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Corona in Österreich: Wien verlängert wohl den Oster-Lockdown – weitere Bundesländer zögern


  • Patrick Huljina

    vonPatrick Huljina

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  • Kai Hartwig

    Kai Hartwig

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In Österreich zwingt die Corona-Lage einige Bundesländer im Osten zur Notbremse über Ostern. Ein Intensivmediziner fordert nun härtere Maßnahmen.

  • Die Corona*-Zahlen steigen in Österreich in den vergangenen Wochen an.
  • Ein Intensivmediziner fordert einen 14-tägigen, österreichweiten harten Lockdown um die Corona-Zahlen zu senken. (siehe Update vom 29. März, 10.58 Uhr)
  • In Wien soll der Oster-Lockdown bis zum 11. April verlängert werden – das Burgenland und Niederösterreich zögern. (siehe Update vom 29. März, 15.45 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona*-Lage in Österreich wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 29. März, 15.45 Uhr: Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sollen sich auf einen Lockdown für Wien bis zum 11. April geeinigt haben. Das berichten mehrere österreichische Medien, unter Bezug auf Teilnehmer der Sitzung. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll sich demnach in der Videokonferenz ebenfalls für regionale Maßnahmen eingesetzt haben.

Michael Ludwig (SPÖ), Bürgermeister von Wien. (Archivbild)

© Helmut Fohringer/dpa

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) forderte hingegen einen Lockdown für ganz Österreich. „Die Situation in Ostösterreich und dem Rest des Bundesgebietes unterscheidet sich wohl höchstens um zwei, drei Tage – dann steht man dort vor selber Lage“, sagte er gegenüber oe24. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wollte die Entscheidung über eine weitere Lockdown-Verlängerung erst in der kommenden Woche treffen.

Die finale Verordnung, die bei der heutigen Sitzung ausgearbeitet wurde, soll nun auch wieder Take-Away-Gastronomie erlauben, wie oe24 berichtet. In einem vorherigen Entwurf war die Abholung von Essen in der Gastronomie nicht mehr als Ausnahme der Ausgangsbeschränkungen aufgelistet (siehe Update vom 29. März, 9.53 Uhr).

Corona in Österreich: Beratungen zum Oster-Lockdown in drei Bundesländern

Update vom 29. März, 14.10 Uhr: Seit 12 Uhr beraten Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und die Landeshauptleute von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland über die Verordnung zum Oster-Lockdown in den drei Bundesländern. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), sowie mehrere Experten sollen laut oe24 an den Gesprächen teilnehmen.

Der Oster-Lockdown war ursprünglich vom 1. bis zum 6. April vorgesehen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) soll bei der Besprechung eine Verlängerung gefordert haben – und zwar bis einschließlich Sonntag, den 11. April. Das geht aus mehreren österreichischen Medienberichten hervor.

Ludwig hatte bereits beim „Ost-Gipfel“ in der vergangenen Woche schärfere Maßnahmen gefordert. „Ich bin der Meinung der Experten gefolgt, dass zwei oder sogar drei Wochen besser wären“, sagte der Wiener Bürgermeister am vergangenen Wochenende in einem Interview mit der Zeitung Österreich. „Und ja, ich würde weitere Schritte setzen, falls die Maßnahmen nicht schnell und ausreichend greifen“, erklärte Ludwig weiter.

Die Landeshauptleute vom Burgenland und Niederösterreich sprachen sich beim „Ost-Gipfel“ gegen einen längeren Lockdown aus. Die Verantwortlichen wollen keine automatische Verlängerung und zunächst abwarten, wie sich der Oster-Lockdown bis zum 6. April auswirkt, berichtet der Kurier.

Corona in Österreich: Oster-Lockdown „zu wenig strikt“

Update vom 29. März, 10.58 Uhr: Ein Grund für den Oster-Lockdown im Osten Österreichs ist neben den steigenden Infektionszahlen auch die angespannte Situation auf den Intensivstationen. Walter Hasibeder, Leiter der Intensivmedizin in Zams in Tirol und Präsident der Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin, erklärte im Ö1-„Morgenjournal“, dass die Covid-19-Erkrankungen, die man jetzt auf den Intensivstationen sehe, alle durch die britische Virus-Variante B.1.1.7* verursacht worden seien.

Der Intensivmediziner kritisierte die ursprünglich für sechs Tage geplante Osterruhe im Osten des Landes. Diese Maßnahme sei „zu wenig strikt“. Hasibeder forderte stattdessen einen harten zweiwöchigen Lockdown, um die Corona-Zahlen zu senken. „Wahrscheinlich wird es 14 Tage brauchen. 14 Tage wirklich einen harten Lockdown durchführen und dann gehen die Infektionszahlen aber auch wirklich wieder hinunter“, so der Intensivmediziner.

Corona in Österreich: Intensivmediziner schlägt landesweiten Lockdown vor

Seiner Meinung nach müsse auch über einen österreichweiten Lockdown nachgedacht werden. „Es ist nur eine Frage der Zeit“, mahnte Hasibeder im Gespräch bei Ö1. Die Situation auf den Tiroler Intensivstationen sei in den vergangenen Wochen zwar stabil gewesen, „aber jetzt zieht es wieder an.“ Der Intensivmediziner warnte: „Ich denke, das geht jetzt sehr rasch exponentiell nach oben.“

Er appellierte an die Bevölkerung „noch etwas auszuharren“ und sich nicht mit vielen Personen zu treffen. Große Zusammenkünfte seien neben der britischen Virus-Variante mitverantwortlich für die aktuelle Situation. Hasibeder setzt seine Hoffnung in die massive Corona-Testung, die Einhaltung der Hygieneregeln, sowie den Fortschritt beim Impfen.

