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Bundestagswahl 2021 – Olaf Scholz: „Die SPD hat diese Wahl gewonnen“



Deutschland hat gewählt. Starke Zugewinne für die Sozialdemokraten, historisches Debakel für die Union. Aktuelle Zahlen in interaktiven Grafiken.

Hannover – Heute sind auch in Niedersachsen etwa sechs Millionen Wahlberechtigte zur Teilnahme an der Bundestagswahl aufgerufen. Die CDU/CSU stürzt nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit Armin Laschet auf ein Rekordtief. Die SPD sieht bei Olaf Scholz den Regierungsauftrag und kann im Land stärkste Kraft werden.

Olaf Scholz zum Wahlausgang: „Die SPD hat diese Wahl gewonnen“

++ 22:30 Uhr: Aktuelle Hochrechnung – die SPD kommt auf 25,7 bis 26,0 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,5 Prozent (32,9). Die Grünen fahren 13,9 bis 14,3 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,5 (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2).

++22:15 Uhr: SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz sagte am Sonntagabend im ZDF-“heute journal“: „Ich finde, das Wahlergebnis ist sehr eindeutig: Die SPD hat diese Wahl gewonnen. Die CDU, vielleicht sollte man das noch mal sagen, ist ja abgewählt worden durch dieses Wahlergebnis. Anders kann man die Wählerinnen- und Wählerbotschaft gar nicht verstehen.“

++ 22:10 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat nach der ersten Prognose zur Bundestagswahl als Direktkandidat im saarländischen Wahlkreis Saarlouis die Nase vorn. Mit Blick auf seine politische Zukunft in einer neuen Regierung, äußerte sich Maas in Berlin zurückhaltend: „Das ist ja kein Wunschkonzert. Und man hat einen Auftrag für eine Legislaturperiode. Und nur die wirklich Doofen erzählen am Wahlabend, was sie alles werden wollen. «Ich werde alles dafür tun, dass Olaf Scholz Kanzler wird“, fügte er hinzu.

Neue Hochrechnungen zur Bundestagswahl

++ 21:48 Uhr: Armin Laschet betonte seinerseits, die CDU/CSU werde alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden. „Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert.“. Das dürfte allerdings angesichts des sich abzeichnenden Wahlergebnisses schwierig werden. Es gilt eher als wahrscheinlich, dass Olaf Scholz ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP anstrebt, wie es in Rheinland-Pfalz seit 2016 regiert.

++21:35 Uhr: Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF verbessert sich die SPD auf 25,7 bis 26,0 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,5 Prozent (32,9). Die Grünen fahren 13,9 bis 14,3 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,5 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,5 (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2). 

++ 21:30 Uhr: Die SPD erlebt eine Wiederauferstehung, wie sie die wenigsten für möglich gehalten hatten. Kaum jemand hätte vor Monaten geglaubt, dass Olaf Scholz ernsthaft an den Türen des Kanzleramts rütteln kann – außer er selbst. In den letzten Wochen vor der Wahl wurde der nüchterne Hanseat zum neuen Politstar. Kanzlerkandidat Olaf Scholz überlässt nichts dem Zufall. Hinter nahezu jedem Auftritt des 63-Jährigen steckt Kalkül – auch als er so früh und so deutlich wie kein anderer sagte: „Ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden.“

++ 21:10 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landeschef Stephan Weil (SPD) hat sich mit den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl hochzufrieden gezeigt. Grünen-Landeschefin Anne Kura sieht mehr Chancen für eine Ampel-Koalition als für eine Jamaika-Regierung. „Es ist unser Auftrag jetzt, für starken Klimaschutz zu sorgen und für soziale Gerechtigkeit. Und da sind wir der SPD deutlich näher als der Union.“ Ziel für die Landtagswahl 2022 sei, mit Rückenwind aus Bundestags- und Kommunalwahlen zu einem deutlich stärkeren Ergebnis und wieder in Regierungsbeteiligung zu kommen.

