Schutzmaßnahmen, „um das Gesundheitswesen vor einer übermäßigen Belastung und die Personengruppen, die noch nicht geimpft werden können, vor einer möglichen folgenreichen Erkrankung zu schützen“, heißt es in einem Bericht des Ministeriums zum weiteren Vorgehen, der den Ländern und dem Bundestag übermittelt wurde. 

Maskenpflicht bis Frühjahr 2022: Neue Corona-Regeln für möglichen Lockdown sickern durch – Niedersachsen muss Covid-19-Maßnahmen verschärfen

Für manche Bundesländer bedeuten die neuen Corona-Regeln sogar eine Verschärfung der aktuellen geltenden Covid-19-Maßnahmen. Die Bundesländer Bayern, Bremen, Hessen und Niedersachsen müssen zum Beispiel die Corona-Maßnahmen verschärfen. 

Die ersten neuen Regelungen sind durchgesickert. (Symbolfoto)

© Bernd Thissen/dpa

Dabei bleiben die Basis-Maßnahmen wie Abstandsregelungen, Hygiene und Maskenpflicht wahrscheinlich bis über den Jahreswechsel hinaus erhalten. „Durchgängig und inzidenz-unabhängig“. Diese Regeln sollen überall dort weiterhin bestehen bleiben, wo eine Vielzahl von Menschen in geschlossenen Räumen viele Menschen zusammenkomme, bei denen der Impfstatus weder bekannt, noch einschätzbar ist, da anfällige Personen unter ihnen aufhalten könnten.

Maskenpflicht bleibt bis Frühjahr 2022 erhalten: Keine Ausnahmen in der Öffentlichkeit für Geimpfte

Nach der Einschätzung in dem internen Papier, geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass die Maskenpflicht „bis ins Frühjahr 2022“ bleibt und Menschen weiterhin im alltäglichen Leben begleitet. Im Blickpunkt des Ministeriums befinden sich vor allem der öffentliche Nah- und Fernverkehr sowie der Einzelhandel.

Ausnahmen bestätigten in diesem Fall aber nicht die Regel, da auch Geimpfte von den Corona-Regeln nicht ausgeschlossen werden sollen, sondern wohl weiterhin Maske tragen müssen.

Corona-Regeln ab September 2021: Impfen und Testen gegen Covid-19 bleiben zentraler Pfeiler im Kampf gegen Pandemie

Das Impfen und Testen bleiben weiterhin zentrale Punkte in der Strategie und dem Kampf gegen die Corona-Pandemie. Denn nur dadurch könne mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert werden, dass Personen mit hoher und damit infektiöser Viruslast einen Raum betreten.

„Daher sollte unabhängig von der Inzidenz ab Anfang/Mitte September 2021 die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) möglich sein“, heißt es weiter in dem Papier.

Corona-Regeln ab September: Vorteile für Geimpfte – für Ungeimpfte könnte es knüppeldick kommen

Konkret bedeutet das: Zutritt zur Innengastronomie, Hotelübernachtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sport und Veranstaltungen drinnen, Großveranstaltungen drinnen und draußen könnten somit nur Getestete, Geimpfte oder Genesene offen stehen. Für Ungeimpfte könnte es hingegen knüppeldick kommen.

Ab bestimmten Grenzwerten sieht der Bericht des Gesundheitsministeriums wohl vor, Einschnitte und Einschränkungen gegenüber Ungeimpften durchzusetzen. Hier stehen möglicherweise Kontaktbeschränkungen sowie die Begrenzung der Teilnahme oder der Ausschluss nicht geimpfter Personen an Veranstaltungen und in der Gastronomie („2G statt 3G“) im Raum.

Des Weiteren kursieren seit längerem bereits Überlegungen in Spahns Ministerium, ab Mitte Oktober die kostenlosen Corona-Schnelltests einzustampfen. Die Begründung in dem Bericht des Ministeriums: Mittlerweile stehe allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot zur Verfügung, so sei eine dauerhafte Kostenübernahme durch den Steuerzahler nicht angezeigt.

Nur für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliege wie Schwangere oder Unter-18-Jährige, solle es weiter kostenlose Schnelltests geben.

Corona-Lockdown im Herbst? Covid-19-Maßnahmen sollen moderater ausfallen als noch im Herbst und Winter 2020

Doch zu einem überbordenden Corona-Lockdown soll es aufgrund der Impfquote nicht wie im Herbst und Winter 2020 soll es nicht kommen.

„Ein so einschneidender Lockdown wie in der zweiten und dritten Welle wird aller Voraussicht nach nicht notwendig sein“, wird das Papier des Gesundheitsministeriums in übereinstimmenden Medienberichten zitiert.

Ab einen bestimmen Inzidenzwert oder einer Krankenhausauslastung: Für Ungeimpfte bleibt in Restaurants die Tür zu

Dennoch wäre eine Umsetzung der angedachten Corona-Maßnahmen ein hartes Stück Brot für Ungeimpfte. Bei einem bestimmten Inzidenzwert und einer entsprechend dramatischen Krankenhaus-Auslastung soll es ungeimpften Bürgerinnen und Bürgern unmöglich sein, ein Restaurant aufzusuchen.

Wie aus Regierungskreisen durchsickerte, wollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am 10. August zusammensetzen und darüber beraten, welche Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in die Umsetzung kommen sollen.

Ob eine neuerlich veröffentlichte Studie eines japanischen Forscherteams ebenfalls eine Rolle gespielt hat, ist allerdings unklar. Diese stellt der Lambda-Variante nach einer nachgewiesenen Corona-Mutation in Aussicht, eine Resistenz gegen bestehende Corona-Impfstoffe aufzuweisen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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