Corona in Österreich: Take-Away-Gastro auf der Kippe – harte Besuchs-Regeln im Osten geplant

Update vom 29. März, 9.53 Uhr: Am heutigen Montag soll in Österreich die neue gesetzliche Verordnung für die Corona-Maßnahmen rund um die Oster­feiertage veröffentlicht werden. Laut einem oe24-Bericht will Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) damit den Oster-Lockdown ab dem 1. April verfügen. Die Ausgangsregelung soll dem Entwurf nach sogar bis zum 13. April verlängert werden, allerdings mit regionalen Unterschieden.

Gesundheitsminister Österreich: Rudolf „Rudi“ Anschober.

© Helmut Fohringer/dpa

Im Osten des Landes, also den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland, soll die Ausgangsregelung rund um die Uhr gelten, im Rest Österreichs lediglich zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Zudem wird in der neuen Verordnung die Abholung von Essen in der Gastronomie nicht mehr als Ausnahme der Ausgangsbeschränkungen aufgelistet. Das würde das Aus für die Take-Away-Gastronomie in den drei betroffenen Bundesländern bedeuten. „Das ist wieder einmal ein Alleingang des Gesundheitsministeriums, wir werden das am Montag noch besprechen“, hieß es dazu allerdings von Regierungsvertretern der ÖVP gegenüber oe24

Während des Oster-Lockdowns darf pro Haushalt nur eine weitere Person zu Besuch kommen. Die ganztägige Ausgangssperre soll vorerst bis zum 6. April geplant sein. Überschreitet ein Bezirk die 7-Tage-Inzidenz von 400, sollen regional zusätzliche Maßnahmen getroffen werden können. Der Handel muss während des Oster-Lockdowns ebenfalls schließen. Ausnahmen sind lediglich Supermärkte, Apotheken und sogenannte „Trafiken“. Zudem sollen die Menschen, soweit möglich, aus dem Home Office arbeiten.

Corona in Österreich: Oster-Lockdown im Osten des Landes

Erstmeldung vom 28. März: Wien – In Österreich* kämpft man nach wie vor mit ein stark ansteigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen*. Besonders besorgniserregend gestaltet sich derzeit die Situation in den östlichen Bundesländern. Dort sahen die Politiker keine Alternative zu einer Verschärfung der im Moment geltenden Corona-Maßnahmen.

Davon betroffen sind das Burgenland, Niederösterreich und die Hauptstadt Wien. Hier müssen sich die Bürger ab Gründonnerstag (1. April) an verschärfte Maßnahmen halten. So hoffen die politisch Verantwortlichen, die dritte Welle der Corona-Pandemie eindämmen zu können.

Corona in Österreich: Osten der Alpenrepublik geht in den Oster-Lockdown

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte sich mit den Landeshauptleuten der betroffenen Bundesländer auf einem Gipfel geeinigt: Über Ostern geht der Osten Österreichs in den harten Lockdown. Dann wird unter anderem der Einzelhandel vollumfänglich schließen müssen. Nur Geschäfte mit Gütern des täglichen Bedarfs, wie etwa Supermärkte oder Apotheken, dürfen geöffnet bleiben.

Auch mit einer Ausgangsbeschränkung müssen sich die Bewohner des östlichen Teils Österreichs in diesem Zeitraum abfinden. Diese sollen an Ostern nicht nur nachts, sondern auch tagsüber gelten. Ausgenommen sind allerdings der Weg zur Arbeit, die Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen sowie Spaziergänge und individualsportliche Betätigungen im Freien.

Corona in Österreich: Tirol nicht mehr Virusvariantengebiet – Kanzler Kurz freut sich

Dafür gab es aus einer anderen bisherigen „Krisenregion“ Positives zu vermelden. Tirol zählt laut dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI)* vorerst nicht mehr zu den Virusvariantengebieten. Am Freitag hatte das RKI das Bundesland von der entsprechenden Liste gestrichen.

Dies sorgte für Zustimmung bei Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Ich freue mich, dass das Ende der Kontrollen nun offiziell ist“, äußerte sich Kurz in einem schriftlichen Statement. Und sah sich bestätigt, dass die in Tirol ergriffenen Maßnahmen gegen die südafrikanische Corona-Mutante* Wirkung zeigen.

Corona in Österreich: Experten warnen vor Anstieg bei Intensivbetten-Belegung

Allerdings warnte gleichzeitig das „Covid-Prognose-Konsortium“, dass regelmäßig einen Lagebericht zur aktuellen Corona-Lage in der Alpenrepublik veröffentlicht. Demnach droht in den österreichischen Bundesländern Niederösterreich, dem Burgenland und Wien ein neuer Höchststand der Intensivbetten-Belegung.

Am kritischsten beurteilen die Experten die Lage in der Hauptstadt. Für Wien erwartet das Konsortium einen Anstieg von zuletzt 168 auf 260 belegte Intensivbetten – und das innerhalb von nur zwei bis vier Wochen. Trifft die Vorhersage ein, wird der bisherige Höchststand vom November 2020 klar übertroffen. (kh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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