Wahl 2021: Olaf Scholz: Das Votum der Bürgerinnen und Bürger sei „sehr eindeutig“

++ 20:40 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz rechnet mit einer schnellen Klärung der Koalitionsfrage nach der Bundestagswahl vom Sonntag. „Das glaube ich, wird sich in kurzer Zeit klären“, sagte er am Sonntagabend in der Berliner Runde von ARD und ZDF. Scholz leitete aus den Zugewinnen der SPD und der knappen Überrundung der Union nach den Hochrechnungen einen Auftrag zur Regierungsbildung für die SPD ab. Das Votum der Bürgerinnen und Bürger sei „sehr eindeutig“, sagte er.

SPD nach aktueller Hochrechnung vorn – Olaf Scholz will Kanzler werden

++ 20:30 Uhr: Auch in Niedersachsen liegt die SPD deutlich vorn. Bei der Bundestagswahl in Niedersachsen liegt die SPD nach einem von Infratest dimap erhobenen Trend mit deutlichem Vorsprung vor der CDU. Das vom NDR beauftragte Institut bezifferte die Sozialdemokraten in dem Bundesland am Sonntagabend auf 31,9 Prozent, die CDU hingegen nur auf 24,8 Prozent. Im Vergleich zu 2017 verliert die CDU in Niedersachsen demnach mehr als zehn Punkte. Die SPD gewinnt demnach 4,5 Punkte hinzu.

Die Grünen kommen dem Niedersachsen-Trend zufolge mit 16,2 Prozent auf den dritten Platz (+7,5). Die FDP liegt mit 11,3 Prozent (+2) auf Platz vier. Die AfD käme nur noch auf 7,0 Prozent (-2,1), die Linke nur noch auf 3,3 Prozent (-3,7).

++ 20:00 Uhr: Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen sehen 67 Prozent der Deutschen SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz als Regierungschef als geeignet. Bei CDU-Chef Armin Laschet sähen dies dagegen nur 29 Prozent und bei Grünen-Chefin Annalena Baerbock 23 Prozent so.

++ 19:45 Uhr: Auch die neuesten Hochrechnungen sehen die SPD vorn. Scholz sieht dabei einen klaren Wählerauftrag für die SPD. Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen „Wechsel in der Regierung“ wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle. Es gilt als wahrscheinlich, dass Scholz ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP anstrebt, wie es in Rheinland-Pfalz seit 2016 regiert.

++ 19:20 Uhr: Die SPD liegt aktuell hauchdünn vorn. Olaf Scholz sieht es als Auftrag – auch den Kanzler zu stellen. Die Zahlen im Detail: Die SPD kommt demnach auf 24,9 bis 25,8 Prozent, die Union auf 24,2 bis 24,7 Prozent. Für die Grünen entschieden sich 14,7 bis 14,8 Prozent, für die FDP 11,2 bis 11,8 Prozent. Die AfD holt 10,1 bis 11,3 Prozent. Die Linke liegt bei 5 Prozent.

Daraus ergibt sich nach den Hochrechnungen der beiden Sender folgende Sitzverteilung im neuen Bundestag: Die SPD holt 197 bis 213 Mandate, die Union 198 bis 200. Die Grünen kommen auf 117 bis 121 Sitze. Die FDP zieht mit 88 bis 98 Abgeordneten in den Bundestag ein, die AfD mit 83 bis 89 und die Linke mit 40 bis 41 Abgeordneten.

++ 19:05 Uhr: Minutenlanger Applaus: Olaf Scholz wird von seiner Partei als Wahlsieger gefeiert. Der Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, der als krasser Außenseiter in den Wahlkampf gestartet war, lässt die Sozialdemokraten nach Jahren bitterer Rückschläge wieder jubeln. Die SPD erlebt eine Wiederauferstehung, wie sie noch im Frühjahr die wenigsten für möglich gehalten hatten. Nach dem historischen Tiefpunkt 2017 mit nur noch 20,5 Prozent haben sie jetzt zum ersten Mal seit 16 Jahren die Chance, mit Scholz wieder einen Bundeskanzler zu stellen. Lange war der 63-Jährige belächelt worden, weil er so felsenfest an den SPD-Erfolg zu glauben schien. 

++ 18:45 Uhr: Nach den Prognosen von ARD und ZDF verbessert sich die SPD auf 25 bis 26 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24 bis 25 Prozent (32,9). Die Grünen fahren mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin 14,5 bis 15 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11 bis 12 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10 bis 11 Prozent (12,6). Die Linke rutscht auf 5 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

++ 18:40 Uhr: Hochspannung in Berlin: Nach 16 Jahren mit Angela Merkel an der Spitze stürzt die Union mit Armin Laschet auf ein Rekordtief, die SPD mit Olaf Scholz legt deutlich zu. Die Grünen gewinnen deutlich – bleiben jedoch hinter ihren Erwartungen weit zurück. Damit ist zunächst nicht klar, wer stärkste Kraft wird.

Bundestagswahl: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und SPD

++18:25 Uhr: Sollten Prognose und Ergebnis am Ende übereinstimmen, zeichnet sich eine äußerst komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich, entscheidend dürfte es dabei auf Grüne und FDP ankommen.

Sollte die SPD stärkste Partei werden, gilt es als wahrscheinlich, dass Scholz ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP bilden will, wie es in Rheinland-Pfalz bereits seit 2016 regiert. FDP-Chef Christian Lindner hat aber wiederholt Vorbehalte gegen eine solche Koalition im Bund angemeldet, er zieht klar die Union als Partner vor.

Sollte die CDU/CSU vor der SPD liegen, dürfte auch Laschet versuchen, eine Regierung mit Grünen und FDP zu bilden. Ein solches Jamaika-Bündnis, wie es in Schleswig-Holstein regiert, war 2017 im Bund an der FDP gescheitert. Diesmal dürften eher die Grünen bremsen. Vor allem in der Finanz- und der Klimapolitik sind die Differenzen zwischen Grünen und FDP groß. Als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen regiert Laschet bereits mit der FDP.

Bundestagswahl 2021: Die erste Prognose ist da

++ 18:10 Uhr: Lange Gesichter bei der CDU – Jubel bei den Grünen. Bei der Bundestagswahl liefern sich CDU/CSU und SPD das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach den Prognosen von ARD und ZDF um 18:00 Uhr liegen Union und Sozialdemokraten fast gleichauf vor Grünen und FDP. Der Linken droht ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die SPD kommt demnach auf 25 bis 26 Prozent, die Union auf 24 bis 25 Prozent. Für die Grünen entschieden sich 14,5 bis 15 Prozent, für die FDP 11 bis 12 Prozent. Die AfD holt 10 bis 11 Prozent. Die Linke liegt bei 5 Prozent.

Daraus ergibt sich nach den Prognosen der beiden Sender folgende Sitzverteilung im neuen Bundestag: Die SPD holt 197 bis 215 Mandate, die Union 198 bis 200. Die Grünen kommen auf 119 bis 120 Sitze. Die FDP zieht mit 87 bis 99 Abgeordneten in den Bundestag ein, die AfD mit 83 bis 87 und die Linke mit 39 bis 41 Abgeordneten.

++ 18:01 Uhr: Bei der Bundestagswahl vom Sonntag liefern sich CDU/CSU und SPD das erwartete enge Rennen. Nach den Prognosen von ARD und ZDF von 18.00 Uhr liegen Union und Sozialdemokraten fast gleichauf vor Grünen und FDP.

++ 17:50 Uhr: Direkt nach Schließung der Wahllokale wird es die ersten Prognosen geben. Diese fließen auch sofort in die interaktiven Grafiken auf dieser Seite ein.

++ 17:30 Uhr: Es zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung in Niedersachsen ab. Bis 12.30 Uhr gaben nach Angaben der Landeswahlleitung in Hannover schon mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. In dieser Zahl sind keine Briefwähler enthalten. Knapp 30 Prozent hatten vorab Briefwahl beantragt. Um 15.00 Uhr lag die Beteiligung in der Landeshauptstadt Hannover bei 62,3 Prozent. 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt etwas mehr (62,7 Prozent). Eine Zahl für ganz Niedersachsen wurde erst kurz vor Schließung der Wahllokale erwartet.

Wahl 2021: Lange Wartezeiten in Berlin

++ 16:50 Uhr: Der Bezirk Berlin Mitte meldete für das Wahllokal 100 zeitweise sogar Wartezeiten von mehr als zwei Stunden. Vor zwei Wochen war es bei der Kommunalwahl in Hannover auch zu langen Schlangen gekommen. Die verschärften Hygienemaßnahmen erschwerten einen schnellen Ablauf.

++ 16:30 Uhr: Bei den Wahlen in Berlin ist es am Sonntag vor zahlreichen Wahllokalen in der ganzen Stadt zu langen Warteschlangen gekommen. Wahlberechtigte mussten mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Für die rechtzeitige Stimmabgabe bedeutet das nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin: Wer bis 18.00 Uhr in der Schlange steht, darf noch wählen.

Wahl 2021 live: Prognosen und Ergebnisse zur Bundestagswahl

++ 15:00 Uhr: Der Bundeswahlleiter wird am Nachmittag einen Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bekannt geben. Es wird damit gerechnet, dass diesmal so viele Menschen wie nie zuvor per Briefwahl wählen. Nach Angaben der Bundeswahlleitung könnten es mindestens 40 Prozent sein. 

++ 13:45 Uhr: In Niedersachsen zeichnet sich bei der Bundestagswahl eine höhere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. Am Sonntag gaben zwischen 8:00 und 12:30 Uhr 36,56 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung auf Anfrage mitteilte. 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 32,08 Prozent der Wahlberechtigten gewesen. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet. 

++ 12:30 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil rechnet mit einem sehr spannenden Wahlabend. „Natürlich hoffe ich, dass die SPD gewinnt, aber wir werden es erst wissen, wenn die Hochrechnungen vorliegen, und das könnte auch später werden“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag nach der Stimmabgabe in seiner Heimatstadt Hannover. „In jedem Fall habe ich eine richtig gute Stimmung“, betonte Weil. „Noch vor zwei Monaten hat niemand einen Pfifferling auf die SPD gegeben. Wir haben eine wirklich beeindruckende Aufholjagd der SPD erlebt, die insbesondere auch mit Olaf Scholz zusammenhängt und deswegen sehe ich dem Rest des Tages frohgemut entgegen.“

Wahl 2021: Bundespräsident „Jede Stimme zählt“

++ 10:00 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft zur Stimmabgabe auf. „Jede Stimme zählt – Ihre Stimme zählt. Daher bitte ich Sie: Gehen Sie heute zur Wahl!“, schrieb Steinmeier.

Bundestagswahl: So wählt Niedersachsen. (kreiszeitung.de-Montage)

© Sebastian Kahnert/Hauke-Christian Dittrich/DB Niedersächische Staatskanzlei/dpa

++ 09:00 Uhr: Der Ausgang der Wahl gilt als absolut offen. In der letzten Umfrage lieferten sich SPD und CDU ein Kop-an-Kopf-Rennen. Die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz lag in Umfragen zuletzt leicht vor der Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet. Die bislang amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nach knapp 16 Jahren als Regierungschefin nicht mehr an.

++ 08:00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet. Rund 60,4 Millionen Menschen in Deutschland sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Die bislang amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nach knapp 16 Jahren als Regierungschefin nicht mehr an. Der Ausgang der Wahl gilt als absolut offen.

Es treten 21 Parteien sowie 21 Einzelbewerber zur Bundestagswahl in Niedersachsen an. Insgesamt stehen 527 Kandidaten zur Wahl – davon sind 177 weiblich. Ihr Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre. Der jüngste Bewerber ist 18 Jahre und der älteste 77 Jahre alt.

Um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die nach 16 Jahren Amtszeit nicht erneut antritt, bewerben sich Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne).

Nach vereinzelt längeren Wartezeiten in den Wahllokalen bei der Kommunalwahl wollen mehrere Städte in Niedersachsen zur Bundestagswahl nachbessern. So sollen etwa mehr Wahlkabinen aufgestellt werden oder mehr Wahlhelfer im Einsatz sein. 

Bundestagswahl – so wählt Niedersachsen

Die Landesliste der CDU für die Bundestagswahl führt der Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt aus Burgwedel an, der seit 2018 Staatsminister im Kanzleramt ist. Der amtierende JU-Vorsitzende Tilman Kuban ist auf Platz 7 der Liste zu finden. Die SPD setzt auf Bundesarbeitsminister und Vize-Parteichef Hubertus Heil an der Spitze. Der SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil steht auf Platz 5.

Art der Wahl Bundestagswahl 2021
Datum 26. September 2021
Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Grüne), Armin Lachet (CDU) und Olaf Scholz (SPD)

Die niedersächsischen Grünen treten mit einem Spitzenduo aus den Bundestagsabgeordneten Filiz Polat und Sven-Christian Kindler an. Niedersachsens FDP schickt erneut den Bundestagsabgeordneten und FDP-Fraktionsvize Christian Dürr auf Platz 1 ins Rennen. Die Liste der Linken wird von Co-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali angeführt. Bei der AfD hat sich Joachim Wundrak den Spitzenplatz gesichert.

Bundestagswahl: Allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim – was bedeutet das eigentlich?

Allgemein heißt, dass alle deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger wählen dürfen, unabhängig etwa von Geschlecht, Religion oder Beruf. Man wählt die Abgeordneten ohne zwischengeschaltete Wahlleute – also unmittelbar. Frei bedeutet, dass sich alle ihre Meinung bilden und ohne äußeren Druck zu einer Entscheidung kommen. Da jede abgegebene Stimme gleich viel zählt, ist die Wahl gleich. Wählerinnen und Wähler kreuzen ihren Stimmzettel unbeobachtet an und geben sie in Umschlägen ab. So kann niemand nachvollziehen, wer für welche Partei abgestimmt hat – die Wahl ist geheim.

Wählt man die Kanzlerin oder den Kanzler bei der Bundestagswahl direkt?

Nein. Man stimmt für Abgeordnete, die wiederum später im Bundestag die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler wählen. CDU/CSU, SPD und Grüne haben diesmal eine Person als Kanzlerkandidaten oder Kanzlerkandidatin benannt, die sie später im Parlament zur Wahl des Regierungschefs oder der Regierungschefin aufstellen wollen – falls sie allein oder in einer Koalition eine Mehrheit im Bundestag haben. Die übrigen Parteien verzichten darauf. Sie gehen davon aus, dass sie nicht genug Stimmen erhalten, um an der Spitze der künftigen Regierung zu stehen.

Wieso hat man zwei Stimmen bei der Bundestagswahl?

Mit der Erststimme wählt man einen Kandidaten direkt, der im entsprechenden Wahlkreis antritt. Meistens gehört er zu einer Partei, die das vorher festgelegt hat. Wer als Einzelperson antreten möchte, muss mindestens 200 Unterschriften von Wahlberechtigten des Wahlkreises sammeln, in dem sie kandidieren will.

Bei der Zweitstimme wiederum stehen Parteien zur Auswahl. Der bundesweite Anteil an diesen Stimmen entscheidet darüber, wie stark eine Partei später im Parlament vertreten ist. In die Sitze, die einer Partei nach den Zweitstimmen zustehen, werden die Direktmandate aus den Erststimmen eingerechnet.

Wahlergebnis bei der letzten Bundestagswahl 2017

Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung bei 76,4 Prozent. 34,9 Prozent der Wähler in Niedersachsen gaben damals der CDU ihre Zweitstimme, die SPD kam auf 27,4 Prozent. Dahinter lag die FDP mit 9,3 Prozent der Zweitstimmen, die AfD mit 9,1, die Grünen mit 8,7 und die Linke mit 7,0.

Die Kreiszeitung wird am 26. September aktuell online über die Bundestagswahl und die Stichwahlen zur Kommunalwahl berichten. Das endgültige Ergebnis verkündet der zuständige Wahlausschuss. (Mit Material der dpa.) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/Hauke-Christian Dittrich/DB Niedersächische Staatskanzlei/dpa

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